LOL - Laughing Out Loud (2012)

OT: LOL - 97 Minuten - Komödie / Drama / Romanze
LOL - Laughing Out Loud (2012)
Kinostart: 01.06.2012
DVD-Start: 08.11.2012 - Blu-ray-Start: 08.11.2012
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Filmkritik zu LOL - Laughing Out Loud

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Wenn in Europa ein Film gut und erfolgreich ist, sichert sich Hollywood möglichst schnell die Rechte und wartet auch nicht mehr lange, ein Remake nachzulegen. Dass die amerikanische Version dabei durchaus noch viel Eigendynamik entwickeln kann und mehr als eine bloße Kopie ist, zeigten in näherer Vergangenheit die äußerst gelungenen Remakes der schwedischen Thriller „Verblendung“ und „So finster die Nacht“ („Let me In“) oder des dänischen Dramas „Brodre“ („Brothers“). Im Falle des Remakes zum französischen Kinohit „LOL- Laughing Out Loud“ aus dem Jahre 2008 hat man solche Bestrebungen erst gar nicht unternommen. Man verlegte den Schauplatz zwar von Paris nach Chicago,  engagierte aber kurzerhand die Französin Lisa Azuelos, die bereits beim Originalfilm Regie geführt hatte. Und die macht keinen Hehl daraus, denselben Film gleich noch einmal zu inszenieren – fast Einstellung für Einstellung, wenn auch mit anderen Schauspielern. Die Frage ist also: Funktioniert das beim zweiten Mal genau so gut? Nein, denn gewisse Storyelemente passen einfach besser ins Paris des Jahres 2008 als ins Chicago des Jahres 2012.

Lola (Miley Cyrus), die von allen nur „Lol“ genannt wird, versucht wie alle Teenager auf ihrer High School in Chicago einfach nur cool zu wirken. Doch ganz so einfach ist das nicht immer: Ihr Freund Chad (George Finn) hat mit einer anderen rumgemacht, sie selbst hegt Gefühle für ihren Kumpel Kyle (Douglas Booth) und ihre Noten sind auch nicht glänzend. Doch zum Glück ist ihre allein erziehende Mutter Anne (Demi Moore) im Gegensatz zu den Eltern ihrer Freunde viel entspannter. Doch als Lols Hausparty etwas ausufert und Anne noch dazu Lols Tagebuch entdeckt, wird die Mutter-Tochter-Beziehung auf eine harte Probe gestellt. Die Missverständnisse mit Lol sind aber bei weitem nicht Annes einziges Problem: Noch immer hat sie eine Affäre mit ihrem Ex-Mann, Lolas Vater (Thomas Jane), von dem sie sich nicht lösen kann.

Würde man die französische und amerikanische Version von „LOL“ parallel abspulen, wären die Gesichter im Film zwar andere, aber sonst würden einem lediglich kleine Unterschiede zwischen Original und Remake auffallen. Das ist natürlich nicht weiter schlimm, wenn es Regisseurin Lisa Azuelos im Remake genau so gelingt wie im Original, Leichtigkeit und Charme zu transportieren. In der Tat bietet auch das amerikanische „LOL“ wirklich gute Unterhaltung, allerdings funktioniert längst nicht alles, was im französischen Original funktioniert hat. In beiden Versionen wird geflucht, was das Zeug hält. Doch wenn die erwachsene und jugendliche Clique in Paris durch die Gegend schimpft wirkt das bei weitem natürlicher, als wenn die US-Teenager um Miley „Hannah Montana“ Cyrus eine F-Bombe nach der nächsten fallen lassen. Wenn Mutter und Tochter gemeinsam im Auto sitzen und mit herrlich französischem Akzent „You Can’t Always Get what you want“ von den Rolling Stones gröllen, erzielt das eine andere Wirkung, als wenn dasselbe Lied zwei Amerikanerinnen singen. Aus der Klassenfahrt nach England im Original wird im Remake ein Überseeausflug nach Paris. Auch hier wirkt es authentischer und schlüssiger, wenn die französischen Upper Class-Teenager rotzig auf ihre englischen Gasteltern herabblicken als wenn die amerikanischen Teenager sich über die Franzosen lustig machen. Traf die 2008er-Fassung noch punktgenau den Nerv der Zeit mit der Kommunikation über Smartphones, Handychats und Musik aus dem iPod, wurden diese neuen Medien mittlerweile in zig Filmen und Serien eingesetzt und sind einfach nicht mehr der einfallsreichste Aufhänger.

Die Besetzung von Miley Cyrus als Lola dürfte vor allem aus marketingtechnischen Gründen passiert sein. Sie meistert die Rolle des frechen Teenagers zwar wirklich mit Bravour, allerdings werden ihre Fans (und vor allem deren Eltern) sie eher ungern mit Jungs im Bett, zerrissenen Jeans, Zigarette im Mund und Alkoholglas in der Hand sehen wollen. So werden Miley Cyrus-Fans mit dem Film nicht wirklich etwas anfangen können und sich ausgewachsene Zuschauer wiederum nicht ins Kino locken lassen. Demi Moore nimmt man die aufgewühlte, aber liebende Mutter schauspielerisch ab - rein optisch passt ihr geliftetes Hollywood-Gesicht allerdings nicht ganz in die Rolle der lockeren und bodenständigen Architektin. So wirkt der Film trotz netter Momente fast durchgehend so, als hätte man versucht, das Schauspielensemble auf Biegen und Brechen in die vorgegebene Form zu pressen. Wäre Lisa Azuelos vielleicht etwas von ihrem Original abgerückt, hätte „LOL“ eine wirklich liebenswerte Komödie werden können.

Fazit:
Lässt man die Vergleiche zum französischen Original außer Acht und nimmt „LOL“ als eigenständigen Film, so wirkt die Komödie, als hätte sie ein paar Jahre im Giftschrank gelegen. Zwar beweisen Teenie-Filme wie dieser immer wieder aufs Neue, dass sich die Probleme von Jugendlichen über Jahrzehnte nicht wirklich verändert haben und in Frankreich dieselben wie in den USA sind, allerdings wirken gewisse Erzählaspekte in „LOL“ entweder veraltet oder kulturell fehl am Platz.

Wertung:
4/10 Punkte
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