Resident Evil 3: Extinction

OT: -  xx Minuten -  Horror
Resident Evil 3: Extinction
Kinostart: 28.09.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Resident Evil 3: Extinction

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In der Filmindustrie ist es heutzutage nicht nur üblich, sich einer Vorlage zu bedienen, es ist eigentlich schon die Regel. Egal ob Literatur-, Comic-, Videospielverfilmung oder auch die Neuauflage eines älteren Films, Originaldrehbücher gibt es nur mehr selten. Und unter diesen seltenen Fällen sind noch nicht wenige Sequels verstreut, wie unser Jahr der dritten Teile 2007 deutlich beweist, also ist die Chance beim Kinobesuch, einen wirklich einzigartigen Film zu sehen, mittlerweile schon relativ gering. Der hier besprochene Resident Evil: Extinction vereint nun zwei der oben besprochenen Attribute und ist bereits der dritte Teil einer Videospielumsetzung.

Eine Überraschung ist dies allerdings nicht, zählt die Resident Evil-Reihe doch zu den beliebtesten Videospielreihen der Gamegeschichte und legte die Grundzüge für das Survivalgenre fest. Auch die ersten beiden Filmumsetzungen wurde standesgemäß ein Erfolg, und so musste man die Produzenten wohl nach einem Einspielergebnis von mehr als 600 Millionen Dollar für die Teile 1 und 2 nicht lange bitten noch, einen dritten Teil dranzuhängen. Paul W.S. Anderson, der den ersten Teil inszenierte, schrieb, genauso wie für die beiden Vorgänger, das Drehbuch, und Highlander-Regisseur Russell Mulcahy durfte sich an der Regie versuchen. Dabei vermag es Resident Evil: Extinction sogar, eine gelungene Atmosphäre aufzubauen, aber bald schon stellt sich Ernüchterung ein und der Film mutiert zu einer reinen Actionorgie. Unterhaltsam bleibt das Ganze allerdings, mit Abstrichen, dennoch.

Das T-Virus der Umbrella Corporation, das alle Menschen in tobende Untote verwandelt, hat mittlerweile 99% der Weltbevölkerung ausgelöscht und hat auch nicht vor der Umwelt halt gemacht. Die Natur wurde ausgedörrt, und wo früher saftige, grüne Wälder blühten, findet sich nur mehr endlose Wüste. In dieser Ausgangslage zieht Alice (Mila Jovovich) einsam durch das Land, da sie befürchtet, erneut die Aufmerksamkeit der Umbrella Corporation auf sich zu ziehen, was gerade den Menschen, die sie beschützen will, den sicheren Tod bringen würde.

Dr. Isaacs (Iain Glenn) hatte die DNS von Alice damals durch zwielichtige Experimente verändert, was schließlich dazu führte, dass sich ihre Gene mit dem T-Virus kreuzten und Alice extreme Kräfte bekam. Weiters kann sie aber auch über die Satelliten der Umbrella Corporation kontrolliert werden, und so hat sie für sich die Entscheidung getroffen, sich von anderen Überlebenden fern zu halten. Dennoch führt sie der Zufall genau zum Convoy, bei dem unter anderem ihr alter Bekannter Carlos (Oded Fehr) mitreist. Bei ihrem ersten Auftreten ist Alice dazu gezwungen, ihre Kräfte einzusetzen, um den Convoy zu retten. Dies weckt die Aufmerksamkeit von Dr. Isaacs, der sehr daran interessiert ist, Alice wieder einzufangen, um mit ihr Experimente durchzuführen, die das Virus vielleicht stoppen können...

Regisseur Russell Mulcahy stellt gleich von Anfang an klar, dass er einen vollkommen anderen Weg als seine Vorgänger gehen will. Resident Evil und Residend Evil: Apocalypse legten vor allem Wert auf eine enge und klaustrophobische Atmosphäre. Der Schauplatz war im ersten Teil noch vollkommen von der Außenwelt abgeriegelt: Dabei wurde die unterirdische Forschungsstation sehr in Blautönen gehalten, was das Bild natürlich etwas kühler werden lässt. In der Fortsetzung wurde der Schauplatz zwar schon auf eine ganze Stadt ausgweitet, aber man wollte noch immer ein sehr enges Umfeld, das von seiner Atmosphäre her an den ersten Teil erinnern sollte.

