Dark Ride (2006)

OT: Dark Ride - 94 Minuten - Horror / Thriller
Dark Ride (2006)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Dark Ride

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Klischees gehören zu Horrofilmen anscheinend wie das Amen im Gebet. 90% aller Serienkiller sind männlich, meistens bereits mehrmals in mentalen Institutionen eingecheckt gewesen, sehen hässlich oder gar durch Narben oder furchtbare Fehlbildungen verunstaltet aus und mehr als 90% machen mit Vorliebe Jagd auf Jugendliche. Angenehmerweise sind diese Jugendlichen meist in Horden unterwegs, beispielsweise weil sie Urlaub machen oder der Spring Break begonnen hat. Selten verläuft ein Film anders, wenn er damit beginnt, dass durchschnittliche Teenies in einen Kastenwagen einsteigen und mit einem lauten „Party, Alter“ Richtung Sonnenuntergang düsen. Zugegebenermaßen gibt es aber genug Beispiele, wo eben jene Klischees aufzugehen scheinen und tatsächlich ein recht passabler Horrorstreifen daraus wird. Mutter und gleichzeitig Prototyp all jener Filme ist wohl Texas Chainsaw Massacre und meistens wird eben jener zum Vorbild genommen. Für Dark Ride anscheinend auch.
 
5 College- Studenten beschließen in den wohlverdienten Uniferien einen kleinen Roadtrip zu unternehmen und richtig die Sau rauszulassen. Während einer ihrer hochintelligenten Gespräche, kommt auch das Thema rund um die Mordserie in einem Vergnügungspark auf, bei welchem ein kranker Psychopath namens Jonah mehrere Geisterbahngäste kidnappte und auf bestialische Weise ermordete. Erst nach dem 14ten Opfer konnten seine Taten aufgedeckt werden und er sitzt seitdem seine Strafe in einer Anstalt für abnorme Rechtsbrecher ab. Oder besser gesagt saß er diese Strafe ab. Nach einem geglückten Ausbruch wartet er nämlich bereits wieder in seiner Geisterbahn und freut sich, als die Studenten beschließen ausgerechnet dort einen Abstecher hinzumachen.
 
Grundsätzlich hat der Film alles. Naive stereotype Studenten, die sexy Tramperin und eine gruselige Umgebung mitten in einem geschlossenen Vergnügungspark. Dark Ride hat eine Legende über einen bestialischen Mörder, einen Roadtrip kiffender Teenies und eine Reise ins Verderben. Leider hat Dark Ride jedoch vor allem keine Spannung und zumindest das ist ein relativ essentielles Tool für einen guten Horrorfilm.
 
Über das mangelhafte Talent der vollkommen unbekannten Schauspieler kann man fast noch hinwegsehen – immerhin ist dies mittlerweile in jedem zweiten Durchschnittshorror zu finden, über die uninteressante, blasse Darstellung des Mörders womöglich auch, immerhin kann nicht jeder ein Jason Vorhees oder Freddy Krüger sein. Wenn jedoch Sequenzen der Spannung 5 Minuten dauern und danach 30 Minuten gähnenede Dialoge uninteressanter Charaktere auf einen warten und sich jede Szene, jeder Wettlauf, jede Überraschungssequenz permanent widerholt, neigt man entweder dazu vorzuspulen oder gar auszuschalten. Grundsätzlich hätte Dark Ride jede Zutat um ein recht guter, möglicherweise mittelmäßger Horrofilm zu werden, allerdings scheint der Regisseur sein Handwerk einfach nicht zu verstehen.
 
Anstatt aus unbekannten Schauspielern wenigstens durchschnittliche Teenie- Opfer zu machen, verpasst er ihnen vorhersehbare Dialoge und Handlungen und zwingt sie darüber hinaus dazu, sich alle 15 Minuten in einer Gruppe zusammenzusetzen und ein langweiliges Gespräch zu führen, das sämtliche Spannung der vorhergegangenen Minuten verpuffen lässt wie eine Blähung im Wind. Anstatt aus einem unbekannten Mörder eine kultige Legende zu machen, gibt er ihm eine x-mal dagewesene Maske, lässt ihn immer mit discoähnlichem Geblinke und Licht auftauchen, jedoch natürlich dann wieder 30 Minuten lang verschwinden, damit die Teenies kein weiteres langweiliges Gespräch verpassen. Anstatt die hervorragende Umgebung einer Geisterbahn auszunutzen und dem Zuschauer den Besuch im Prater für alle Zeiten zu vermiesen, zeigt er lieber ein und dieselben Attraktionen in regelmäßigen Abständen hintereinander, dass man glaubt man sitze in einem stinknormalen Kinderkarussell. Wer den Film bis zum Ende durchhält hat den gleichen Eindruck wie nach den ersten 20 Minuten: Fad, schlecht, mies. Bitte machen Sie keine Filme mehr.
 
Fazit:
Dark Ride verpasst jeden Anschluss. Der Film beweist ein weiteres Mal, dass eine passable Idee einfach nicht ausreicht, um bei den Großen mitspielen zu können. Hier fehlt einfach alles: gute Schauspieler, gutes Drehbuch, gute Umsetzung, gute Szenen. In diesem Fall beweist der Film sogar, dass eine mittelmäßige Idee mit einer derartigen Umsetzung nichtmal ausreicht, um bei den ganz Kleinen mitzuspielen. Wer Dark Ride bis jetzt noch nicht gesehen hat, hat nichts versäumt. Allen Anderen mein herzliches Beileid!
 
Wertung:
2/10 Punkte
Filmering.at
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