The Lucky One - Für immer der Deine (2012)

OT: The Lucky One - 101 Minuten - Drama
The Lucky One - Für immer der Deine (2012)
Kinostart: 27.04.2012
DVD-Start: 31.08.2012 - Blu-ray-Start: 31.08.2012
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Filmkritik zu The Lucky One - Für immer der Deine

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Moralisch, idyllisch, kitschig – so lassen sich die Romane des US-Autors Nicholas Sparks wohl am Besten umschreiben. Mit „Message in a Bottle“ 1999 mit Kevin Costner in der Hauptrolle nahmen die Verfilmungen von Sparks Romanen ihren Anfang. Seither fanden „Wie ein einziger Tag“, „Nur mit dir - A Walk to Remember“,  „Das Lächeln der Sterne“, „Das Leuchten der Stille“ und „Mit dir an meiner Seite“ recht erfolgreich (zumindest bei der Zielgruppe) ihren Weg auf die Leinwand und lassen schon aufgrund ihrer Titel Ähnlichkeiten mit den Rosamunde Pilcher - Stoffen anmuten. Hier reiht sich „The Lucky One“ nahtlos ein. Die Vorlage liefert wie alle Sparks-Romane die folgenden essentiellen Attribute für eine Verfilmung: gutaussehende Protagonisten, schöne Landschaftsaufnahmen und einen Appell für die wahre Liebe. Regisseur Scott Hicks arbeitet genau das ab und unternimmt erst gar nicht den Versuch, dem Stoff etwas Tiefe zu verleihen.

U.S.-Marine Logan Thibault (Zac Efron) kehrt von seinem Einsatz im Irak zurück, bei dem er einige Male nur knapp am Tod vorbeischrammte. Doch er hatte einen Glücksbringer: ein Foto von einer unbekannten Frau, das er zufällig bei einem Einsatz im Sand entdeckt hat. Nach seiner Rückkehr macht er sich nun auf die Suche nach der schönen Fremden und findet sie tatsächlich. Ihr Name ist Beth (Taylor Schilling), sie hat einen Sohn (Ryley Thomas Stewart) und betreibt gemeinsam mit ihrer Großmutter Nana (Blythe Danner) eine Hundezucht. Logan nimmt einen Job als Hilfsarbeiter bei Nana an, um Beth kennen zu lernen, die ihm anfangs eher misstrauisch gegenüber steht. Doch bald bahnt sich eine Romanze zwischen ihnen an, die von Beths Erinnerung durch ihren im Irak verstorbenen Bruder und ihren eifersüchtigen Ex-Mann Keith (Jay R. Ferguson) immer wieder auf die Probe gestellt wird.

Zac Efron ist sein jungenhaftes Aussehen aus „High School Musical“ nun endgültig los und braucht sich als US-Marine auch neben Muskelmann Channing Tatum, der in „Das Leuchten der Stille“ den sanftmütigen Soldaten gab, nicht zu verstecken. Auch darstellerisch nimmt man ihm den gutmütigen, intelligenten, vielseitig talentierten und vor allem verliebten Kerl ab. Mehr Tiefe wäre wünschenswert gewesen, aber die ist aus der Figur auch für den vielseitig begabten Efron nicht rauszuholen. Der Protagonist ist schon von Autor Nicholas Sparks so angelegt, dass er zu jedem Zeitpunkt so agiert, wie (zumindest nach stereotypen Annahmen) die Frauenwelt ihn gern haben würde und noch dazu ist er immer dann zur Stelle, wenn das schwache Geschlecht in Not ist. Mit diesem Kalkül zieht auch Regisseur Scott Hicks in seiner Inszenierung gleichsam mit, aber das ist nur allzu durchschaubar. In helle Sonnenstrahlen getaucht erscheint er stets wie der weiße Ritter, auf den man (oder besser: frau) ihr Leben lang wartet – unterstrichen wird dies noch durch die schmachtenden Blicke der weiblichen Hauptfigur und den fast selbstverständliche Soundtrack mit Kuschelrock-Nummern. Doch die Herzen der Zuseher muss man nicht automatisch berühren, wenn man sich an die bewährte Formel hält. Da helfen nicht einmal viele und vor allem lang ausgedehnte Sex- und Kussszenen. In Michel Gondrys „Vergissmeinnicht“ lassen sich die Protagonisten ihre einstmals große Liebe aus dem Gehirn löschen, in Yann Samuells „Liebe mich, wenn du traust“ betonieren sich zwei Liebende gemeinsam ein - und trotzdem berühren diese verrückten und ganz und gar lebensfernen Versionen von Liebesfilmen zu jedem Zeitpunkt mehr als „The Lucky One“, weil die Emotionen dort viel greifbarer sind.

Den ein oder anderen schönen Moment kann man auch „The Lucky One“ nicht absprechen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Umgebung von Hampton wirklich bestechend schön fotografiert ist. Und mindestens genau so schön sind auch die Darsteller, doch unter dieser (wirklich hübsch anzusehenden) Oberfläche gibt es leider sehr wenig zu entdecken. Wer Nicholas Sparks nichts abgewinnen kann, wird sich auch von diesem Film nicht umstimmen lassen. Kitschliebhaber werden zufriedenstellend versorgt – auch wenn dem Film Herz und Seele fehlen.

Fazit:
Scott Hicks holt genau das aus dem Film raus, was die Vorlage von Nicholas Sparks hergibt. Hätte er sich vielleicht nur ein bisschen von der altbewährten Formel abgewandt, hätte „The Lucky One“ vielleicht am Ende sogar so etwas wie emotionale Tiefe gehabt. Nicholas Sparks hat noch so einige Romane für die Leinwand zu bieten – bleibt also abzuwarten, welchem Regisseur dieses Kunststück gelingt...

Wertung:
4/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 4.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 6
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Liste von mari
Erstellt: 21.01.2016