Midsummer Madness

OT: -  90 Minuten -  Komödie
Midsummer Madness
Kinostart: 12.10.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Midsummer Madness

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Der 23. und der 24. Juni sind die zwei wahrscheinlich populärsten Feiertage in Lettland: Die Mittsommernacht. Jedes Jahr wird dieser Anlass ausgiebig gefeiert und man versucht das mystische Potential, das man dieser Nacht nachsagt, aufzugreifen und für sich zu gewinnen. Verliebte zieht es in den Wald, um den leuchtenden Farn zu suchen, den man angeblich finden soll, wenn man seine wahre Liebe gefunden hat. In dieser Ausgangslage erzählt Regisseur Alexander Hahn seine Geschichte und versucht verschiedene skurrile Figuren unter einen Hut zu bekommen und verfolgt sie eben während dieser Nacht in Lettland. Leider verläuft dabei nicht alles so rund, wie es sollte.

Livia (Maria de Medeiros) ist seit kurzem Witwe und möchte nun ihren verstorbenen Ehemann in seiner Heimat Litauen begraben. Begleitet wird sie von ihrem Bodyguard Toni (Dominique Pinon), der sie beschützen soll, aber scheinbar auch weiterführende Interessen mit der geheimnisvollen, reichen Witwe hat. Als sie schließlich in Lettland, dem falschen Land, ankommen, wartet schon ihr Bestattungsunternehmer Peteris (Tobias Moretti) auf sie und gemeinsam wollen sie nun die Urne mit den Überresten des Verstorbenen an ihren Bestimmungsort bringen.

Zur gleichen Zeit im selben Land ist der Amerikaner Curt (Orlando Wells) auf der Suche nach seiner Halbschwester und macht sich gemeinsam mit dem sympathischen Taxifahrer Oscars (Gundars Abolins) auf den Weg, um der ehemaligen Geliebten seines Vaters, der nun im Sterben liegt, einen Besuch abzustatten. Gleichzeitig versucht der zwielichtige Russe Leonid (Jevgeni Sitochin) die beiden Geschäftsmänner Karl (Detlev Buck) und Axel (Roland Düringer) über den Tisch zu ziehen und die beiden englischen Feuerwehrleute Lewis und Mike (Victor McGuire, James William Watts) versuchen sich mit den heimischen Feuerwehrleuten zu arrangieren. Auch die sexbesessene Aida (Chulpan Khamatova) und ihren japanischen Freund Yuki (Benito Sambo) hat es nach Lettland gezogen, um die Gunst der Stunde zu nutzen und ihre Eltern in die Beziehung einzuweihen...

Midsummer Madness strukturiert sich gleich von Beginn an in eine Vielzahl an verschiedenen Episoden. Das Gute dabei ist sicher, dass durch die Vielzahl an verschiedenen Geschichten und Charakteren so gut wie jeder einen Teilaspekt am Film finden wird, der ihm gefällt, aber das Schlechte ist, dass sich diese Episoden nie zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. Im Zentrum steht die Geschichte rund um Curt, der versucht, seine Halbschwester zu finden, und alle anderen Episoden werden eigentlich nur zur Auflockerung des Haupterzählstrangs verwendet.

Dies sorgt zwar auf der einen Seite für einen gewissen Unterhaltungswert, aber wenn man den Film als Ganzes betrachtet, entpuppt sich diese Herangehensweise als enttäuschend. Zu Beginn hat man noch den Eindruck, dass die unterschiedlichen Episoden irgendwann noch aufeinander Bezug nehmen werden, da man auch einige kleine Berührungspunkte eingebaut hat, aber schon bald stellt sich Ernüchterung ein, und man entdeckt, dass die verschiedenen Geschichten wirklich nur für sich alleine stehen, was den Gesamteindruck doch deutlich schmälert. Vor allem da man es auch versäumt hat, die Geschichten zu Ende zu erzählen und stattdessen einfach vor dem Abspann eine kurze Fotocollage eingebaut hat, die sie vervollständigen.

Dabei scheint es für die Macher sehr wichtig gewesen zu sein, die einzelnen Figuren möglichst skurril anzulegen. Dies sorgt bedingt auch für Humor, aber an vielen Stellen hat man es einfach übertrieben. Die Darsteller, so sehr sie sich hier auch abmühen und das Beste aus sich herauskitzeln, haben einfach keine Chance, gegen die übertriebenen Stereotype anzukämpfen. Als tragisches Beispiel sei hier Roland Düringer erwähnt, den ich persönlich sehr schätze, der im Film von einer zu Beginn noch lustigen Figur mit dem für ihn typischen Schmäh in eine skurrile, völlig überzogene und leider nicht mehr lustige Show abdriftet. Als weiteres kleines Manko bleibt die unvorteilhafte Synchro in Erinnerung, die entweder bei der Pressevorstellung noch nicht in ihrer finalen Version verfügbar war oder wirklich relativ schwach ist.

Dennoch wird Midsummer Madness keine völlige Enttäuschung. An vielen Stellen macht der Film sogar ziemlich viel Spaß, aber leider ist das Storytelling nicht ausgereift genug, was insofern ein großes Problem ist, da man sehr viel Wert auf die Geschichte legt, und der Film kurz gesagt nicht witzig genug ist, um über diese Fehler hinweg zu trösten. Ein wahres Highlight bleibt aber die zurückhaltende, aber zum Brüllen komische Darstellung von Tobias Moretti, der als zwielichtiger Leichenbestatter eine kleine Offenbahrung ist. Für Fans des Genres lohnt sich der Kinogang wahrscheinlich, und für diejenigen, die sich von den 5 Punkten abschrecken lassen, sei gesagt, dass ich zwischen 5 und 6 geschwankt habe, aber mich durch die vielen Schwächen doch für die niedrigere Wertung entschieden habe.

Fazit:
Midsummer Madness ist ein Film, der seine Geschichte in viele verschiedene Episoden mit unterschiedlichen Charakteren zersplittert. Leider stehen diese einzelnen Geschichten völlig für sich und ergeben kein größeres Ganzes, und man hat es auch versäumt, die Episoden wirklich zu Ende zu erzählen. Dennoch sorgen vor allem die engagierten Darsteller und einige gelungene Szenen für einen großteils kurzweiligen Abend. Aber als gänzlich befriedigend kann man dieses Werk leider nicht bezeichnen.

Wertung:
5/10 Punkte

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