![]() ![]() Work Hard - Play Hard OT: Work Hard - Play Hard Regie: Carmen Losmann Drehbuch: Carmen Losmann Filmstart: 22.06.2012 | Laufzeit: | Dokumentation-Nachrichten |
Gerade zu stolz erklären die großen Köpfe verschiedener Konzerne, wie man die Arbeitsmotivation der Mitarbeiter für den Firmenerfolg auf Höhepunkte führt. Dabei wird schon bei der architektonischen Planung der Firmengebäude nach psychologischen Methoden vorgegangen. Wo, wie, welche Büros angelegt werden, ist genauso bis ins Feinste durchdacht, wie die Tatsache, welche Art von Mitarbeiter sich dort befinden kann. Denn auch hier wird nichts mehr dem Zufall überlassen. Durch genaue Interviews kann ein individuelles Profil eines jeden Firmenmitglieds erstellt werden, um ihn folglich als „richtigen“ oder „falschen“ Mitarbeiter zu katalogisieren und einzusetzen. Das Ergebnis hängt selbstverständlich von seiner Bereitschaft ab, der Firma zu dienen. Eine Vorgang, der als eine Art „Talentscouting“ deklariert wird.
Die Räumlichkeiten wirken teilweise wie Wohnbereiche, um die Arbeit noch attraktiver zu gestalten. Gezielt geplante Meetingpoints wie Drucker- oder Cafestationen sollen zu Privatgesprächen führen die möglicherweise dem Einen oder Anderen Input für seine Arbeit verschaffen. Vom privaten Austausch soll es also unweigerlich zum Firmengespräch kommen. Suggeriert wird, dass es nur diejenigen zu etwas bringen werden, die sich dem globalen Erfolgsdruck der großen Unternehmen völlig verschreiben. Die bereits ansteigende Burnout-Rate kann so in den nächsten Jahren ihren Gipfel finden. Kein Problem für die Konzerne, denn fällt ein Manager aus, tummelt sich schon der nächste, gerade fertig studierte, Anwärter auf Erfolg, ins Unternehmen.
Losmann beleuchtet die verschiedenen Vorgangsweisen, verschiedener Großbetriebe so, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, die Kameras wurden einfach Hier und Da platziert, und man darf durchs Schlüsselloch blicken. Immer wieder werden ruhige Einstellungen zwischengeschalten, sodass das Gesehene auch wirklich wirken kann. Ein kalter Hauch Beunruhigung ist die Folge.
Fazit:
Eine durchwegs gelungene Dokumentation, die auf jegliches Voice-over verzichtet, und die Tatsachen für sich sprechen lasst. Man darf sich vom unheilvollen Gedanken an eine neue Welt dieser Art wegtragen lassen, und gleichzeitig überlegen, wie man ihr fernbleiben könnte. Doch sieht es nach diesen Bildern aus, als würden wir uns zu neuen Gesellschaftsstrukturen hinbewegen, die uns zu freiwilligen Arbeitssklaven machen könnten und es teilweise schon tun. Es scheint fast, als verteile der Teufel hier gerade selbst seine Verträge, und er kommt auf leisen Sohlen…
Wertung:
9/10 Punkte
19.06.2012 - Work Hard - Play Hard - Deutscher Trailer
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