Bezaubernde Lügen (2010)

OT: De vrais mensonges - 105 Minuten - Komödie / Romanze
Bezaubernde Lügen (2010)
Kinostart: 06.04.2012
DVD-Start: 01.06.2012 - Blu-ray-Start: 01.06.2012
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Filmkritik zu Bezaubernde Lügen

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2001 verzauberte sie uns als Amélie in ihrer fabelhaften Welt, bewies 2006 in Sakrileg – The Da Vinci Code an der Seite von Tom Hanks, dass sie sich ausnahmsweise auch in einem Hollywood-Blockbuster behaupten kann und überzeugte 2009 mit der Titelrolle in Coco Chanel – Der Beginn einer Leidenschaft. Nun ist die elfenhafte Schauspielerin Audrey Tatou erneut in einer französischen Produktion zu sehen. In Bezaubernde Lügen von Pierre Salvadori, der gemeinsam mit Benoît Graffin das Drehbuch zum Film lieferte, verstrickt sie sich ihrer Mutter gegenüber in Lügen, um dieser wieder Lebensmut zu geben – Auslöser ist ein, an sie selbst gerichteter, anonymer Liebesbrief.

Émelie (Audrey Tatou) führt gemeinsam mit ihrer Freundin Sylvia (Stéphanie Lagarde) einen Friseursalon in einem kleinen Örtchen an der Côte d’Azur. Eines Tages findet sie einen an sie gerichteten Liebesbrief und wirft ihn kurzerhand weg, ohne zu wissen, dass dieser von ihrem Haustechniker Jean (Sami Bouajila) verfasst wurde. Als Émelies Mutter Maddy (Nathalie Baye) sich gehen lässt, nachdem sie von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen wurde, beschließt sie ihr eine Freude zu machen, indem sie ihr die Zeilen des anonymen Schreibers zukommen lässt. Ihr Plan geht auf und Maddy scheint wieder Freude am Leben zu haben. Um ihr das neue gewonnene Lebensglück zu erhalten, schreibt sie weitere, selbstverfasste Briefe. Eines Tages wirft Jean für Émelie einen solchen bei Maddys Tür ein, was diese jedoch mitbekommt und ihn von nun an für ihren heimlichen Verehrer hält. Nicht ahnend, dass es sich bei Jean um den tatsächlichen Verfasser des Briefes, allerdings an sie selbst, handelt, bittet Émelie ihn darum, mitzuspielen, was das Auffliegen des Schwindels aber nur hinauszögern kann.

Der französische Regisseur Pierre Salvadori ist bekannt für seine romantischen Komödien wie Die Anfänger (1995) oder Liebe um jeden Preis (2006), der ersten Zusammenarbeit von Salvadori und Audrey Tatou. Im Rahmen seiner Arbeiten zieht er aber nie eine klare Grenze zwischen Gut und Böse und zeichnet seine Figuren, menschlich wie sie sind, mit charakterlichen Stärken, aber auch Schwächen. So zeigt er auch in Bezaubernde Lügen Menschen, die aus mehr oder weniger gut gemeinten Gründen sowie mangelndem Selbstvertrauen jenen, die ihnen am meisten bedeuten, Leid zufügen, ohne dies zu wollen. Émelie belügt und hintergeht ihre Mutter sozusagen. Zudem will sie Jean aus gekränkter Eitelkeit, weil dieser eine akademische Ausbildung hat, entlassen. Jean wiederum fühlt sich von seiner angebeteten Émelie zurückgewiesen, was sich in seiner nur scheinbaren Hilfsbereitschaft und ganz offen in der Boshaftigkeit ihr gegenüber äußert. Als der Schwindel schließlich auffliegt, kommt auch Maddys verletzter Stolz zum Vorschein, der sie fast schon rachsüchtig erscheinen lässt. Gerade diese Verhaltenszüge machen die Charaktere Salvadoris aber authentisch und verleihen der Geschichte durch die Ecken und Kanten der Figuren ihre Glaubwürdigkeit.

Die französische Schauspielerin Audrey Tatou fügt dem Film trotz ihrer etwas spitzbübischen Erscheinung den von ihr gewohnten Charme hinzu, auch wenn Émelie zunächst eher frech und etwas reserviert wirkt, vor allem als sie zu Beginn einer Kundin kurzerhand ohne Einwilligung den Pony abschneidet oder Jeans Brief unbeeindruckt wegwirft. In ihrem Vorhaben, ihrer Mutter durch einen angeblichen Verehrer wieder Mut zu machen, kommt aber ihr gutes Herz zum Vorschein, immerhin stellt sie jegliche Bemühungen an, um ihre Lüge glaubhaft zu machen und zu erhalten.   
       
Die Geschichte des Films, die eigentlich einen Mann zwischen zwei Frauen stehend zum Ursprungsthema hat, scheint sich im Laufe der Handlung sozusagen von alleine zu entwickeln, indem eine Lüge zur nächsten führt und so weiter. Daraus ergibt sich eine einzigartige und ungezwungene Komik. Aber auch die Dialoge machen einen Großteil des Witzes des Films aus, ganz nach französischer Komödienmanier. Neben den Hauptdarstellern Audrey Tatou, Sami Bouajila, der in Tage des Ruhms 2006) und Inside Ring (2009) zu sehen war, und die mit insgesamt vier Césars, unter anderem für La Balance (1983), ausgezeichnete Nathalie Baye, die 2010 in Small World an der Seite ihres häufigsten Filmpartners Gérard Depardieu spielte, sorgen auch die Figuren der besten Freundin von Émelie Sylvia und besonders Paulette, dargestellt von Judith Chemla, mit ihrer unbeholfenen Art für viele lustige Momente.  

Fazit:
Wie schon in früheren Arbeiten zeigt Regisseur Pierre Salvadori in seiner neuen Komödie Bezaubernde Lügen interessante Figuren, die sich in ihrem charakterlichen Verhalten weder Gut noch Böse zuordnen lassen, sondern gemäß ihrer Menschlichkeit handeln, was der Geschichte Authentizität und den Charakteren eine gewisse Sympathie verleiht. In der Hauptrolle der Friseuse Émelie überzeugt Audrey Tatou, die ihrer Mutter einen anonymen, eigentlich von Haustechniker Jean an sie  adressierten Liebesbrief zukommen lässt, wodurch es zu diversen Lügen und Missverständnissen kommt. Eine wunderbare Dreieckskomödie aus gut gemeinten Lügen, Verstrickungen und witzigen Dialogen, die mit französischem Charme sowie nicht zuletzt dem, der liebenswerten Audrey Tatou besticht.

Wertung:
7/10 Punkte
Filmering.at
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