Copacabana (2010)

OT: Copacabana - 107 Minuten - Komödie
Copacabana (2010)
Kinostart: 29.06.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Copacabana

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In Copacabana skizziert Marc Fitoussi eine Frau, die sich selbst außerhalb jeglicher Konventionen und Regeln stellt, ständig gegen den Strom schwimmt und dabei trotzdem versucht, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen aufrecht zu erhalten. Das Wesen des Films ist ein, erfrischend neu beleuchteter, Mutter-Tochter Konflikt. Babou (Isabelle Huppert) hält nur wenig davon, sich der Gesellschaftsnorm anzupassen. Ihre Lebensweise ist sprunghaft, flexibel und unberechenbar. Eine Tatsache, mit welcher die „straight“ lebende Tochter Esméralda (Lolita Chammah) bisweilen hart zu kämpfen hat. Die Unangepasstheit der Mutter löst bei ihr eher Schamgefühl als Toleranz aus. Das geht so weit, dass sie Babou von ihrer bevorstehenden Hochzeit berichtet, und sie zeitgleich bittet, der Feier fernzubleiben.

 

Was der Tochter geradezu locker von den Lippen geht, trifft die Mutter wie eine Pfeilspitze ins Herz. Sie bricht daraufhin den Kontakt vorläufig ab und beschließt kurzerhand ihr Leben zu ändern. Um Esméralda zu beweisen, dass sie einen guten Job auch halten kann, bewirbt sie sich bei einer Immobilienfirma im Norden um Ferienwohnungen zu verkaufen. Babou schafft es tatsächlich, sich gegen ihre Mitbewerber durchzusetzten und gelangt schnell zu Ansehen in der neuen Firma. Ihre Motivation liegt dabei allerdings klar auf ihren Zielen, nämlich die Versöhnung mit der Tochter und ihren Traum von Brasilien.

 

Hier baut sich ein Beziehungsnetz rund um die unkonventionelle Frau auf: Die Arbeitskollegen verachten sie aus Neid, und dem Mann der in ihr Leben tritt und sich verliebt, - bricht sie kurzentschlossen das Herz. Auf der anderen Seite lernt sie ein junges obdachloses Paar kennen, dem sie sich annimmt, und sogar eine leerstehende Ferienwohnung als kurze Unterkunft anbietet. Unterdessen baut sich auch der Kontakt mit ihrer Tochter wieder nach und nach auf. Babou erzählt ihr von ihrem Erfolg im Berufsleben und hofft auf Versöhnung um den wichtigsten Tag im Leben Esméraldas nicht zu versäumen. Es sieht gut aus, bis die Tochter eines Tages auf Besuch in ihrer neuen Welt ist, und Babou die neuen obdachlosen Freunde dazu einlädt. Esméralda stellt fest, dass sich ihre Mutter nie ändern wird, und fährt enttäuscht zurück. Ein weiterer Tiefschlag für Babou. Erst als sie dem zukünftigen Schwiegersohn hilft, einen fatalen Streit zwischen ihm und ihrer Tochter zu schlichten, erkennt Esméralda langsam, dass sie die Lebensweise ihrer Mutter schlichtweg akzeptieren muss.

 

Der Film vermittelt Lebensnähe, was nicht zuletzt an den harten Dialogen zwischen Mutter und Tochter liegt, welche in der Emotion eskalieren. Was den Film interessant macht, ist die Umkehrung der gängigen Konfliktstruktur dieser Art. Während es üblich scheint, dass eine Mutter versucht, die ausbrechende Tochter wieder in Schranken zu weisen, spiegelt sich die Situation in diesem Fall. Isabelle Huppert geht in ihrer Rolle vollends auf und glänzt mit Authentizität. Zweifelsfrei trägt sie den Film, der mit einer Fehlbesetzung wohl zusammenbrechen würde.

 

Fazit:
Copacabana schafft es mit seiner Thematik nicht wirklich zu berühren, dennoch versprüht er durch Huppert eine intensive Lebendigkeit, die auf den Zuseher rieselt. Die Story selbst ist seicht und bietet nur flache Wendepunkte. Wer also Wert auf souveräne, authentische Schauspielerei legt, ist mit dem Film gut beraten. Die Gefahr in Begeisterung zu verfallen besteht aber kaum.

 

Wertung:
6/10 Punkte

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Liste von Sabine
Erstellt: 04.12.2013