Ai Weiwei: Never Sorry (2012)

OT: Ai Weiwei: Never Sorry - 91 Minuten - Dokumentation
Ai Weiwei: Never Sorry (2012)
Kinostart: 15.06.2012
DVD-Start: 17.01.2013 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Ai Weiwei: Never Sorry

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"Ai Weiwei – Never Sorry" ist ein Portrait des prominenten, chinesischen Gegenwartskünstlers und Regimekritikers Ai Weiwei, der mit seiner Kunst und seiner Provokation gegen Missstände und für Freiheit kämpft. Die junge Regisseurin Alison Klayman hat den Künstler und Aktivisten drei Jahre lang begleitet und hat zum Teil sehr persönliche Gespräche mit ihm, seiner Familie und seinen Wegbegleitern aufgezeichnet.

Die von Weiwei gebrauchten Kunstformen waren bis dato in China so noch nicht bekannt, und doch kann man kaum missverstehen was er mit seiner Kunst aussagen oder zeigen möchte. Acht Stunden täglich verbringt er auf Twitter, postet Fotos und Meldungen, und erreicht damit weit über 10 000 Menschen. Er schreibt über seine Umgebung, seine Kunst und sein Privatleben. Er bezeichnet seinen Blog als „offene Zeichnung“ und sieht seine Postings als Teil seines Werks. Durch diese Transparenz können seine Fans, die „Ai Fans“ wie sie sich selbst nennen, an seinen Aktionen teilhaben, Informationen erhalten und ihn unterstützen.

Der Film zeigt deutlich wie er die Regierung kritisiert: 2008 boykottierte er die Olympische Spiele in Peking, weil sie als Parteipropaganda missbraucht wurden. Bei einem Erdbeben in Sichuan, das die Behörden vertuschen wollten, recherchierte er mit freiwilligen Mitarbeitern über 5000 Namen der Kinder, die in den Trümmern gestorben sind. Dauernde Polizeiüberwachung, und tätliche Übergriffe sind die Folge.

Auch wenn man Ai Weiweis Geschichte bis dahin noch nicht verfolgt hat, könnte sie einen im Kino zu Tränen rühren, als man von seinem Verschwinden oder der kompletten Zerstörung seiner Studios erfährt. Der Film ist ehrlich, charmant und doch so brutal, ohne absichtlich dramatisch zu wirken.

Die junge Regisseurin Alison Klayman sagt selbst: „in Ai Weiwei: Never Sorry geht es nicht nur im Weiwei oder China. Ich wünsche mir dass der Film die Zuschauer dazu bringen wird, sich selbst zu fragen: Wie stelle ich mir eine bessere Zukunft vor? Wie viel würde ich riskieren, um meine Meinung zu vertreten?“ Das beste Ergebnis, das der Film erzielen könnte, wäre laut ihr das Entstehen einer Gruppe aus Künstlern, Bürgern und Aktivisten, die sich den Mund nicht verbieten lassen und für eine bessere Zukunft ihrer Gesellschaft kämpfen.

Fazit:
Müsste man Ai Weiwei, seine Kunst und seine Handlungen mit einem Wort beschreiben, trifft es kontrovers wohl am Besten. Der Film zieht den Zuschauer durch seine Ehrlichkeit, seinen Witz und der tragischen Geschichte des Strebens nach Freiheit in seinen Bann. Es werden einem sowohl Ai Weiweis Kunst und seine Erfolge, als auch seine tragischen Niederlagen und Erniedrigungen vor Augen geführt. Ein interessanter Film über einen Menschen und Künstler der sich selbst, wie er sagt, mehr als Schachspieler sieht. Eine sehenswerte, augenöffnende Dokumentation, die sowohl unterhält als auch aufklärt.

Wertung:
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