Lockout (2012)

OT: Lockout - 95 Minuten - Thriller / Action / SciFi
Lockout (2012)
Kinostart: 11.05.2012
DVD-Start: 05.10.2012 - Blu-ray-Start: 05.10.2012
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Filmkritik zu Lockout

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Die Zeit der coolen Hunde, des Testosteron-Machokinos und der mit lockern Sprüchen garnierten Action scheint schon länger vorbei zu sein. Mit dem Ende der 80er Jahre ging auch die Ära der großen Actionhelden zu Ende und abgesehen von einige B-Filmen und so manchen Ausreissern im Mainstreamfach bekommen Fans des klassischen Ein-Mann-Armee-Actionkinos nur wenig (erträgliches) neues Material zu sehen. Rettung kommt nun mit Guy Pearce von höchst unerwarteter Seite: Der Charakterdarsteller hat sich einiges an Muskelmasse antrainiert um im Gefängnisthriller Lockout ein bisschen Stirb Langsam im Weltall zu spielen. Der Film punktet zwar mit einem unterhaltsamen Ansatz, allerdings wirken alle Elemente etwas zu aufgesetzt und zusammengewürfelt, als dass der Film wirklich begeistern könnte.

2079: Die MS One ist das neueste Hochsicherheitsgefängnis der USA. Warum ist die Anstalt so dermaßen zuverlässig? Ganz einfach: Das Gefängnis ist eine riesige Raumstation im Weltall und die Gefangenen werden im künstlichen Tiefschlaf gehalten. In eben jenes Gefängnis soll der ehemalige CIA Agent Snow (Guy Pearce) verschifft werden, da ihn Secret-Service-Chef Langral (Peter Stormare) für einen Landesverräter und Mörder hält. Doch es soll noch einmal alles anders kommen. Emilie Warnock (Maggie Grace), die Tochter des US-Präsidenten stattet nämlich der MS One einen Besuch ab und will in Gesprächen mit den Insassen klären ob diese Form des Strafvollzugs gegen die Menschenrechte verstößt. Doch bei einem Interview läuft alles schief, der durchgeknallte Hydell (Joseph Gilgun) kann sich und unzählige weitere Gefangene befreien und die Besatzung wird als Geisel gehalten. Nun ist Snow die einzige Hoffnung die Tochter des Präsidenten in Sicherheit zu bringen...

Jeder der mit der Filmgeschichte vertraut ist, wird so manche Déjà-vu-Momente während Lockout erleben. Das Setting erinnert von der Grundidee her frappierend an John Carpenters Klassiker Die Klapperschlange und die zahlreichen Luftschachtabenteuer von Snow lassen unwillkürlich Erinnerung an einen zerschundenen Bruce Willis in Stirb Langsam aufkommen. Allerdings fehlt es Lockout sowohl am druckvollen Spannungsaufbau und Wiedererkennungswert, als auch an Atmosphäre um an die Klassiker heranzukommen. Auch ein durchgehendes Konzept lässt der Film vermissen, sodass man den Eindruck hat, der Film hat sich lediglich an seinen Vorbildern orientiert ohne jedoch selbst einen Punkt zu haben auf den man hinaus will.

So führt es dazu dass recht bald die Fronten geklärt sind: Auf der einen Seite sind die Verbrecher, auf der anderen die “Guten” und gemäß des Maulwurfplots, der noch in die Geschichte gepresst wurde, muss natürlich einer der Guten noch böse sein - und da die offensichtliche Lösung in der Regel wegfällt ist der heimliche Bösewicht auch schnell ausgemacht. Gut und Böse befinden sich in Folge in einer Pattsituation und lediglich Actionhero Snow ist die einzige treibende Kraft, die überhaupt irgendetwas in der Geschichte bewegt. Da man aber stellenweise das Gefühl hat, dass die Gefangenen nur darauf warten überwältigt zu werden, will keine richtige Spannung aufkommen.

Dieser Mangel mag aber auch in der allzu simplen Charakterzeichnung liegen. Guy Pearce spielt einen absolut unnahbaren Heroen, der immer einen flapsigen Spruch auf den Lippen hat und alleine durch seine stete verbale Coolness dafür sorgt, dass man in jeder Sekunde das Gefühl hat, dass er alles unter Kontrolle hat und absolut nichts und niemand eine Bedrohung darstellt. Und da hat es schon höchst kalkulierten Charakter wenn die Frau, die er beschützen will genau das Gegenteil des draufgängerischen Zynikers ist und stets versucht die Welt zu verbessern. Überhaupt erkennt man in jeder Figur und auch schon fast in jedem Gegenstand und Set ein weiteres präzises Zahnrad, das genau dafür da ist den Plot ein Stückchen weiter in die gewünschte Richtung zu drehen. Nichts ergibt sich organisch, alles muss herbeikonstruiert werden und alleine auf Grund dieses fundamentalen Mangels ist es Lockout auch nie möglich so richtig zu überzeugen.

Warum kann man sich den Film aber dennoch ansehen? Dies liegt eigentlich einzig und alleine an der recht launigen Darstellung von Guy Pearce, dessen übercooler Auftritt zwar jede Spannung im Keim erstickt, aber eben gleichzeitig auch für hohen Unterhaltungswert sorgt. Seine Rettungsaktion weckt Erinnerungen an längst vergangene Zeiten im Actionfach und der stes lockere Fluss sorgt für einen kurzweiligen Film. Natürlich hat Lockout dabei den Charakter eines B-Movies, aber ab und zu macht es auch Spaß sich einen Film dieser Art anzusehen, so lange er zumindest irgendetwas zu bieten hat: Im Fall von Lockout ist dieses Etwas eben der coole Auftritt von Guy Pearce als abgebrühtes Plappermaul. Wer sich mehr erwartet ist definitiv im falschen Film.

Fazit:
Lockout ist ein recht simpel gestrickter Film, der über so manches gröberes Problem stolpert: Zahlreiche Elemente des Films wirken aus Klassikern des Genres abgekupfert, andere Elemente wirken völlig kalkuliert und dienen nur dazu um den Plot voranzuschieben und so richtig Spannung will nicht aufkommen. Allerdings können Fans von knackiger 80er Jahre Action, die über einen gewissen B-Movie-Flair hinwegsehen können, dennoch einen Blick riskieren. Denn Guy Pearce sorgt als cooler Actionhero mit Plappermaul durchaus für einen recht soliden Unterhaltungswert und wer auf der Suche nach einem schnellen Actionfilm für zwischendurch ist, könnte damit schon zufrieden sein. Alle die sich mehr erwarten werden mit Lockout aber wohl nicht glücklich werden.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 5.4/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 7
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