Superbad

OT: -  114 Minuten -  Komödie
Superbad
Kinostart: 05.10.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Superbad

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Um es gleich von Anfang an klar zu machen: Es ist einfach sehr schön, dass es Judd Apatow und sein Kreativteam gibt, denn ansonsten würde es sehr düster in der Komödienschiene Hollywoods aussehen. Es ist schon beinahe zum Weinen, wie man das Publikum mit Nullnummern á la Norbit und Fantastic Movie auf die Probe stellt. Doch innerhalb diesen Debakels schafften es Apatow und sein Team, etwas Besonderes zu erschaffen. Etwas, wofür man als Zuseher gerne ins Kino geht, und vor allem von dem man als Kritiker mit Stolz sagen kann: "Seht es euch an, es ist wirklich lustig!".

Judd Apatow zeigte sich selbst als Drehbuchautor und Regisseur, für die Highlights Jungfrau (40), männlich, sucht... und Beim ersten Mal verantwortlich und ist somit der momentan wohl größte Kreativkopf der Truppe. Für den hier besprochenen Superbad zieht sich Apatow allerdings etwas zurück und überlässt anderen den Vortritt. Seth Rogen, der unter anderem die Hauptrolle in Apatows Beim Ersten Mal spielte, verfasste gemeinsam mit seinem Schulfreund Adam Goldberg das Drehbuch zu Superbad und inszenieren durfte TV-Regisseur Greg Mottola, der durch die Zusammenarbeit bei der Serie Undeclared ebefalls zur Truppe rund um Apatow gehört. Eben dieser Zusammenhalt in der kreativen Truppe ist es auch, der jeden ihrer Filme zu etwas Besonderem werden lässt.

Das Ende der Highschool nähert sich mit großen Schritten. Die beiden Freunde Seth (Jonah Hill) und Evan (Michael Cera) sehen ihrem Abschluss mit Wehmut entgegen. Die beiden werden nämlich auf unterschiedliche Colleges gehen, und somit werden sich ihre Wege trennen. Außerdem hat Evan Seth noch nicht gesagt, dass er mit dem dritten Freund der Clique Fogell (Christopher Mintz-Plasse) zusammenwohnen wird. Weiters haben alle drei noch keine sexuellen Erfahrungen sammeln können, was sie schnellstens noch nachholen möchten, bevor sie aufs College kommen.

Überraschenderweise wird die Nerd-Truppe jedoch zur Party bei der schönen Jules (Emma Stone) eingeladen, auf die Seth bereits ein Auge geworfen hat. Auch Evans Schwarm Becca (Martha McIsaac) wird dort sein, und um dem Ganzen noch eins drauf zu setzen, haben sie angekündigt, für die gesamte minderjährige Party-Belegschaft Alkohol zu besorgen. Zum Glück hat sich Fogell einen gefälschten Ausweis besorgt, und so kann die Mission beginnen. Doch als sie schließlich losziehen, um den Alkohol zu kaufen, läuft nichts so wie geplant: Das Geschäft, in dem Fogell bereits mit den Getränken an der Kassa steht, wird überfallen, Fogell wird niedergeschlagen, und nun muss er versuchen, die beiden Polizisten Michaels (Seth Rogen) und Slater (Bill Hader) davon zu überzeugen, dass sein Name, wie sein Ausweis behauptet ,wirklich McLovin, ohne Vorname, ist. Doch auch bei Seth und Evan geht es drunter und drüber...

Superbad verschwendet nicht viel Zeit darauf, eine wirklich gefinkelte Story zu erzählen oder gar die Charaktere auszuarbeiten. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: Superbad erzählt nämlich gar keine wirkliche Geschichte, viel mehr ist es ein reiner Statusbericht aus dem Leben der Teenager und beschränkt sich darauf einen Gag an den anderen zu hängen. Dies ist jedoch nicht als negativ zu bezeichnen, da so erreicht wird, dass Superbad ungemein kurzweilig und unterhaltsam bleibt. Und vor allem ist dieser Weg als gelungen zu bezeichnen, da man es schafft, den roten Faden immer fließen zu lassen.

