Sin City

OT: - 124 Minuten - Noir / Thriller
Sin City
Kinostart: 11.08.2005
DVD-Start: 06.10.2011 - Blu-ray-Start: 06.10.2011
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Filmkritik zu Sin City

Von am

 

Hollywood dürfte in den letzten Jahren ein neues Hobby gefunden haben: Comic Verfilmungen. Ziemlich viele Blockbuster der letzten zwei Jahre basierten auf einem Comic. Doch dabei hatten sie alle eines gemeinsam: Sie wahren bunte, fröhliche Superheldengeschichten die zwar an der Kinokasse einiges geleistet haben, aber aus filmischer Hinsicht nichts wertvolles waren. Dies ändert sich nun, denn Robert Rodriguez wagt einen radikalen Schritt nach vorne. Sin City ist düster, dreckig und ein optischer Hochgenuss der stilistisch wegweisend ist. Sin City steht im krassen Gegensatz zu Filmen wie Spider-Man. Es gibt keine Helden in der Stadt der Sünde. Alles sind verschlagene Verbrecher, die zwar vielleicht aus ihrem Blickwinkel manchmal gutes tun, doch dies zieht meistens eine Sput von Leichen nach sich. Robert Rodriguez hat sich dabei einiges bei der Erzählweise von Quentin Tarantinos Meisterwerk Pulp Fiction abgesehen:

 

Sin City besteht aus 3 Episoden die zeitlich durcheinander gewürfelt sind. Dabei haben diese Episoden im eigentlichen Sinn nichts miteinander zu tun, außer dass sie in Sin City spielen, und dass sich alle Hauptfiguren zumindest einmal in einer Bar im Rotlichtviertel befinden.

 

Sin City beginnt mit der Hartigan (Bruce Willis) Episode. Hartigan ist ein Cop der alten Schule, voller Moral und Ehrgefühl. Einen Tag vor seiner Pensionierung entführt der pädofile Mörder Roak jr. (Nick Stahl) die kleine Nancy (Makenzie Vega, später: Jessica Alba). Hartigan stellt den Mörder und erschießt ihn. Doch sein Partner Bob (Michael Madsen) ist korrupt und Roak jr. der Sohn eines Senators.....

 

Dann wird diese Episode unterbrochen und wir gehen über zu Marv (Mickey Rourke). Marv passt nicht in diese Zeit. Im alten Rom wäre er als Gladiator zum Helden aufgestiegen. Er ist ein Monster, der keine Gnade kennt. Er hat keine Freunde, bis sich die wunderhübsche Goldie (Jamie King)mit ihm einlässt. Doch als Marv nach einer heißen Liebesnacht mit ihr aufwacht findet er Goldie tot in seinem Bett. Nun hat sein Leben wieder einen Sinn: Er wird den Mörder seiner Geliebten finden, und er wird sich an ihm blutig rächen. Seine Nachforschungen führen ihn bis an die Farm des seltsamen Kevin (Elijah Wood) wo das Schicksal seinen Lauf nimmt....

 

Die dritte Episode handelt von Dwight (Clive Owen). Die Kellnerin Shellie (Brittany Murphy) wird von Jack (Benicio Del Toro) und seiner Gang bedroht. Dies kann Dwight nicht dulden und er lehrt Jack eine Lektion in punkto Anstand. Doch damit beginnen die Probleme erst: Als Jack im Rotlichtviertel von Sin City gegenüber einer Prostituierten handgreiflich wird ist sein Leben verwirkt. Die Frauen haben ein Abkommen mit der Polizei, dass sie ihre Probleme selbst lösen dürfen. Ihre Anführerin Gail (Rosario Dawson) lässt Jack töten, doch dieser war ein Cop. Nun muss Dwight den Frauen behilflich sein um diese vor der Rache der Gesetzeshüter zu schützen....

 

Dann folgt eine Rückkehr zur Hartigan Episode. Dabei scheinen alle 3 Geschichten eines gemeinsam zu haben: Sie brechen alle Hollywoodregeln und scheinen so etwas wie Happy End noch nie gehört zu haben. Vor allem diese düstere Herangehensweise mit den unkonventionellen Charakteren macht Sin City zu einem wahren Fest. Dann wäre da noch der Wegweisende Stil dieses Filmes. Das Spiel mit den Farben und die Bild für Bild Verfilmung des Comics machen Sin City zu einem Fest für die Augen. In jedem Bild dieses Filmes kann man sich verlieren um einfach nur die geniale Inszenierung von Robert Rodriguez zu bewundern. Vor allem die optische Wucht die durch das virtuose Farbenspiel erreicht wird, wird dem Zuseher lange in Erinnerung bleiben. Sin City ist im klassischen Schwarz- Weiß gedreht, doch wird dies durchbrochen durch die gelbe Haut des Creep, den blauen Augen von Clive Owen, den blonden Haaren von Goldie, und vor allem durch viel rotes Blut. Durch diese originelle Herangehensweise erreicht Sin City eine nie gesehene optische Wucht und setzt sich direkt an die Spitze der Bildgewaltigsten Filme aller Zeiten.

 

Mit der Wahl der Schauspieler hat sich der Regisseur allerdings selbst übertroffen. Es war klar das ein Bruce Willis in diesen Film gehört, der scheinbar für ihn geschrieben zu sein scheint, aber als ein wahrer Glücksgriff erweist sich das Besetzen vom Totgeglaubten Mickey Rourke. Nach dem alle ihn im Stich gelassne hatten und seine Karriere quasi vorbei war liefert er hier als Marv eine absolute Glanzleistung ab. Trotz der scheinbar abstoßenden Art die Marv hat, spielt in uns Mickey Rourke mit einer gehörigen Portion Selbstironie und viel schwarzem Humor ins Herz. Mickey Rourke ist zweifellos der Höhepunkt des Filmes. Clive Owen liefert eine Souveräne Vorstellung ab, jedoch kann er nicht ganz an seine Closer Leistung anknüpfen.

 

Trotz diesen fabelhaften Vorzeichen wurde Sin City gespalten aufgenommen. Dies erklärt sich vor allem durch den wirklich sehr hohen Gewaltanteil. Nicht jeder will sehen wie Mickey Rourke die Hände und Beine von Elijah Wood absägt und ihm seinen Hund zum Fraß vorwirft. Dabei bleibt Sin City stets seinem Stil treu. Es ist eine Oper der Gewalt in der ein Happy end nichts verloren hat. Alle Episoden enden tragisch, und die düstere Umsetzung und der unkonventionelle Stil heben Sin City auf eine Ebene mit den Besten Filmen aller Zeiten.

 

Fazit:

Robert Rodriguez hat mit Sin City alles richtig gemacht und liefert uns einen der besten Filme die je gedreht wurden. Dabei ist Sin City nicht der angepriesene Action Film, sondern viel mehr die Wiederauferstehung des Film-Noir. Geniale Schauspieler, die optische Opulenz und die vielleicht Coolsten und dreckigsten Charaktere der Filmgeschichte heben Sin City in die höchsten Sphären der Filmgeschichte. Jeder Filmfan sollte Sin City eine Chance geben, und ihn zumindest einmal sehen.

 

Wertung:

10/10 Punkte

Filmering.at
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Ø Wertung: 7.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 124
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