Der Lorax (3D) (2012)

OT: Dr. Seuss' The Lorax - 86 Minuten - Zeichentrick / Familie / Fantasy
Der Lorax (3D) (2012)
Kinostart: 20.07.2012
DVD-Start: 22.11.2012 - Blu-ray-Start: 22.11.2012
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Filmkritik zu Der Lorax (3D)

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Der amerikanische Kinderbuchautor Dr. Seuss ist in den USA das, was Astrid Lindgren oder Christine Nöstlinger hierzulande sind. Doch im Gegensatz zu seinen europäischen Kolleginnen erschuf Dr. Seuss Welten, die sich wohl nicht ganz so leicht auf die Kinoleinwand übertragen lassen. Die Realverfilmungen seiner beliebten Romane „Der Grinch“ und „Ein Kater macht Theater“ gerieten eher mittelprächtig. Als es die Blue Sky Studios mit „Horton hört ein Hu“ auf animierten Wege versuchten, war das Ergebnis zwar deutlich besser, aber auch nicht ganz zufriedenstellend. Sind also Dr. Seuss verrückte Figuren und bunte Welten schlichtweg nicht für Filme geeignet? Mit „Der Lorax“ versuchen sich nun Chris Renaud und Kyle Balda, die schon hinter dem Animationshit „Ich – Einfach unverbesserlich“ standen, an einem Dr. Seuss-Stoff und beweisen, dass es ganz und gar nicht unmöglich, einen Roman des Kinderbuchautors liebenswert und vor allem furchtbar komisch fürs Kino zu adaptieren.


In einer Stadt, die vollständig aus Plastik besteht und in der keine einzige Pflanze mehr echt ist, macht der Konzernchef O’Hare großes Geld mit dem Verkauf von Sauerstoff. Niemand scheint auch echte Bäume und Blumen zu vermissen – außer Audrey, die sich nichts mehr wünscht als einen echten Baum in ihrem Garten zu pflanzen. Das lässt sich ihr kleiner Verehrer Ted nicht zweimal sagen und macht sich auf die Suche nach einem Baum. Seine Großmutter gibt ihm den Rat, den Once-ler aufzusuchen, der außerhalb der Stadt wohnt. Also fragt Ted den komischen Kauz, wo er einen Baum finden kann. Der Once-ler erzählt ihm daraufhin seine Lebensgeschichte und warum er selbst Schuld daran trägt, dass es keine Bäume mehr gibt. Als junger Mann hinterging er nämlich seine tierischen Freunde im Wald und seinen besten Freund, den Waldhüter Lorax (sogar in deutscher Fassung: Danny DeVito), um einen großen Baumwollkonzern zu gründen. Der Once-ler hofft, dass Ted seine Fehler wieder gut machen kann und gibt ihm einen Baumsamen, doch auch O’Hare hat von Teds Plänen Wind bekommen...

 

Kinderbücher entführen uns in fremde und fantastische Welten, doch zugleich bergen sie immer eine ganz und gar bodenständige moralische Botschaft in sich. In Dr. Seuss „Der Lorax“ ist diese ganz klar: Pass auf die Umwelt auf und bleib deinen Freunden treu. Gelegentlich scheint da „Der Lorax“ wie eine märchenhafte Version von „WALL-E“.  Doch neben diesem moralischen Beigeschmack ist „Der Lorax“ vor allem eines: kinderfreundlich. Chris Renaud und Kyle Balda schufen nämlich einen 3D-Animationsfilm, der vor allem die Jüngsten erfreuen wird: kunterbunte Landschaften, lustige, aber mindestens genau so viele herzerwärmende Szenen und liebenswerte Charaktere. Das heißt jedoch nicht, dass auch die Großen nicht ihren Spaß dabei haben werden.

 

Wenn am Beginn des Films vor dem Logo von Illumination Entertainment einer der Minions in die Kamera winkt, wird  gleich klar gemacht, wer hinter „Der Lorax“ steckt. Außer dem Produktionsstudio haben die beiden Filme aber relativ wenig gemeinsam, da mit „Der Lorax“ tatsächlich vor allem die kleinste Zielgruppe bedient wird. Der Film ist immer dann am Besten, wenn der Once-ler aus seiner Vergangenheit und dem Leben im Wald umgeben vom überkorrekten Lorax und den vielen niedlichen Tieren erzählt. Die lustige Bärengruppe hat etwas ähnlich Kultiges an sich wie ihre indirekten Vorgänger, die Minions aus „Ich – Einfach unverbesserlich“. Leider sind diese Rückblenden aber nur ein Teil des Films und jener, der in der Gegenwart spielt, ist nicht ganz so bezaubernd geraten. Zwar gibt es auch da die ein oder anderen guten Momente, etwa die Szenen zwischen Ted und seiner Großmutter, doch zumeist sind sie fast so etwas Überbrückungen bis der Once-ler seine spannende Geschichte weitererzählt.


Dementsprechend verliert der Film gegen Ende, wenn die Erzählung beendet ist, etwas an Fahrt. Da hilft nicht einmal mehr eine actionreiche Verfolgungsjagd, die noch einmal das 3D des Films ausschöpft – die Marshmallow-süchtigen und ursympathischen Kreaturen aus dem kunterbunten Wald, allen voran der Lorax höchstpersönlich, sind nicht mehr zu toppen.

 

Fazit:

Chris Renaud und Kyle Balda können ganz und gar zufrieden sein. Nicht nur, dass ihre Verfilmung von „Der Lorax“ den erfolgreichsten Kinostart eines Animationsfilms, der keine Fortsetzung ist, in den USA hingelegt hat und damit allen übrigen Dr. Seuss-Verfilmungen finanziell um Längen überlegen war; sondern auch, dass „Der Lorax“ eine Kinderbuchadaption ist, die auch wirklich die Zielgruppe anspricht. Erwachsene sollten sich jedoch auch nicht abhalten lassen, denn trotz einiger Schwächen in einer der zwei Erzählebenen, muss man den Lorax (den Film und die Figur) einfach gern haben.

 

Wertung:

7/10 Punkte

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