On the Road - Unterwegs (2012)

OT: On the Road - 137 Minuten - Abenteuer / Drama
On the Road - Unterwegs (2012)
Kinostart: 05.10.2012
DVD-Start: 14.02.2013 - Blu-ray-Start: 14.02.2013
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Filmkritik zu On the Road - Unterwegs

Die Regisseure Walter Salles und Gus Vant Sant arbeiteten zusammen am Filmprojekt Paris, je t’aime (2006), beziehungsweise beteiligten sich am Drehbuch und inszenierten jeweils einen Filmabschnitt. Walter Salles’ neuer Film Unterwegs – On the Road erinnert ferner partiell an Gus Vant Sants Das Ende der Unschuld (OT: My Own Private Idaho, 1991) mit Keanu Reaves und Phoenix River in den Hauptrollen, entwickelt sich jedoch in eine andere Richtung. Gus Vant Sants Film über zwei Männer und Freunde, die auf der Suche nach sich selbst sind und im Drogen- sowie im Sexrausch leben, löste damals sowohl positive, als auch negative Reaktionen aus. Für manche vermittelt dieser Film sogar große Emotionen. Walter Salles’ Roadmovie Unterwegs – On the Road dagegen kann nur teilweise überzeugen. Der Zuschauer wird nämlich mit Drogen, Sex, Partys und zahlreichen verlorenen Seelen unterhalten. Allerdings bleibt letztendlich dieser wegen der Eintönigkeit der Szenen größtenteils unberührt. Die Freundschaft zwischen den Hauptcharakteren Dean (Garrett Hedlund; Tron: Legacy, 2010) und Sal (Sam Riley; Control, 2007) kann lediglich den Zuschauer erreichen.

Der junge Autor Sal trauert um seinen verstorbenen Vater und kommt somit nicht beim Verfassen seines Buchs voran. Im Übrigen lernt er den lebensfrohen Dean kennen, der zusammen mit Marylou (Kristen Stewart; Twilight-Saga) sein Leben feiert. Gemeinsam beschließen sie mit dem Auto durch den Westen Amerikas zu reisen und mit zahlreichen, stets wechselnden Begleitern ihre Freiheit zu genießen. Währenddessen bildet sich eine starke Freundschaft zwischen Sal und Dean, welche aufgrund des unkontrollierten Lebens von Dean auf die Probe gestellt wird…

Die Freundschaft zwischen Sal und Dean führt durch den Film und weckt zugleich das Interesse des Zuschauers. Auf emotionaler Ebene überzeugt der Film in Hinblick auf diese Freundschaft. Sal gerät ferner in den Schatten seines Helden, des einst lebensfrohen Dean, der langsam aber sicher in eine Existenzkrise gerät. Trotzdem steht diese Freundschaft nicht kontinuierlich im Mittelpunkt des Geschehens, denn das Abenteuerdrama basiert auf den gleichnamigen Roman des Schriftstellers Jack Kerouac, der 1957 veröffentlicht wurde. Demnach wird im Film auch die damalige Jugendzeit wiedergeben, sodass Sex, Drogen und Bebop (Jazz) das Leben von Dean, Sal und Marylou definieren. Der Filmemacher Salles präsentiert dies mit zahlreichen Nacktszenen und thematisiert dabei sogar die Homosexualität. Es formt sich daraus ein so genannter Overkill, der teilweise zur Langeweile führt. Die Handlung wiederholt sich stets, sodass der Film partiell vor sich hin plätschert und einfach das Gefühl der Überlänge entsteht.

Aufgrund der zahlreichen Partys, Sexszenen und Autofahrten bleibt die Dramaturgie auf der Strecke. Aus diesem Grund wird nur den Charakteren Sal und Dean eine Charaktertiefe gewährt. Die Figuren Marylou, Camille (Kirsten Dunst; Melancholia, 2011), Jane (Amy Adams; Junebug, 2005) und unter anderem Old Bull Lee (Viggo Mortensen; The Road, 2009) werden bloß oberflächlich gezeichnet, sodass den Charakteren kaum Raum zur Entfaltung geboten wird. Infolgedessen sticht besonders die Performance von Garrett Hedlund hervor, der pausenlos wie ein Streuner wirkt und demnach die innere Zerrissenheit des Charakters tadellos veranschaulicht. Darüber hinaus bleiben Kirsten Dunst, Viggo Mortensen und Amy Adams trotz ihrer relativ kurzen Präsenz im Gedächtnis des Betrachters. Kristen Stewart, die bereits im Independentdrama Willkommen bei den Rileys (2010) neben Melissa Leo (The Fighter, 2010) und James Gandolfini (Die Sopranos) bewiesen hat, dass mehr in ihr steckt als nur Twilight-Bella, konnte trotz der beschränkten Charakterzeichnung eine solide schauspielerische Leistung abliefern.

Fazit:
Hinsichtlich der dramaturgischen Mängel und der partiell vorherrschenden Langatmigkeit gelingt es Walter Salles nicht ununterbrochen das Interesse des Zuschauers auf die Leinwand zu richten. Der Filmemacher hätte in Unterwegs – On the Road mehr auf seine Charaktere achten sollen und dafür die Szenen, welche Partys, Sex  und ziellose Autofahrten visualisieren, verringern sollen. Demnach verschleiern die eintönigen Jugendszenen den Kern der Geschichte, die Freundschaft zwischen Sal und Dean. Der Zuschauer muss daraufhin mit seiner Langeweile kämpfen und wird dabei mit erinnerungswerten Performances von Viggo Mortensen, Amy Adams und Garrett Hedlund belohnt. Als Zuseher sollte man folglich neben dem Interesse an die Story auch viel Geduld mitbringen, da sich aus der Kinoerfahrung sonst eine kleine Tortur entwickelt.

Wertung:
6/10 Punkte
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Erstellt: 27.09.2012