![]() ![]() Rock of Ages OT: Rock of Ages Regie: Adam Shankman Darsteller: Tom Cruise, Bryan Cranston, Malin Akerman, Catherine Zeta-Jones, Julianne Hough, Alec Baldwin, Paul Giamatti, Russell Brand, Will Forte, Diego Boneta Filmstart: 15.06.2012 | Laufzeit: | Komödie-Drama-Musical-Romanze |
Die 80er, Zeit des Rock: Sherrie Christian (Julianne Hough), ein Mächen vom Land, kommt nur mit ein paar Dollar und einem Koffer ausgestattet nach Los Angeles und will den Durchbruch als Sängerin schaffen. Nachdem sie bei ihrer Ankunft gleich überfallen wird, lernt sie Drew Boiley (Diego Boneta) kennen - er arbeitet im legendären Rockclub „Bourbon Room" gemeinsam mit dem durchgeknallten Lonny Barnett (Russell Brand). Da gerade eine Kellnerin gekündigt hat, fackelt Boss Dennis Dupree (Alec Baldwin) nicht lange und stellt Sherrie ein. Er kann auch jede Unterstützung brauchen, denn Rockstar Stacee Jaxx (Tom Cruise) hat angekündigt mit dem letzten Auftritt seiner Band Arsenal im “Bourbon Room” zu gastieren, was den Club finanziell retten könnte. Doch eben jener Auftritt rückt auch die Sittenwächter in Form von Patricia Whitman (Catherine Zeta-Jones) auf den Plan...
Dieses Problem besteht leider auch im Umgang mit Tom Cruise. In den letzten Jahren war Cruise ja immer am besten, wenn er sich vom Heldenimage lösen konnte und auch einmal selbstironisch mit der Erwartung der Fans spielen konnte (das Highlight dieser Experimente bildet sicherlich sein schräger Auftritt in Tropic Thunder). Auch in Rock of Ages soll Cruise nun bewusst ins Extrem gehen und unter anderem auch das eigene Strahlemannimage durch den Kakao ziehen, in dem er als exzessiver Rockstar, der sein ganzes Leben als große Show versteht, aber dabei sein eigenes, privates Ich zu vergessen scheint, natürlich völlig überzeichnet ist. Aber man spürt hier auch immer wieder das Kalkül und teilweise auch die Fußschellen, die ihm die Filmemacher verpasst haben dürften, was dazu führt, dass seine Rolle leider nicht immer die Ausstrahlung hat, die er haben sollte.
Diese inhaltliche Zwiespältigkeit könnte man aber noch verzeihen, wenn der Film wenigstens ansonsten vieles richtig machen würde: Aber eigentlich läuft alles nur auf eine banale “A Star is Born” Variation hinaus, gespickt mit schrägen Nebenfiguren und inszeniert als endlose Ansammlung von Musikstücken. Kohärente Erzählstruktur findet man keine, stattdessen ist Rock of Ages ein reines Flickwerk, das motivationlos Szenen aneinander reiht und auf das Beste hofft. Natürlich muss man hier auch relativieren: Rock of Ages macht innerhalb seiner Möglichkeiten durchaus Spaß, und manche Szenen funktionieren für sich genommen ganz ordentlich. Nur es fügen sich die einzelne Flecken eben nicht zu einem schönen Teppich zusammen, sondern bilden nur ein recht einfallsloses Sammelsurium. Kurz: Kann man sich als Musicalfan ansehen, muss man aber nicht.
Fazit:
Rock of Ages ist ein Musical, bei dem sich die Filmemacher scheinbar nicht entscheiden konnten, was sie eigentlich erreichen wollen. Auf der einen Seite schreibt sich der Film Sex, Drugs & Rock’n’Roll auf die Flagge, auf der anderen Seite bietet er all dies nur in einer weichgespülten Variante um auch ja keine mögliche Zielgruppe zu vertreiben. Hinzu kommt ein sehr zerstückelter Stil, der dazu führt, dass Rock of Ages nur aus Einzelmomente besteht, die sich nie zu einem größeren Ganzen zusammenfügen, sondern nur eine weitere Variante der klassischen “A Star is Born” Geschichte zu erzählen. Über die altbackene Musicalstilisitik, Menschen sich gegenseitig etwas vorsingen zu lassen, nur damit sie nachher tun als wäre nichts gewesen, kann man natürlich auch geteilter Meinung sein. Für Fans des Genres bietet der Film einen soliden Unterhaltungswert, aber man macht auch nichts falsch wenn man Rock of Ages einfach auslässt.
Wertung:
5/10 Punkte

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