Lachsfischen im Jemen (2011)

OT: Salmon Fishing in the Yemen - 107 Minuten - Komödie / Drama / Romanze
Lachsfischen im Jemen (2011)
Kinostart: 17.05.2012
DVD-Start: 18.10.2012 - Blu-ray-Start: 18.10.2012
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Filmkritik zu Lachsfischen im Jemen

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Der neueste Film des schwedischen Regisseurs Lasse Hallström (What's Eating Gilbert Grape, Chocolat) befindet sich irgendwo zwischen Liebeskomödie und Politsatire, möchte sich aber nicht so richtig einordnen. „Lachsfischen im Jemen“ beginnt vielversprechend, pendelt aber schon bald unentwegt zwischen gespielter Ernsthaftigkeit und lockerem Humor. Leider geht hierdurch viel von dem anfänglichen Ton des Films verloren und selbst die ansonsten ausgezeichnete Performance von Ewan McGregor und Emily Blunt kann diesen Verlust nicht mehr kaschieren.

Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor) ist ein international bekannter Lachszüchter und hat sein Leben ganz dem Fischen verschrieben. Als er eines Tages von Mrs. Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) den Auftrag bekommt für den wohlhabenden Scheich ibn Zaidi bani Tihama (Amr Waked), der selbst ein begnadeter Fliegenfischer ist, nordeuropäische Lachse im Jemen anzusiedeln, hält er das Projekt zunächst für ein leichtsinniges Unterfangen. Alfred lässt sich nicht so leicht überzeugen und so arrangiert Harriet ein Treffen mit dem Scheich. Auch dieser versucht Alfred für das Projekt zu begeistern, doch scheint nicht nur seine Sturheit allein die Umsetzung des Projekts zu gefährden...

Die erste Hälfte des Films scheint wie im Flug zu vergehen. Mit britischem Humor und einer feinen Portion Sarkasmus trifft Hallström genau den richtigen Ton und auch das Tempo des Films passt hervorragend. Dies ist aber auch den Schauspielern zu verdanken, denn man merkt einfach, dass die Chemie zwischen McGregor und Blunt stimmt. Sie verkörpern ihre Rollen mit Bravour und beide spielen hier auf höchstem Niveau. Doch nachdem „Lachsfischen im Jemen“ mit humorvoller Leichtigkeit seine Protagonistin und die Ausgangssituation etabliert hat fällt der Fokus fast schlagartig auf die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe ihres Projekts. Die Beziehung zwischen Harriet und Alfred tritt in den Hintergrund und man vermisst schon bald den glatten britischen Sarkasmus, der uns anfänglich doch noch so viel mehr versprochen hat. Schade. So schleichen sich schon mal die ein oder anderen langatmigen Momente ein.

Natürlich weiß man auch schon nach kurzer Zeit welche Richtung der Film einschlagen wird und man wird nur wenig überrascht. Das könnte man ja verzeihen, würden Hallström auf die Beziehung zwischen seinen Charaktere mehr wert legen. Hier scheint aber das Drehbuch von Simon Beaufoy einfach nicht zu fruchten. Ob es da an der Adaption von Paul Tordays Bestsellerroman scheiterte ist schwer zu sagen. Ein kleiner Trost sind vielleicht noch die schier faszinierenden Naturaufnahmen, die Cinematograph Terry Stacey (50/50, Adventureland) in Marocco realisiert hat.

Fazit:
Lachsfischen im Jemen funktioniert zu Beginn ausgezeichnet und mit leichtem britischem Humor scheint der Film den richtigen Ton getroffen zu haben. Doch in der zweiten Hälfte geht all dies verloren. Was uns dann erwartet ist eine seichte und teils langatmige Politsatire, die es in keinem Moment schafft wirklich ernsthaft zu sein. Leider ist das auch das größte Manko an „Lachsfischen im Jemen. Vor allem aber das Zusammenspiel von Ewan McGregor und Emily Blunt macht den Film zumindest sehenswert und man sollte nicht gleich vor einem Kinobesuch zurückschrecken.

Wertung:
6/10 Punkte
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Ø Wertung: 6.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 9
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