Halloween (Remake)

OT: -  109 Minuten -  Horror
Halloween (Remake)
Kinostart: 25.10.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
1568
Bewerten:

Filmkritik zu Halloween (Remake)

Von am

Es ging ein Raunen durch die Welt der Horrorfilm-Fans, als erstmals bekannt wurde, dass sich Rob Zombie dem Heiligtum Halloween zuwenden würde. Hätte Zombie nur bekannt gegeben, dass er einen weiteren Teil zur immerhin stolze 8 Teile umfassenden Reihe hinzufügen wolle, wäre diese Aufregung sicher ausgeblieben, aber es sollte ein Remake werden. Dies erhöhte den Druck auf die Filmemacher natürlich deutlich, denn John Carpenters Halloween - Die Nacht des Grauens ist nicht weniger als der Klassiker des Genres schlechthin, hat er doch bei seinem Erscheinen die Regeln für das Slashergenre definiert.

Es war das erste Mal, dass der stoische Killer Michael Myers auf der Leinwand erschien, und seine Vorlage sollte schließlich zum Kollegen Jason Vorhees aus der ebenfalls sehr beliebten Freitag der 13te-Serie führen. Diese beiden "Helden", die jeweils in einer Welle von meist weniger gelungenen Fortsetzungen breitgetreten wurden, avancierten schließlich zu den Prototypen des klassischen Filmkillers. Beide zeichnen sich vor allem durch ihre Verschwiegenheit und ihrem grundlosen Drang zum Töten aus und sind die eigentlichen Helden in ihren Filmreihen, wobei es, von der A Nightmare on Elm Street-Reihe mal abgesehen, etwas Einzigartiges ist, dass die Bösewichte der Reihe die eigentlichen Hauptfiguren sind. Nun versucht Rob Zombie also in die Fußstapfen von John Carpenter zu treten und dem Vater des Genres ein modernes Gewand zu verpassen. Es ist dabei allerdings keine Überraschung, dass er es nicht schafft, den Klassiker zu übertreffen.

Der 10 jährige Michael Myers (Daeg Faerch) hat es nicht unbedingt leicht in seinem Leben. Sein Vater ist ein dauernd betrunkener, fauler und aggressiver Kerl und seine Mutter (Sheri Moon) arbeitet als Stripperin in in einer Bar. An Halloween schaukelt sich die Situation schließlich hoch, als er von der Schule verwarnt wird, weil er Tiere gequält hat und sein Vater ihn deswegen aufzieht. Als seine Mutter das Haus verlässt, um zu arbeiten und seine Schwester, die mit Michael Trick´r Treat spielen sollte, es vorzieht mit ihrem Freund intim zu werden, schnappt sich Michael ein Messer und beginnt sein blutiges Werk.

Bis auf seine kleine Schwester Laurie, die noch ein Baby ist, und seine Mutter, die nicht im Haus war, hat er seine ganze Familie brutal niedergemetzelt. Deswegen kommt er in eine Irrenanstalt und wird von nun an vom Psychiater Dr. Samuel Loomis (Malcolm McDowell) behandelt. Es scheint, als könnte sich Michael an nichts mehr erinnern, doch als er eines Tages auch noch eine Krankenschwester mit einer Gabel tötet, wird es seiner Mutter zu viel und sie nimmt sich das Leben. 15 Jahre später ist Michael (Tyler Mane) zu einem muskelbepackten Hünen herangewachsen, immer noch in der Anstalt und hat seit dem Tod seiner Mutter kein Wort mehr gesagt. Als ihm Dr. Loomis mitteilt, dass er ihn ab sofort nicht mehr behandeln könne, nutzt Michael eine Möglichkeit zur Flucht. Es ist wieder Halloween und Michael macht sich auf, um sein Werk zu vollenden: Er sucht seine Schwester Laurie (Scout Taylor-Compton)...

Es stellen sich alle die Frage, was denn nun wirklich aus diesem Film geworden ist. Dies ist nicht ganz so einfach zu beantworten, denn speziell zu Beginn hat man noch den Eindruck, als würde Rob Zombie den einzigen Weg gehen, der möglich ist: Er zeigt etwas Neues, doch auch dies kann man nicht pauschal als gelungen bezeichnen, denn das Projekt des Halloween-Remakes  war von vornherein ein schwieriges Unterfangen. Egal wie man es angeht, man kann es so oder so keinem recht machen: Hält man sich zu sehr an die Vorlage, wird man zu hören bekommen, dass der Film nicht notwendig war, und wenn man zu viel Neues zeigt, besteht die Gefahr, dass der Mythos des Michael Myers entkräftet wird. Rob Zombies Film wählt einen Zick-Zack-Kurs zwischen den beiden Extremen und greift von beiden möglichen Fehlerquellen einen Teil auf.

In der ersten Hälfte versucht er zu zeigen, wie Michaels Kindheit war und beleuchtet somit einen Abschnitt in seinem Leben, der im Original nicht vorgekommen ist. Dabei kann man allerdings nicht leugnen, dass dies vom Prinzip her nur klassischer Stoff ist, wie man sich eben die Kindheit eines Psychopathen vorstellt. In einer dysfunktionalen Familie wächst das Grauen heran, und da keiner Zeit mit dem Kind verbringt, entdeckt auch niemand, dass etwas sehr schief läuft. Doch man soll sich nicht zu sehr über die verwendeten Klischees aufregen, denn dieser erste Abschnitt ist es auch, der als der deutlich gelungenste bezeichnet werden muss.