In Resident Evil: Extinction weitet sich die Epedemie auf die ganze Welt aus und zerstört neben der humanen Lebensform auch noch die Natur. So begrüßen uns gleich zur Einstimmung weitläufige Wüstenlandschaften, und der Schauplatz wurde aus der Stadt in die Wüste von Nevada rund um Las Vegas gelegt. Dabei versucht man, eine Mad Max-mäßige, postapokalyptische Endzeitstimmung aufzubauen, die vor allem durch die Einsamkeit der Protagonisten an Wirkung gewinnen soll. Die Menschen sind auf sich gestellt und werden von der todbringenden Leere der Wüste eingeschlossen, die lediglich von Zombies bevölkert wird.

Diese an einen Spätwestern erinnernde Szenerie, in der das Land nur mehr von einsamen Revolverhelden bevölkert wird, ist es auch, die den skeptischen Zuseher zumindest am Anfang des Films beinahe überzeugt und wirklich eine überzeugende Atmosphäre aufbaut. Schade nur, dass man sich diese Stärke nicht zu Nutzen gemacht hat. Denn bald schon wird der Endzeitfaktor, der eigentlich das Einzige ist, was den Film interessant gemacht hätte, zurückgeschraubt, und spätestens, als Alice zum Convoy kommt, vollkommen aufgegeben. So stimmungsvoll waren die Bilder noch, als Alice alleine auf ihrem Motorrad durch die Wüste gefahren ist, aber danach kommt Resident Evil: Extinction nicht mehr über einen vollkommen gewöhnlichen Actionfilm hinaus.

Denn ab dem Moment, in dem sich Alice mit dem Convoy verbündet, geht die Actionshow los. Mit zwei Macheten und allen möglichen anderen Waffen werden Zombies auf möglichst reißerische Weise niedergemetzelt. Diese Szenen sind zwar nicht überaus grandios, aber als stimmungsvoll kann man sie dennoch bezeichnen. Richtig deplatziert sind allerdings die aufkommenden Superkräfte von Alice, die sich so gar nicht in den Film einpassen wollen und nur als störendes Element in Erinnerung bleiben. Auch die Grundzüge der Story gewinnen keinen Blumentopf und es schleichen sich doch einige sehr trashige Momente in den Film ein, die den Filmgenuss trüben.

Besonders billig wirkt die Szene, in der mutierte Krähen den Convoy angreifen. Dies beweist zwar, dass die Filmemacher Alfred Hitchcocks Die Vögel gesehen haben, aber in diesen Film passt die Szene ganz und gar nicht. Es wirkt einfach außerordentlich billig, wie sich die Vögel auf die Lauer legen und schließlich in einer schlecht gemachten CGI Sequenz zum Angriff übergehen. Insgesamt gesehen ist Resident Evil: Extinction sicher kein herausragender Film, aber für Fans der Vorgänger oder des Genres ist er mit Sicherheit zufriedenstellend. Der treibende Soundtrack und die adrenalingeladenen Actionszenen garantieren einen kurzweiligen und spaßigen Film, bei dem man den Anspruch am besten zu Hause lässt.

Fazit:
Resident Evil: Extinction lässt zu Beginn auf einen guten Endzeitfilm hoffen, bei dem die weitläufigen Wüstenareale und die einsamen Revolverhelden sehr an einen Spätwestern erinnern. Doch dieser Ansatz wird leider ungenutzt fallengelassen und stattdessen wird eine, zugegeben kurzweilige, Actionshow abgezogen. Dieses Schlachtfest ist zwar kein wegweisendes Ereignis, aber Spaß macht der Film in gewissem Rahmen dennoch. Von der Story sollte man sich am besten nicht zu viel erwarten, und auch einige trashige Szenen haben sich in den Film geschlichen, aber insgesamt gesehen ist Resident Evil: Extinction schnell und spaßig genug, um die Fans der Vorgänger zufrieden zu stellen.

Wertung:
6/10 Punkte

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Ø Wertung: 6.1/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 16
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Erstellt: 31.07.2013