The Task (2011)

OT: The Task - 90 Minuten - Horror
The Task (2011)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 25.11.2011 - Blu-ray-Start: 25.11.2011
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Filmkritik zu The Task

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Reality TV ist spätestens seit Big Brother Daily Business – sowohl im Fernsehen, als auch im Kino. Eine gewisse Faszination hat das Format, immerhin begeben sich Menschen freiwillig in die Situation, ständig und überall überwacht, gefilmt und abgehört zu werden, Intimstes wird nach außen gestülpt und kaum etwas bleibt verborgen. Während im Genre Horror momentan, bzw. seit The Blair Witch Project, Found Footage zum Daily Business geworden ist, versucht es The Task mit dem großen Bruder.

Eine bunt zusammengemixte Truppe findet sich nach einem Casting für eine noch unbenannte Reality TV Show in einem verlassenen Gefängnis wieder. Bis auf die Tatsache, dass sich alle für das neue Format via Videointerview beworben haben, scheinen sie keine Gemeinsamkeiten aufzuweisen. Die Vorgabe des Filmteams ist leicht: wer es eine ganze Nacht in dem alten Kerker aushält, der Gerüchten zufolge  immer noch von dem Geist des irren Wärters heimgesucht wird, darf sich über eine Siegerprämie mit einer mehrstelligen Summe freuen. Selbstverständlich muss jeder Einzelne verschiedene Aufgaben (also Tasks) erfüllen, um im Spiel zu bleiben. Und selbstverständlich war es kein Zufall, dass alle Kandidaten im Casting zugeben mussten, was ihre tiefsten und verborgenen Ängste sind. Was sich zu Beginn als eine kranke Formatidee für das Privatfernsehen zeigt, gerät langsam aber sicher außer Kontrolle. Kameras fallen aus, Techniker kehren von ihren Rundgängen nicht mehr zurück und immer wieder taucht eine eigenartige Gestalt im Dunkeln auf, die dem echten, bereits verstorbenen Gefägniswärter verdammt ähnlich sieht. Nicht nur Big Brother is watching you...
 
Relativ selten schaffen es wirklich gute Horrorfilme nicht ins (europäische) Kino. Kaum ein Genre, wie das des Horrors, muss jedes Mal aufs Neue um seine Berechtigung kämpfen, teilweise sicherlich weil es unzählige Beispiele für wirklich verdorbene, widerliche und unnötige Filme gibt, aber wahrscheinlich vor allem auch deswegen, weil guter Horror innerhalb gewisser Grenzen bleiben muss, um überhaupt einen Verleiher, geschweige denn Zuschauer zu finden und gleichsam gewisse Grenzen brechen muss, um nicht als langweilig abgestempelt zu werden.

The Task ist so ein Film. Einerseits startete er im Jänner 2011 mit einem bereits von Anfang an festgesetzten Spiellimit in den USA, andererseits kam er nur in Deutschland als deutsche Synchronisation in ausgewählte Videotheken und Läden. Auf den ersten, oberflächlichen Blick vollkommen unverständlich, denn vor allem inhaltlich überzeugt der Film, der stellenweise an Saw, The Blair Witch Project, aber auch Scream erinnert. Die Geschichte der vollkommen kranken Idee einer ziemlich kontroversen TV Show funktioniert spätestens nach den ersten 20 Minuten, als man feststellen muss, dass einer der gecasteten Jugendlichen in Wirklichkeit zum Filmteam gehört und quasi als Wanze mit eingeschleust wurde. Dieser fast schon nebensächliche Plotpoint im Drehbuch, lässt im Zuschauer ein ungutes Gefühl voller Misstrauen entstehen, welches dazu führt, sämtliche Charaktere in Frage zu stellen, sich immer wieder zu erinnern, dass der- oder diejenige vielleicht die Angst nur spielt und möglicherweise zu den Drahtziehern hinter den Kameras gehört – ein Mindfuck, den man nur selten in Filmen derart passend wiederfindet.

Der Zweifel steigert sich im Laufe des Films, als die Gestalt des irren Wärtergeistes auftaucht, welcher weder vom Filmteam geplant war, noch ein richtiger Geist zu sein scheint. Während man als Zuschauer nun zwischen „ja, das ist ein Geist, der Film wird übersinnlich“ und „nein, das ist wirklich der Wärter, er ist nur nie gestorben“ oder „nein, das ist einfach wieder irgendein gecasteter Statist, der so tut als würde er Leute umbringen“ schwankt, beginnt nun auch noch das Fernsehproduktionsteam sich gegenseitig zu verdächtigen – die besten Voraussetzungen also für ein spannendes Rätselraten inklusiver zig Verwirrungen und Unterstellungen.

Leider reicht in diesem Fall der Inhalt und das starke Drehbuch nicht. Die stellenweise wirklich auffällig untalentierten No- Name Schauspieler, sowie das sichtlich begrenzte Filmbudget, reißen die gesamte Produktion traurigerweise nicht aus ihrem Billigmovie- Anzug. Eine ausgezeichnet gute, gruselige, staubig dreckige, dunkle Location nutzt leider nur wenig, wenn die Silikondarstellerin darin schreiend herumhüpft wie ein aufgescheuchtes Hähnchen bei seinem ersten Besuch bei Kentucky Fried Chicken. Die intelligent aufgezogene, ausgeklügelte Aufgabenstellung mitten in der unheimlichen Gefängniskapelle genügt für einen richtigen Schocker nicht, wenn der Vorzeigehomo mit blondierten Haaren eine Performance ablegt, die Schwarzenegger in Spitzenunterhöschen männlicher und maskuliner abgeben hätte können. Selten aber doch finden wir bei The Task das Phänomen: Innen hui, außen pfui!

Fazit:
The Task überzeugt durch seine starke Story und seine verworrenen Mindfucks, die den Zuschauer mehr als nur einmal dazu bringen, sein ganzes Konzept in Punkto Rätselauflösung zu überwerfen und vollkommen neu zu überdenken. Leider steckt diese Story in einem billigen Korsett eines viel zu eng geschnürten Budgets und eines viel zu schlecht entschiedenen Castings, welches bitter in Erinnerung bleibt. Wer sich dennoch von schlechten Schauspielern und eigenwilligen Charakterskizzierungen nicht abschrecken lässt, findet in The Task einen ausgezeichneten Rätselhorror, der unbedingt mit mehr Budget, bekannteren Schauspielern und einem erfahreneren Regisseur neu abgedreht werden sollte!
 
Wertung:
6/10 Punkte
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