Rob Zombie kann in diesen Szenen seine Fähigkeiten mehr ausspielen, vielleicht weil er sich an dieser Stelle auch noch nicht mit John Carpenter messen muss. Denn man muss doch zugeben, dass es sehr erfrischend ist, etwas Unverbrauchtes von Michael Myers zu sehen, das seine Vergangenheit beleuchtet. Dennoch hinterlässt auch dieser Abschnitt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Zwar ist es durchaus interessant, erzählt zu bekommen, was Michael zum Killer machte und wie sein Lebensweg bis zu seinem Auftritt im Original von John Carpenter war, aber es bietet nur eine kurzzeitige Befriedigung, alles auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. John Carpenters Weg, die Vergangenheit seines Mörders unbeleuchtet zu lassen, ist langhaltig sicher eindrucksvoller, vor allem da dies auch zum Mythos rund um Michael Myers beiträgt. Doch dieser Mythos wird durch die Beleuchtung der Vergangenheit zugegeben etwas demoliert.

Nachdem man die Kindheit von Michael beleuchtet hat, bewegt sich der Film in Richtung des Originals zu, doch leider muss man sagen, dass Halloween ab diesem Moment deutlich abbaut. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass das Original Halloween von John Carpenter und das Remake von Rob Zombie ungefähr gleich lang sind. Da die Neuaflage des Films allerdings die erste Hälfte damit verbringt, die Vergangenheit von Michael zu bleuchten, hat er im Endeffekt nur halb soviel Zeit, um die bekannte Geschichte aus Halloween zu erzählen. Dies bedeutet selbstverständlich, dass alle Figuren, außer Michael, kaum Zeit haben um sich zu entfalten.

Im Original wurde der Film noch zum Großteil aus der Perspektive von Laurie erzählt, was auch bewirkte, dass man als Zuseher Michael als den Eindringling betrachtete, und man mit den Opfern mitfieberte. In Rob Zombies Halloween wird der Film zum Großteil aus der Sicht des Mörders erzählt, was auch bedeutet, dass man kaum mit den farblosen Opfern mitfiebert und der Film zur reinen Schlachtoper verkommt. John Carpenter setzte bei seinem Werk vor allem auf subtilen Spannungsaufbau und erzeugte seine Intensität ausschließlich durch Suspense.

Rob Zombie geht nun den genau gegensätzlichen Weg. Anstatt durch Suspense dem Zuseher immer mehr an den Nerven zu zehren, fällt es nicht schwer zu erahnen, wann Michael das nächste Mal zuschlagen wird. Zwischen den einzelnen Morden vergeht nicht viel Zeit, und so werden die bluttriefenden Abschlachtungen im Videoclipstil heruntergespult, wobei man als Zuseher von Mord zu Mord mehr abstumpft und sich kaum mehr für das Geschehen auf der Leinwand interessieren kann. Rob Zombie inszeniert dabei bei weitem brutaler als es John Carpenter tat, aber für seine Verhältnisse hält er sich ziemlich zurück. Auch beim Aufbau seiner Morde wiederholt er sich, und außer der klassischen "Beim Sex ermordet"-Szene wird nicht viel Abwechslung geboten. Auch hat Rob Zombie bei so gut wie allen Morden noch einmal nackte Brüste einbauen müssen, was sich mit der Zeit auch deutlich abnützt.

Durch diese Vorgehensweise wird dem Zuseher in der zweiten Hälfte des Films nicht mehr viel geboten. Der Film orientiert sich in diesem Abschnitt, trotz Veränderungen, ziemlich am Original, wobei Suspense durch Blut ersetzt wurde. Löblich erwähnen muss man allerdings einige nette Anspielungen an das Original, und besonders der Einsatz des Original Halloween-Themes von John Carpenter bringt einen gewissen Retrocharme mit sich. Dennoch kann der Film nicht verbergen, dass ihm in der zweiten Hälfte von Minute zu Minute mehr die Luft ausgeht und dass er nach dem durchaus gelungenen ersten Abschnitt doch sehr abfällt.

Fazit:
Was soll man also abschließend zum Remake des Klassikers sagen? Rob Zombies Film wäre sicher nicht notwendig gewesen. Zwar kann er in der ersten Hälfte durchaus überzeugen, demontiert aber gleichzeitig etwas vom Mythos der Franchise, und dann in der zweiten Hälfte des Films schleicht sich von Minute zu Minute mehr Langeweile ein. Rob Zombie schafft es nach der gelungenen Präsentation von Michaels Kindheit nicht mehr, Spannung aufzubauen, und reiht stattdessen einen Mord an den anderen. Dies bleibt zwar mit Abstrichen kurzweilig, aber im Vergleich mit dem Original zieht das Remake in jeder Hinsicht den Kürzeren.

Wertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 13
10 /10
23%
9 /10
0%
8 /10
15%
7 /10
23%
6 /10
23%
5 /10
8%
4 /10
0%
3 /10
8%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
The Devils Rejects
Texas Chainsaw Massacre: The Beginning
Hostel
Final Destination 4
A Nightmare on Elm Street
Death Proof - Todsicher
A Nightmare on Elm Street 7
28 Days Later
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Lieblingsfilme
Liste von Al
Erstellt: 21.06.2014