W.E. (2011)

OT: W.E. - 119 Minuten - Drama / Geschichte / Romanze
W.E. (2011)
Kinostart: 22.06.2012
DVD-Start: 09.11.2012 - Blu-ray-Start: 09.11.2012
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Filmkritik zu W.E.

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Schon lange ist die Allround-Künstlerin Madonna nicht mehr nur für ihre Musik bekannt, sondern macht auch mit weiteren Berufswegen – darunter die Gründung einer Modekollektion sowie eine weniger erfolgreiche Schauspielkarriere – von sich reden. Nachdem ihr Regiedebüt Filth and Wisdom (2008) größtenteils negative Kritiken erhielt, versucht sich die Musikerin nun aber mit „der wohl größten Romanze“ W.E. als Drehbuchautorin und Regisseurin erneut auf filmischem Gebiet. Für ihren beigesteuerten Titelsong „Masterpiece“ wurde sie zumindest schon mal mit dem Golden Globe ausgezeichnet.

Die junge New Yorkerin Wally (Abbie Cornish) führt nach außen hin eine Traumbeziehung mit ihrem Mann William (Richard Coyle), einem erfolgreichen Psychiater, der neben seiner Arbeit jedoch kaum noch Zeit für Wally hat. So verbringt sie die meiste Zeit an ihrem alten Arbeitsplatz, dem Auktionshaus Sotheby, wo gerade eine Ausstellung rund um den einstigen britischen König Edward (James D’Arcy) und seiner großen Liebe Wallis Simpson (Andrea Riseborough) läuft und bald die Auktion ihrer Besitztümer stattfinden soll. Wally flüchtet sich in die Geschichte rund um die starke Frau, nach der sie benannt wurde und die dramatische Liebesgeschichte des Paares. Parallel dazu wird diese erzählt. Wallis ist zunächst wie Wally in einer unglücklichen Ehe gefangen, lässt sich aber scheiden und heiratet Ernest Simpson (David Harbour). Als sie auf Edward trifft, ist es bald um beide geschehen, sie sind unzertrennlich. Doch die Königsfamilie billigt die Beziehung von Edward zu einer geschiedenen bzw. noch verheirateten Frau nicht und so müssen beide eine Entscheidung treffen und Opfer bringen, entweder für ein sorgenloses Leben oder ihre Liebe.

Madonna schafft es, die Geschichte rund um König Edward nicht als Biopic zu inszenieren, sondern erzählt von den tragischen Umständen von mehr als nur einer Liebesbeziehung. Durch die Handlung rund um den fiktiven Charakter Wally wird die hürdenreiche Romanze interessant verpackt und das Geschehen vor einer Langatmigkeit bewahrt. Es werden zwei unterschiedliche, starke Frauen gezeigt, die beide nach außen hin ein einfaches Leben führen, sich jedoch auch sehr einsam fühlen. Die Gemeinsamkeit und Nähe der beiden Frauen wird durch verschiedene Bezüge hergestellt, sei es durch fantasierte Begegnungen von Wally und ihrem Vorbild oder aber ihr großes Interesse für Wallis Seite der Geschichte.
 
Wie Wally hatte auch Madonna das Anliegen, zu zeigen, dass nicht nur Edward mit seiner Aufgabe des Throns Opfer bringen musste, sondern auch Wallis. Dies gelingt ihr auch, denn die Erzählung tendiert stark zu Wallis Sicht der Dinge und zeigt eine Frau, die sich trotz ihrer Stärke dem Druck nicht immer gewachsen sieht. In den beiden weiblichen Hauptrollen überzeugen auch starke Schauspielerinnen. Abbie Cornish als Wally war zuletzt in Ohne Limit (2011) an der Seite von Bradley Cooper zu sehen. Nach zahlreichen Theaterauftritten und Filmrollen wie in Happy-Go-Lucky (2008) beweist auch die britische Schauspielerin Andrea Riseborough ihr filmisches Können.

Trotz der stimmungsvollen Atmosphäre des Films, die Madonna durchaus gelingt, gibt es innerhalb des Films auch einige Schwächen. So wird das ein oder andere Klischee bedient, wodurch die Handlungen der Figuren oft nicht sehr überraschend wirken und sich diesbezüglich keine allzu große Spannung aufbaut. Dennoch wird das Geschehen durch den Sprung zwischen den Geschichten der zwei Frauen nicht langweilig, die Romanze W.E. offenbart sich durch Wallys Interesse dem Zuseher nach und nach. Auch die ästhetisch gut aufgelösten Bilder – hierfür sorgte der deutsche Kameramann Hagen Bogdanski (Das Leben der Anderen, 2006) – in Kombination mit epischen Kompositionen lassen W.E. den Zuseher so manches Mal mitreißen.   
 
Fazit:
Mit ihrer zweiten Regiearbeit W.E. wagt sich Madonna an die Erzählung der umstrittenen Romanze zwischen dem ehemaligen König Edward und Wallis Simpson, nimmt dabei aber vor allem Bezug auf die weibliche Perspektive. Diese verstärkt sie noch durch die Figur von Wally, mit der der Zuseher Wallis‘ Geschichte nach und nach entdeckt. Zwar gibt es innerhalb der Handlung einige Schwächen, diese werden aber durch mitreißende Bilder und epische Musikuntermalung retuschiert, sodass sich als Gesamtbild ein unterhaltsames und zum Mitfühlen anregendes Filmerlebnis ergibt.  

Wertung:
7/10 Punkte
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Ø Wertung: 7/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 2
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Liste von MR
Erstellt: 28.12.2012