Odette Toulemonde

OT: -  100 Minuten -  Romantik / Komödie
Odette Toulemonde
Kinostart: 01.11.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Odette Toulemonde

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Eric-Emmanuel Schmitt, Autor von Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, versucht sich nun zum ersten Mal in seiner Karriere als Regisseur. Nachdem er also sowohl die Literatur als auch das Theater künstlerisch belieferte, ist das Kino an der Reihe. Über 900.000 Besucher konnte er mit seinem Erstling in die französischen Kinos locken und so wurde Odette Toulemonde zu einem der Überraschungshits der Saison. Mit viel Liebe zum Detail, Humor und vor allem mit dem Herz am rechten Fleck ist der Film auch wahrlich Balsam für die Seele. Auch wenn einige Schwächen einen großen Film verhindern.

Odette Toulemonde (Catherine Frot) lebt als Witwe gemeinsam mit ihrem homosexuellen Sohn (Fabrice Murgia), ihrer immer schlecht gelaunten Tochter (Nina Drecq) und deren etwas heruntergekommenen Freund (Nicolas Buysse) in einer relativ kleinen Wohnung. Auch beruflich ist Odette nicht gerade ein Gipfelstürmer. Im Kaufhaus, in dem sie arbeitet, sind alle Angestellten gerade den Abteilungen zugeteilt, in denen sie sich nicht wohl fühlen. So ist auch Odette als begeisterte Leserin in der Kosmetikabteilung, in der sie im Grunde keine Ahnung hat, da sie sich selbst nicht schminkt.

Dennoch lässt sich Odette nicht unterkriegen. Nach dem Tod ihres Mannes fiel sie in eine persönliche Krise, aber als sie die Bücher des eher mäßigen, aber berühmten Schriftstellers Balthazar Balsan (Albert Dupontel) entdeckte, kam sie zurück auf den richtigen Weg. Sie lernte das Leben wieder zu lieben und sah ab diesem Zeitpunkt alles etwas lockerer. Doch eben dieser Balthazar Balsan, der Odette das Leben erleichterte, steckt nun selbst in einer tiefen Krise. Die Kritiker vernichten ihn, das Publikum läuft ihm langsam davon und seine Frau betrügt ihn gerade mit seinem größten Gegner. Am Tiefpunkt angelangt, als er schon sein Leben wegwerfen will, erhät er einen Brief von Odette, die ihm beschreibt, wie wichtig er für sie ist. Kurzerhand beschließt er, seinem größten Fan einen Besuch abzustatten...

Es ist schön über einen Film eines schreiben zu können: Dieser Film hat Herz. Technische Perfektion, gigantische Sets usw., all das kann man mit Geld heranschaffen, aber die wirklich guten Filme unterscheiden sich von den mäßigen immer noch durch das gewisse Etwas, das bewirkt, dass man als Zuseher von den Charakteren magisch angezogen wird. Und dieses Gefühl erzeugt Odette Toulemonde von Anfang an. Es ist einfach diese Leichtigkeit, mit der die Geschichte vorangebracht wird, und der in jeder Szene erkennbare Charme, der dem Zuseher das Herz erwärmt.

Dabei ist Odette Toulemonde grundsätzlich eine relativ gewöhnliche romantische Komödie, aber Eric-Emmanuel Schmitt inszeniert die Geschichte sehr märchenhaft. Dies beginnt bei der grundlegenden Ausgangslage des Films, die schon an sich an eine Fabel erinnert: Da ist die bodenständige, aber liebenswerte Prinzessin im bürgerlichen Gewand, die schließlich aus der Masse an anderen Frauen von ihrem Traumprinzen ausgewählt wird. Doch nicht nur die Geschichte, sondern auch die Visualisierung erinnert sehr an ein Märchen. So hebt Odette des Öfteren ab und schwebt im Folgenden durch das Bild.

Das wahre Herzstück des Films sind allerdings seine unheimlich sympathischen Charaktere. Im Zentrum steht selbstverständlich die titelgebende Odette Toulemonde, die man einfach lieben muss. Sie erfrischt nicht nur das Leben des Schriftstellers Balsan, sodern schafft es vor allem, auch das Publikum zu ergreifen. Neben ihr werden viele Nebenfiguren eingebaut, die einen kleinen Mikrokosmos im filmischen Universum bilden. Das sind neben ihrer unmittelbaren Familie und dem bei ihnen lebenden Freund von Odettes Tochter vor allem die Nachbarn und die skurrile Figur des Jesus, der offenbar nur in Odettes Kopf existiert. Nicht zu vergessen natürlich auch die zweite Hauptfigur Balthazar Balsan, dem von Odette der Kopf verdreht wird.

Dies alles ergibt ein ausgesprochen sympathisches Bild von einem Film, der nur ein Problem hat: Durch seinen märchenhaften Charakter und dadurch dass eigentlich beinahe alle auftretenden Figuren sympathisch sind und somit kein Konfliktpotential vorhanden ist, ergibt sich ein beinahe schon zu süßlicher Eindruck, der einen oberflächlichen Geschmack zurücklässt. Dennoch ist Odette Toulemonde ein wirklich gelungener Film, der sympahtisch und ergreifend ist und den Zuseher von Anfang an in seinen Bann zieht. Für Freunde des französischen Films im Stil eines Die fabelhafte Welt der Amélie mit Sicherheit einen Blick wert.

Fazit:
Odette Toulemonde ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein sehr märchenhafter Film, der durch seine sympathischen Charaktere und seine herzergreifende Geschichte einfach Spaß macht. Dass dabei kein wirklich großartiger Film herausgekommen ist, liegt vor allem daran, dass Odette Toulemonde durch seine zu oft eingesetzten "Flugszenen" und die manchmal zu kitschigen Tanznummern einen schon zu süßlichen Eindruck hinterlässt. Jetzt aber genug mit der Nörgelei, denn insgesamt gesehen ist Odette Toulemonde ein charmanter Film, der das Herz am rechten Fleck hat.

Wertung:
6/10 Punkte

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Ø Wertung: 6.3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 3
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