Superclassico ...meine Frau will heiraten! (2011)

OT: SuperClásico - 99 Minuten - Komödie
Superclassico ...meine Frau will heiraten! (2011)
Kinostart: 01.06.2012
DVD-Start: 26.10.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Superclassico ...meine Frau will heiraten!

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Über kaum ein Genre wird so gerne die Nase gerümpft, wie über die romantische Komödie. Dazu trägt natürlich wieder einmal vor allem Hollywood seinen Teil bei, da man kreative Vertreter der Filmsparte schon mit der Lupe suchen muss und ansonsten nur das immer gleiche Schema abgespult wird. Interessanterweise finden aber jene, die eben diese Hollywoodfilme nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würden häufig gefallen an ähnlich angelegten Filmen aus Europa. Besonders die französische Variante der RomCom wird gerne gesehen, aber im Fall von Superclassico darf sich die Klischeeschleuder nun eben eine dänische Flagge anheften. Aber alleine dieser Etikettenschwindelt täuscht natürlich nicht darüber hinweg, dass auch den europäischen Filmemachern nicht maßgeblich viel Neues zum Thema einfällt - man spielt nur ab und zu (höchst kalkuliert) mit dem Loserimage der Hauptfigur.

Christian (Anders W. Berthelsen) ist am Boden zerstört, nachdem seine Frau Anna (Paprika Steen) ihn verlassen hat um in Argentinen ihr Glück zu suchen. Sein Weinladen lockt kaum mehr Kunden an und sein nachdenklicher Sohn Oscar (Jamie Morton) ist auch kein großer Trost. Christian denkt sogar an Selbstmord, gibt sich aber doch noch einen Ruck und beschließt nach Argentinien zu reisen um seine Frau zurück zu gewinnen. Doch das ist alles andere als leicht: Denn Anna ist mittlerweile längst mit dem gutausehenden Fußballstar Juan Diaz (Sebastián Estevanez) liiert, den sie eigentlich nur managen sollte. Und natürlich ist Anna alles andere als begeistert, als ihr alter Mann in ihr neues Leben einbricht, denn es steht nicht nur das feurige Superclassico - das Derby zwischen den Boca Juniors und River Plate - an, sondern auch der Verkauf von Juan Diaz an einen anderen Verein und natürlich die geplante Hochzeit der beiden...

Beinahe das Einzige, das Superclassico wirklich von anderen Genrevertretern abhebt ist, dass der Film eine ungewohnt ernste Note mit in die Komposition einbringt. Besonders Christian und Sohn Oscar hängt eine schwermütige Aura an, die zwar immer wieder durch heitere Momente aufgelockert wird, aber schlussendlich dennoch einen dramatischen Aspekt in den Film mit hinein bringt. Doch diese Geheimzutat entpuppt sich nicht unbedingt als Stärke des Films, führt sie doch dazu, dass Superclassico weder als reiner Gute-Laune-Film empfohlen werden kan, noch als Drama richtig funktioniert - denn dazu sind die spaßigen Momente doch eindeutig zu ausgeprägt.

Überhaupt lässt sich der Eindruck nur schwer abschütteln, dass es den Filmemacher an wirklich interessanten und reizvollen Ideen mangelte. Die Scheidungsgeschichte wird relativ lustlos und unspektakulär in Szene gesetzt und man versucht sich lediglich durch den Culture-Clash zwischen dänischer Kälte und südamerikanischer Wärme über Wasser zu halten. Auch abseits der Haupthandlung gibt es nur wenig zufriedenstellendes zu berichten: Immer wieder werden Nebenfiguren in den Film gebracht, die aber letzten Endes nur angerissen werden und deshalb etwas haltlos wirken. Das ist insofern schade, da man bei einigen tatsächlich gerne mehr erfahren würde, aber offensichtlich wurden sie nur als exotische Zutat verwendet um den Film etwas aufzpeppen - was aber auf derart flache Art leider kaum funktioniert.

Deshalb muss man sich natürlich die Frage stellen für welche Zielgruppe Superclassico nun überhaupt funktionieren könnte. Und tatsächlich ist diese Frage schwierig zu beantworten: Denn Romantikfans bekommen kaum etwas geboten. Die unerwiderte Liebe von Christian zu seiner Frau bietet wenig Neues, die eingestreute Romanze von Sohn Oscar wirkt herbeikonstruiert und funktioniert nur bedingt - und dann wären da noch die aufkochende Affäre Christians und natürlich die Klischeeromanze von Frau Anna, die leider auch wenig zu bieten haben. Viele gelungene Gags gibt es auch nicht zu sehen und auf Grund der überwiegend heiteren Ausrichtung verlaufen auch die dramatischen Aspekte des Films im Nichts. In Summe ist Superclassico also vor allem ein unrunder Mix, den man sich nicht wirklich ansehen muss.

Fazit:
Superclassico ist eine recht konventionelle romantische Komödie nach europäischem Muster - und die Tatsache, dass man immer wieder eine Prise Melancholie einstreut und alle Figuren ein bisschen kauzig anlegt, kann leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich us-amerikanische Romantikkomödien und ihre europäischen Gegenstücke oftmals leider gar nicht so sehr unterscheiden. Die Romantik kann kaum überzeugen, viele Gags wirken flach und zünden kaum und auch auf Storyebene gibt es wenig was es rechtfertigen würde den Film weiter zu empfehlen. Superclassico ist einfach ein halbgarer Mix aus verschiedenen Zutaten, die in Summe leider auch nur einen mäßigen Film ergeben.

Wertung:
4/10 Punkte
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