A History of Violence

OT: - 96 Minuten - Thriller / Drama
A History of Violence
Kinostart: 13.10.2005
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: 24.05.2013
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Filmkritik zu A History of Violence

Von am

 

Jeder der mit David Cronenbergs Arbeiten vertraut ist wird wissen dass A History of Violence kein gewöhnlicher Thriller ist. Doch der kanadische Regisseur hat sich für sein neustes Werk deutlich eingebremst. A History of Violence erweist sich als, für seine Verhältnisse, außerordentlich gewöhnlich. Der Regieextremist dürfte eingesehen haben das weniger häufig mehr ist, doch die Adaption seines Stils erfolgt für A History of Violence an der falschen Stelle: An der Story.

 

Tom Stall (Viggo Mortensen) ist ein gewöhnlicher Mann irgendwo in einer Kleinstadt in Indiana. Ihm gehört ein kleiner Coffee-Shop und seine Frau Edie (Maria Bello) liebt ihn genauso wie seine beiden Kinder Jack (Ashton Holmes) und Sarah (Heidi Hayes). Eines Tages kommen zwei gesuchte Mörder in die Kleinstadt und wollen Toms Laden überfallen. In Notwehr tötet er beide und wird von der Presse als Held gefeiert. Doch die Nachrichten die über ihn im ganzen Land gesendet werden bleiben nicht ungesehen. Bald schon taucht der mysteriöse Mafiaboss Carl Fogarty (Ed Harris) in der Stadt auf und behauptet Tom unter dem Namen Joey Cusack von früher zu kennen. Zu Beginn denkt sich die Familie doch nichts, doch nach und nach beginnt sich Edie zu fragen wie ihr Mann zwei gesuchte Mörder so leicht zur Strecke bringen konnte...

 

David Cronenbergs Thriller A History of Violence hat seinen Namen nicht umsonst. Die Gewaltszenen des Films werden von Cronenberg geschickt in ruhigen Augenblicken eingebaut und schocken den Zuseher deshalb zusätzlich. Hinzu kommt das der Regievirtuose genau in den Momenten in denen im Kino normal weggeblendet wird auf Großaufnahme umsteigt. Dadurch ergibt sich ein außerordentlich abgerundetes Bild dieser Ballade der Gewalt die wenigstens ihre Geschichte konsequent zu Ende erzählt.

 

Cronenberg liebt das Spiel mit verschiedenen Identitäten. So wird es keinen Zuseher verwundern das Tom wirklich früher einmal bei der Mafia war und nun eine alte Rechnung begleichen muss. Er hat sein altes Leben abgelegt und sich als das ruhende Böse im Vorstadtamerika zurückgezogen. Tom hat den Joey Cusack in sich getötet, doch dieser lebte in ihm fort und wartete nur bis er sich wieder zeigen darf. Dieser Joey Cusack kommt genau in den oben angesprochenen fast surrealen Bildern der Gewalt hervor. Am Ende wird sich der Zuseher fragen welche Persönlichkeit aus der Schlacht zurückgekehrt ist: Joey Cusack oder Tom Stall.

 

Doch leider steckt hinter der virtuosen Inszenierung von A History of Violence eine viel zu einfach gestrickte Handlung in der Tom den unverwundbaren Superhelden mimt. Spätestens als er das Haus seines Mafiosi Bruder Richie Cusack (William Hurt) im Alleingang niederstreckt fragt sich der Zuseher ob er hier die Realität oder nur eine Fiktion sieht. Und genau an diesem Punkt sind wir wieder bei Cronenbergs traditionellem Spiel mit der Realität. Joey Cusack ist real, auch wenn weder wir noch Tom es wahr haben wollen.

 

Schauspielerisch kann man an dem Film gar nichts bemängeln. Allen voran trägt Viggo Mortensen souverän durch den Film. Nach seiner Rolle des Aragorn in der Her der Ringe Trilogie darf er hier erneut glänzen und unterstreicht dass er sich eindeutig am aufsteigenden Ast der Schauspielwelt befindet. Ed Harris überzeugt erneut in der Rolle als vom Wahnsinn zerfressener Racheengel. Die Rolle des intelligenten aber bösen Gegenparts dürfte ihm wie auf dem Leib geschrieben sein, denn er liefert auch in A History of Violence eine Glanzvorstellung ab die sich leicht auf ein Niveau mit seinen Meisterstücken aus der Truman Show oder A Beautiful Mind stellen. Eine körperlich herausfordernde Rolle muss Maria Bello spielen und schafft sie mit Bravour. David Cronenberg baute einige Sexeinlagen ein darunter eine sehr animalische Einlage auf dem Treppenansatz, doch nicht nur in diesen schwierigen horizontaleinlagen kann Maria Bello gefallen. Sie spielt die liebende Hausfrau genauso selbstverständlich wie die zweifelnde Skeptikerin die herausfinden will wie die Vergangenheit ihres Mannes wirklich aussieht. Gegen Ende kommt dann noch der schauspielerisch ausgefeilteste Part ins Spiel: William Hurt spielt seine Rolle stets an der Grenze zum Overacting, schafft den Drahtseilakt aber glänzend. Insgesamt hat das ganze Ensemble auf ganzer Linie überzeugt und schafft es den Film durchwegs auf hohem Niveau zu spielen.

 

Am Ende des Films wird der Zuseher wohl etwas gespalten sein. Zwar beeindruckt die virtuose und konsequente Inszenierung Cronenbergs, allerdings hätte man sich gegenüber seines Hauptdarsteller auch etwas mehr Konsequenz gewünscht. Der nächste Kritikpunkt ist die viel zu einfache Story. Hier hätte etwas mehr Komplexität gut getan. Doch trotz allen Missständen muss man sagen das David Cronenberg einfach das beste aus dieser Story herausgeholt hat. Insgesamt überzeugt A History of Violence am Ende doch.

 

Fazit:

Trotz konventioneller Story ein spannendes Kinoerlebnis dank David Cronenberg!

 

Wertung:

7,8/10 Punkte

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Ø Wertung: 8.2/10 | Kritiken: 2 | Wertungen: 34
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