Holprige Phasen oder gar Durchhänger gibt es nicht. Dies wird dadurch gewährleistet, dass das Trio immer durch zusammenhängende Gags durch den Film bugsiert wird und somit, obwohl keine Geschichte im herkömmlichen Sinn vorhanden ist, eine kohärente Struktur erschaffen wird. Als Beispiel sei hier Fogells Ausweis erwähnt, den er zuerst bekommt, wobei er von seinen Freunden dafür kritisiert wird, dass er einen so dümmlichen Namen gewählt hat. Danach beginnt die etwas längere Episode, in der man den Alkohol besorgen will, und schließlich folgt die Überfallszene, die schließlich dazu führt, dass sich Fogell vor den Polizisten verantworten muss, die seinen Namen jedoch so cool finden, dass sie mit ihm losziehen und sich gemeinsam mit "McLovin" amüsieren wollen.

Superbad ist als Ganzes auf diese Weise aufgebaut und verknüpft sich nur durch Gags, was dem Spaßfaktor sehr gut tut. Auch wurde wieder der Ansatz aus Beim ersten Mal aufgegriffen, der den ansonsten nur als Sidekick verwendeten Nerd zum Hauptdarsteller des Films macht. Das Trio Jonah Hill, Michael Cera und Christopher Mintz-Plasse sind dabei die "Helden", die davon träumen, der Fehler einer betrunkenen Frau zu werden. Besonders Jonah Hill, der auch in Beim ersten Mal einen kurzen Auftritt hatte, sorgt dabei alleine schon durch sein urkomisches Erscheinungsbild für viele Lacher. Auch Seth Rogen, der die Hauptrolle in Beim ersten Mal spielte, ist wieder in einer unterhaltsamen Nebenrolle als etwas "untypischer" Polizist zu sehen.

Superbad schafft es dabei, einen wirklich derben Humor rund um Alkohol, Drogen und Sex so aufzubereiten, dass das Gesamtpaket dennoch charmant wirkt. Es ist einfach dieser spezielle Ton, den die Apatow-Filme (und die Filme seiner Truppe) so richtig treffen, und das ist es eigentlich auch, was sie vom Rest der Komödien abhebt. Der Humor ist zwar derb und weit unter der Gürtellinie angesiedelt, aber Superbad bereitet ihn immer so auf, dass man das Gezeigte einfach witzig finden muss. Aber obwohl der Humor wesentlich besser als bei Kollegen wie Fantastic Movie, aufbereitet wird, ist der Film dennoch nichts für alle, die generell nichts mit Humor der derberen Sorte anfangen.

Vielleicht ist Beim ersten Mal insgesamt eine Nummer besser, aber dennoch ist Superbad definitiv auch eine sehr gelungene Komödie, die das Herz am rechten Fleck hat und die vor allem immer den richtigen Ton trifft. Einzig die Episode mit den Polizisten wirkt trotz eines absolut großartigen Seth Rogen etwas überzogen und nicht ganz so stimmig, wenngleich sie auch für gute Unterhaltung sorgt. So gesehen ist Superbad eine kurzweilige und witzige Komödie, die für Freunde von American Pie ein Pflichttermin ist.

Fazit:
Superbad schlägt absolut in die selbe Kerbe wie Beim ersten Mal, dem Vorgänger der Truppe rund um Judd Apatow. Beim ersten Mal ist vielleicht noch eine Prise besser, dies wirkt sich allerdings nicht wirklich negativ aus, denn Superbad sorgt für einen unterhaltsamen Abend voll mit derbem Humor, der immer den richtigen Ton trifft. Jeder, der mit American Pie seine Freude hat, wird auch Spaß mit Superbad haben. Und mehr als einen unterhaltsamen Abend hat sich auch niemand von diesem Film erwartet.

Wertung:
8/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 23
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