Einmal ist keinmal (2012)

OT: One for the Money - 91 Minuten - Action / Komödie / Krimi / Thriller
Einmal ist keinmal (2012)
Kinostart: 20.04.2012
DVD-Start: 06.09.2012 - Blu-ray-Start: 06.09.2012
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Filmkritik zu Einmal ist keinmal

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Der Stern von Katherine Heigl ist derzeit rapide am sinken. Nachdem sie mit ihrer Rolle im Serienerfolg Grey’s Anatomy zu Weltruhm gelangte, startete sie zunächst mit der grandiosen Komödie Beim ersten Mal auch im Kino voll durch. Man durfte auf so manches hoffen und gespannt sein, doch seitdem sind mit Filmen wie 27 Dresses, Kiss & Kill oder So spielt das Leben vor allem astreine Rohrkrepierer nachgereicht worden, sodass die Karriere schon wieder im Sinkflug ist, ehe sie richtig beginnen konnte. Mit neuem Look (diesesmal sind die Haare in braun) und einer Bestsellerreihe als Vorlage soll nun aber alles besser werden: Das Ergebnis ist aber dennoch äußerst ernüchternd und Frau Heigl darf sich einen weiteren Flop (zumindest qualitativ gesehen) in ihrer Filmographie eintragen.

Stephanie Plum (Katherine Heigl) durchlebt gerade eine Art Pechsträhne: Sie hat ihren Job verloren, dementsprechend schlecht sieht es auch mit den Finanzen aus und auch ihr Liebesleben ist quasi nicht existent. In ihrer Not wendet sie sich an ihren Cousin Vinnie (Patrick Fischler), der angeblich einen Job für sie hat: Als Kopfgeldjägerin. Obwohl sie nicht gerade die besten Voraussetzungen mitbringt versucht sie ihr Glück und holt sich ein paar wertvolle Tricks vom erfahrenen Profi Ranger (Daniel Sunjata). Motiviert ist sie jedenfalls, denn ihr erstes Ziel ist Joe Morelli (Jason O'Mara), ein ehemaliger Cop, der wegen Mordes gesucht wird - und außerdem noch eine ehemalige High School Liebschaft, die Stephanie auf unschöne Weise abserviert hat...

Man kann ja verstehen, dass sich Filme immer wieder an Klassikern des Genres orientieren und einige nette Anspielungen einbauen. Wenn man aber tatsächlich nach einem Kinogang als erstes denkt, dass man sich gerade an den überaus mauen Klamauk Der Kautions-Cop, der erst vor knapp zwei Jahren die Leinwände unsicher machte, erinnert fühlt, dann stimmt etwas nicht. Und tatsächlich erweist sich dieser Eindruck als absolut treffende Schilderung von Einmal ist keinmal: Hier stimmt etwas nicht - und zwar ganz und gar nicht. Denn was hier als Story verkauft wird ist eine geistige Bankrotterklärung und die Tatsache, dass es Regisseurin Ann Robinson nie gelingt die offensichtlichen Unzulänglichkeiten mit treffender Ironie zu überspielen trägt ihr übriges dazu bei, dass Einmal ist keinmal ein absolut langweiliger Film geworden ist.

Alleine die Idee hat schon eine gewaltige Prise unfreiwillige Komik: Die zierliche Katherine Heigl versucht, ohne jede Erfahrung, als Kopfgeldjägerin einen muskelbepackten Ex-Cop zu jagen - und der Film schafft es noch nicht einmal diese peinliche Ausgangslage mit dem notwendigen Augenzwinkern zu verkaufen. Stattdessen versucht er doch glatt gleichzeitig ein spannender Krimi zu sein und eine Lovestory zwischen Jägerin und Gejagten aufzubauen - ach ja und witzig soll das ganze ja auch noch sein. Im Endeffekt ist Einmal ist keinmal aber schließlich ein Krimi der nicht spannend ist, eine Romanze die nicht romantisch ist und eine Komödie, die nicht witzig ist - die perfekte Mischung also quasi.

Richtig peinlich werden die Anlehnungen an den Film Noir, wenn etwa im Hintergrund doch nicht alles so ist, wie es zu sein scheint, oder Katherine Heigl den Film mit einem (zumindestens im englischen Original, schrecklich lustlosen) Off-Kommentar begleitet. Und dann wäre da noch das fragwürdige Verhalten der Figuren, wenn etwa gerade jemand in einem Auto in die Luft gejagt wird und das schlicht keine Sau interessiert. Oder die belanglose Skizzierung sämtlicher Bösewichte, ganz zu schweigen von der nicht existenten Chemie zwischen den Hauptfiguren. Lediglich Heigl selbst kann man ein gewisses Maß an Charisma sicher nicht absprechen, aber man merkt leider auch, dass sie ohne halbwegs kompetenter Regie hoffnungslos deplaziert wirkt (wie eben schon in den anderen Filmen seit Beim ersten Mal).

Weiters verabsäumt es Einmal ist keinmal auch völlig seine Figuren auch nur ansatzweise interessant zu gestalten. Katherine Heigl spielt das hilfslose Püppchen, das immer wieder einen starken Mann zu Hilfe rufen muss wenn es brenzlig wird, Jason O'Mara und Daniel Sunjata haben nichts weiter zu tun als den Parademacho von der Stange abzuspulen (und dabei der weiblichen Zielgruppe ewas fürs Auge zu bieten) und über John Leguizamos peinlichen Auftritt als schmierigen Zuhälter legen wir lieber überhaupt den Mantel des Schweigens. Was überbleibt ist eine handvoll mauer Gags, ein bisschen Hollywoodgeturtel von der Stange und eine Gruppe lustloser Schauspieler die wohl nur auf das schnelle Geld aus waren. Kurz: Ein Film den man als Zuseher nicht mit einem Kinobesuch unterstützen sollte.

Fazit:
Einmal ist keinmal ist ein Krimi der nicht spannend ist, eine Romanze die nicht romantisch ist und eine Komödie die nicht witzig ist. Das Drehbuch führt leider alles vor was man als Autor falsch machen kann und zieht den Zuseher in einen Strudel aus oberflächlich gezeichneten Figuren, banaler Story und reichlich peinlicher Selbstüberschätzung - denn es scheint tatsächlich so als würden die Filmemacher überzeugt sein hier gute Arbeit geleistet zu haben. Doch das ist in keiner Sekunde der Fall: Weder schafft es Regisseurin Ann Robinson die dürftige Handlung mit der nötigen Prise Ironie abzufedern, noch können die Darsteller die Bruchlandung des Films verhindern. Was bleibt ist ein langweiliger Film voll Klischees und dumpfen Szenen - muss man sich nicht unbedingt antun.

Wertung:
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