Ruhm (2012)

OT: Ruhm - 103 Minuten - Drama
Ruhm (2012)
Kinostart: 01.06.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
16586
Bewerten:

Filmkritik zu Ruhm

Von am
Als Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daniel Kehlmann, dessen Rechte sich Regisseurin Isabel Kleefeld noch vor seinem Erscheinen 2009 sicherte, vereint die deutsche Komödie Ruhm sowohl komische als auch tragische Elemente, die den Zuschauer fesseln und zugleich berühren. Mit deutschen Filmgrößen wie Senta Berger, Heino Ferch oder Justus von Dohnányi in den Hauptrollen behandelt der Film, als komprimierte Fassung der Romanvorlage, sechs unterschiedliche Geschichten, die jedoch alle irgendwie miteinander verbunden sind und sich nach und nach im Laufe der Handlungen zu einem Gesamtbild zusammenfügen.  

Die todkranke Rosalie (Senta Berger) hängt an ihrem Leben, will diesem jedoch wenn es unvermeidbar ist, selbst ein Ende setzen und wendet sich so an einen Schweizer Sterbehilfeverein. Elektroingenieur Joachim Ebling (Justus von Dohnányi) entschließt sich dazu, sein allererstes Mobiltelefon zu kaufen, doch staunt er nicht schlecht, als sein neues Handy pausenlos klingelt. Die Anrufe gelten aber eigentlich jemand anderen, Filmstar Ralf Tanner (Heino Ferch), der die plötzlich gewonnene Ruhe zu schätzen weiß und sich als Double seiner selbst ausgibt, während ein wirklicher Doppelgänger sein Leben übernimmt. Der Schriftsteller Leo Richter (Stefan Kurt) reist mit seiner Freundin Elisabeth (Julia Koschitz), die ihm schon mehrmals als Vorlage für Geschichten diente, für eine Lesereise durch Südamerika. Als zwei ihrer ehemalige Ärzte-Ohne-Grenzen-Kollegen ermordet werden und er Elisabeth zur Trauerfeier in die Schweiz begleiten will, bittet er seine Kollegin Maria Rubinstein (Gabriela Maria Schmeide) für ihn auf einer Schriftstellerreise durch die Ostblockstaaten einzuspringen, die erfreut einwilligt, ohne zu ahnen, welch Martyrium ihr bevorsteht. Währenddessen betrügt ihr Mann Klaus Rubinstein (Thorsten Merten) sie, muss sich aber auf die Suche nach ihr machen. Er schickt den einzig verfügbaren Mitarbeiter Mollwitt (Axel Ranisch), der heimlich tausende Telefonnummern mehrfach vergeben hat, zu einem Schweizer Telekommunikationskongress. Dort trifft er auf seinen Lieblingsschriftsteller Leo Richter, der im selben Hotel den Dürrenmatt-Literaturpreis erhalten soll.   

Dem Autor der literarischen Vorlage des Films Daniel Kehlmann wird die Ehre zuteil, im Rahmen der Handlung eine Laudatio auf die Figur des Schriftstellers Leo Richter zu halten, die diverse Anspielungen auf sein eigenes, berufliches Schaffen bzw. auf Kritik zu diesem beinhaltet.

Zunächst scheint die Handlung des Films in voneinander unabhängige Episoden geteilt zu sein, die Verstrickung der einzelnen Schicksale wird aber immer deutlicher. Dabei sind die Verbindungen sehr raffiniert angelegt und sorgen beim Zuschauer bis zum Schluss für Spannung und Überraschung. Die Stimmungen des Films bieten viel Abwechslung und reichen von komisch absurden Situationen hin zu fast schon tragischen Momenten. Besonders interessant erscheint aber die Behandlung der heutigen Abhängigkeit von Kommunikationsmedien. So haben die Figuren entweder mit der Mobilfunkbranche zu tun oder können einfach, wie die meisten von uns heutzutage, nicht ohne Handy.

Ein solches wird vor allem für den Charakter der Maria Rubinstein, überzeugend dargestellt von Gabriela Maria Schmeide, von größter Bedeutung, als diese in der fremden Welt der Ostblockstaaten festsitzt und ihr Mobiltelefon die einzige Hoffnung auf Rettung zu sein scheint. Rosalie, gespielt von der deutschen Schauspielgröße Senta Berger (Satte Farben vor Schwarz, 2010), hingegen kündigt ihren Handyvertrag und schließt somit mit der Welt ab. Die Rolle des von Heino Ferch (Vincent will meer, 2009) verkörperten Filmstars, der ohne jegliche Anrufe nicht mehr zu existieren scheint und sich in seiner neuen Identität als Doppelgänger in die österreichische Schnell ermittelt-Darstellerin Ursula Strauss verliebt. Axel Ranisch (Wie man leben soll, 2011) als Blogger Mollwitt sorgt im Film für diverses, den Zuseher belustigendes Chaos. Die Schriftstellerfigur Leo Richter und Freundin Elisabeth werden von Stefan Kurt (Ein Tick anders, 2011) und Julia Koschitz (Der Fall des Lemming, 2009) verkörpert, die zunächst so verschieden wirken, sich aber letztendlich gegenseitig stärken. Justus von Dohnányi (Männerherzen, 2009) gibt schließlich den Durchschnittstyp gegen 50 zum Besten, der durch das neu gekaufte Mobiltelefon und der doppelt vergebenen Telefonnummer ein Stück aus seinem normalen Leben ausbrechen und in gewisser Weise ein andere Identität annehmen kann.  
 
Fazit:
Die deutsche Komödie Ruhm von Isabel Kleefeld nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Kehlmann sorgt sowohl mit komischen als auch teilweise tragischen Momenten für ein besonderes Filmerlebnis. Starbesetzt mit Senta Berger, Heino Ferch oder auch Justus von Dohnányi werden sechs verschiedene Schicksale erzählt, die alle irgendwie miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig bedingen. Dabei berühren die Geschichten und sorgen gleichzeitig für jede Menge überraschende sowie witzige Momente.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
100%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!