Die Vorahnung

OT: -  97 Minuten -  Mystery / Thriller
Die Vorahnung
Kinostart: 12.10.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Die Vorahnung

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Mystery-Kino ist beliebt. Seit Regisseur M. Night Shyamalan einen denkbar gebeutelten Bruce Willis mit einem Kind, das tote Menschen sehen kann durch sein Meisterstück The Sixth Sence führte und damit knapp 673 Millionen an den Kinokassen holte, wurden die Produzenten hellhörig. Doch dabei scheint man vergessen zu haben, dass man Kreativität nicht erzwingen kann, und so haben es viele künstlerische Tiefschläge wie zum Beispiel Hide and Seek auf die große Leinwand geschafft. Solange das Mysterygenre aber genug einspielt, wird sich dies wohl auch nicht ändern, und so können wir ab Mitte Oktober den nächsten Streich im Kino begutachten: Die Vorahnung strotzt nur so vor Logiklöchern, verfängt sich in seiner eigenen Erzählweise und serviert am Ende eine möglichst süßliche Auflösung. Überraschend ist allerdings dass Die Vorahnung dennoch bedingt unterhaltsam bleibt.

Linda Hanson (Sandra Bullock) bringt wie gewohnt ihre Kinder zur Schule, und als sie nach Hause kommt, bekommt sie die tragische Nachricht überbracht, dass ihr geliebter Mann Jim (Julian McMahon) am Vortag bei einem Autounfall gestorben ist. Am Abend überbringt sie ihren beiden Töchtern die schlimme Nachricht und fällt schließlich am Boden zerstört ins Bett. Als sie am nächsten Tag aufwacht, liegt Jim neben ihr und die Zeit scheint sich einige Tage zurückbewegt zu haben. Zunächst schiebt sie alles auf einen schlechten Traum, doch als sie am nächsten Morgen aufwacht, befindet sie sich wieder in der Zeit nachdem Jim gestorben ist. Nun muss sie herausfinden was eigentlich los ist. Wird sie langsam verrückt, oder sind diese Zeitsprünge wirklich ein Ausblick auf die Zukunft?

Die Vorahnung beginnt zunächst sogar überraschend stimmig und lässt den Zuseher auf ein hochwertiges Verwirrspiel hoffen. Man ist ganz auf der Seite von Sandra Bullock, die eine solide Vorstellung abliefert, und schwebt völlig im Unklaren. Besonders im ersten Drittel des Films können die Filmemacher so das Interesse des Zusehers wecken und erzeugen Spannung. Doch durch die vielen Zeitsprünge nützt sich die Geschichte von Minute zu Minute mehr ab. Was zu Beginn noch interessant ist, läuft sich irgendwann einmal tot, da man sich zu sehr an das einzige Mystery-Element des Films gewöhnt hat, und der Film als Drama einfach zu schwach ist.

Dabei hätte es soviele Möglichkeiten gegeben, dem Film die richtige Würze zu geben. Nach und nach stellt sich heraus, dass Linda auf Lithium ist, was Wahrnehmungsstörungen hervorrufen kann. Wäre es nicht wunderbar, wenn die gesamte übersinnliche Handlung nur im Kopf der Protagonistin stattfindet, die sich nicht mit dem Tod ihres Mannes abfinden kann? Doch dieser mögliche Faden wird ebenso wie andere Möglichkeiten nicht genutzt. Auch gibt es eine besonders starke Szene, in der Linda, nachdem sie erfahren hat, dass Jim plante, sie zu betrügen, ihre Mutter fragt, ob es genau so schlimm ist, ihren Mann sterben zu lassen wie ihn zu töten.

Kurz entflammt hier die Hoffnung, dass die Filmemacher Mut beweisen und ihren Film unkonventionell enden lassen. Ein zutiefst pessimistisches Ende, in dem Linda ihren Mann einfach sterben lässt, um ihn zu bestrafen und um sich selbst besser zu fühlen, wäre nicht nur unerwartet, sondern vor allem stark. Aber leider Gottes wird auch diese Möglichkeit nicht aufgegriffen und man orientiert sich stattdessen sehr an den amerikanischen Werten, die einem förmlich aufs Auge drücken, wie schlimm ein Seitensprung doch ist. Wer allerdings mit solchen Fehlern und einigen Logiklöchern leben kann, bekommt einen, zumindest beim ersten Mal Sehen, großteils kurzweiligen Film geboten, der allerdings in der Masse an hochwertigerer Konkurrenz untergeht.

Fazit:
Die Vorahnung zeigt viele Möglichkeiten auf, um den Zuseher zu überraschen, lässt sie allerdings alle verstreichen und entscheidet sich für einen relativ vorhersehbaren Schluss. Die vielen Zeitsprünge verhindern außerdem, dass der Zuseher wirklich ins Geschehen taucht und bremsen den dramatischen Aspekt der Geschichte etwas aus. So kommt es, dass sich Die Vorahnung selbst im Weg steht, und als relativ leise Eintagsfliege in Erinnerung bleibt. Dennoch bleibt der Film kurzweilig genug, um ihn einmal anzusehen, aber das auch nur für das interessierte Publikum.

Wertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 5.6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 14
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