Bel Ami (2012)

OT: Bel Ami - 102 Minuten - Drama
Bel Ami (2012)
Kinostart: 03.05.2012
DVD-Start: 22.11.2012 - Blu-ray-Start: 22.11.2012
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Filmkritik zu Bel Ami

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Vielfach wurde die Geschichte des  französischen, 1885 erschienen Romans Bel Ami von Guy de Maupassant zur künstlerischen Verarbeitung herangezogen, so gibt es bereits drei filmische Adaptionen von 1939, 1955 und 1976. Als Regiedebüt der beiden, eigentlich vom Theater kommenden Neo-Filmemacher Declan Donnellan und Nick Ormerod kommt Bel Ami nun als vierte und britische Verfilmung der gleichnamigen, literarischen Vorlage mit einer grundsätzlich vielversprechenden Starbesetzung daher. So treten neben Twilight-Star Robert Pattinson auch Leading Ladies aus Hollywood wie Uma Thurman, Christina Ricci oder Kristin Scott Thomas in den Hauptrollen auf.
 
Die Handlung ist 1890 in Paris angesiedelt und begleitet den ehemaligen Unteroffizier Georges Duroy (Robert Pattinson), der nach seinem Kriegsaufenthalt in der Pariser Gesellschaft Fuß zu fassen versucht. Unterstützung erhält der, als Bel Ami bekannte, junge Mann von seinem ehemaligen Kameraden Charles Forestier (Philip Glenister), der ihm einen Journalistenjob bei der Pariser Zeitung „La Vie Francaise“ verschafft sowie von dessen Ehefrau Madeleine (Uma Thurman), die für ihn die ersten Artikel verfasst. Da sie ihrem Mann jedoch loyal und treu zur Seite steht, vergnügt sich Georges zunächst mit der ebenfalls verheirateten Clotilde de Marelle (Christina Ricci). Als Forestier in der Folge einer Erkrankung stirbt, ergreift Georges die Gelegenheit und heiratet Madeleine. Nachdem seine Liebe ihrerseits jedoch nur halbherzig erwidert wird, lässt er sich scheiden und umgarnt sein nächstes Opfer Virginie Walters (Kristin Scott Thomas), die Frau des einflussreichen Zeitungsbesitzers Walters. Diese verfällt Georges Charme vollkommen, doch ist er bald von der Liaison genervt und verspricht sich bald einen größeren Gewinn aus der Beziehung zur, noch pubertierenden Tochter der Walters.

Die Geschichte rund um den heimgekehrten Kriegssoldaten Duroy und seine besondere Wirkung auf die Frauen der Pariser Gesellschaft versprechen ein spannungsgeladenes Filmerlebnis, so auch die hochkarätige Besetzung der Rollen. Vor allem Uma Thurman (Kill Bill, 2003) und Christina Ricci (Penelope, 2006) überzeugen als Liebschaften Duroys, aber dennoch auch als unabhängige Frauen, aber auch Kristin Scott Thomas (Sarahs Schlüssel, 2012), ebenfalls eine Liasion von Duroy, beweist sich in der Figur einer etwas anhänglichen Bettgespielin. Gerade im Vergleich mit seinen weiblichen Gegenspielerinnen kann es der, als Vampir-Schönling in der Twilight-Kinofilmreihe bekannt gewordene Robert Pattinson aber leider nicht aufnehmen. Zwar konnte er sich durchaus schon in Rollen abseits des Teenie-Phänomens behaupten, beispielsweise an der Seite von Reese Witherspoon und Christoph Waltz in Wasser für die Elefanten (2011), dem Charakter des großen Frauenverführers Georges Duroy wird er allerdings kaum gerecht und so bleiben besonders bei den von Thurman und Scott Thomas verkörperten Damen die Motive ihrer Zuneigung zu Duroy im Film nicht wirklich nachvollziehbar.  

Ganz im Zeichen ihrer Herkunft von historischen Theaterinszenierungen verstehen es Donnellan und Ormerod aber, das Paris rund um die Wende zum 20. Jahrhundert sowie dessen noble Gesellschaft wieder zum Leben zu erwecken. So schaffen sie gemäß der Romanvorlage zumindest optisch den idealen Rahmen für die mit Leidenschaft und Intrigen gespickte Handlung, die allgegenwärtige Fragen rund um Habsucht und Geltungsgier aufwirft.

Fazit:
Rein visuell funktioniert die nun bereits vierte Verfilmung der Romanvorlage von Guy de Maupassant aus dem Jahre 1885 als Regiedebüt der beiden Theaterleute Declan Donnellan und Nick Ormerod mit dem historischen Setting wunderbar. Doch die treffende Besetzung der drei Frauen an der Seite des Protagonisten Georges Duroy, der als heimgekehrter Unteroffizier Teil der Pariser Gesellschaft werden will, mit Christina Ricci, Uma Thurman und Kristin Scott Thomas überschatten den von Twilight-Star verkörperten Duroy und lassen diesen sozusagen in seiner Rolle untergehen. Eine Geschichte mit Potential, die in ihrer Umsetzung aber mehr durch historische Szenenbilder sowie mit der Darbietung und dem Anblick der weiblichen Besetzung besticht.

Wertung:
5/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 4
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