Iron Sky - Wir kommen in Frieden! (2012)

OT: Iron Sky - 93 Minuten - Action / Komödie / SciFi
Iron Sky - Wir kommen in Frieden! (2012)
Kinostart: 05.04.2012
DVD-Start: 26.10.2012 - Blu-ray-Start: 26.10.2012
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Filmkritik zu Iron Sky - Wir kommen in Frieden!

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Nazis vom Mond - super oder? Auch wenn man bereits dem Trailer ansieht, dass Iron Sky wahrscheinlich kein besonders toller Film wird, eine gewisse Faszination ist vorhanden. Fans von Verschwörungstheorien und alle Anhänger von schrägen Ideen, die ihren Spaß im Trash finden können werden sofort das gewisse Kribbeln verspüren. Das wohlbekannte “wird wahrscheinlich nicht gut sein, muss ich aber trotzdem sehen” Gefühl stellt sich ein. Aber: Bitte verkneift es euch. Denn Iron Sky ist nur ein hohler Container voll leerer Versprechungen. Ein ideenloser und krampfiger Film, der so gut wie nichts richtig macht und leider somit zum langweiligen Rohrkrepierer mutiert.

Wir schreiben das Jahr 2018: Die etwas simpel gestrickte US-Präsidentin (Stephanie Paul) muss sich der Wiederwahl stellen und versucht deshalb sämtliche Tricks um sich die Gunst des Volkes zu sichern. Der neueste Streich: Das schwarze Model James Washington (Christopher Kirby) soll zum Mond geschickt werden um die Zielgruppe zu erweitern. Dort macht dieser aber eine schreckliche Entdeckung: Eine geheime Festung der Nazis, die sich nach dem zweiten Weltkrieg dort versteckt haben und ihre Rückkehr auf die Erde planen. In Anbetracht der modernen Technologie, die sie an “Astronaut” Washington finden, planen die Nazis einen Trupp unter der Leitung von Klaus Adler (Götz Otto) auf die Erde zu schicken um genügend Handys einzusammeln um ihre mächtige Waffe “Götterdämmerung” in Betrieb zu setzen und die Erde zu unterwerfen - doch es kommt natürlich alles anders als geplant...

Klar, eine gewisse Faszination geht von der (grundsätzlich herrlich dämlichen) Grundidee des Films zweifellos aus. Doch es dauert nicht allzu lange, bis man einsehen muss, dass das alles auf dem Papier und in Trailer wesentlich interessanter aussieht als schließlich in einem fertigen Film. Die Filmemacher hatten leider bei weitem nicht genügend gute Ideen um das Spielfilmformat zu füllen und so hat man sich leider viel zu seher auf konventionelle Hollywoodmechaniken verlassen, die den Film immer wieder auffangen sollen, wenn die Ideen rar werden, die aber innerhalb dieser schrägen Rahmenhandlung überhaupt nicht funktionieren.

Denn die trashige Idee hätte sich auch eine durch und durch adäquate Umsetzung verdient. Aber mit einer halbgaren Mischung, die immer zwischen Trash und Konvention pendelt fängt man leider absolut gar nichts an. Und das ist sehr schade, denn im Ansatz hätte es immer wieder einige unterhaltsame Momente gegeben: Wie etwa die bis an die Zähne bewaffneten Raumstationen der Erde, oder die zerstückelte Version von Charlie Chaplins Der große Diktator, die in der neuen Schnittfassung schon einmal zum astreinen Propagandafilm wird, aber diese gelungenen Einzelmomente treten leider viel zu selten auf. Über weite Strecken muss man sich lediglich durch den flachen und unwitzigen Humor des Films und seine langweilige Handlung quälen.

Denn dass sich die Nazis am Mond versteckt haben ist auch schon die einzige Idee die der Film überhaupt hat. Ansonsten hat man einfach nur versucht den Kurzfilmstoff irgendwie auf Spielfilmlänge zu strecken. Die meisten Gags befinden sich dabei auf infantilen Niveau und sorgen nur für gähnende Langeweile. Am besten sieht man dies auch schon an der unfassbar einfallslosen Sarah Palin Parodie im Weißen Haus: Die Filmemacher haben immer nur Schlagwörter und Grundideen parat, aber absolut keine Ahnung wie sie aus dem ungeformten Ansatz einen guten Gag machen können - so bleibt leider nicht viel über, als ein unwahrscheinlich langweiliger Film voll mit peinlichen Momenten und ungenutzten Chancen vielleicht doch einmal witzig zu sein.

Hinzu kommt, dass Iron Sky noch nicht einmal echter Trash ist. Immer wieder orientiert man sich an den klassischen Mechanismen des Mainstreamkinos, und sieht sich gezwungen die Handlung konventionell voranzutreiben und traut sich noch nicht einmal beim Humor in die Vollen zu gehen. Immer wieder bremsen sich die Filmemacher ein, sodass Iron Sky sehr handzahm und brav wirkt. Und jetzt mal im ernst: Wer braucht einen solchen Film? Iron Sky ist zu ideenlos und zurückhaltend um ihn als Trashfest empfehlen zu können und viel zu schlecht gemacht und stupide um im Mainstreamfach etwas zu reissen. Ein Zwitterfilm ohne eigene Identität, der nur versucht mit seiner Idee die Leute ins Kino zu locken.

Fazit:
Viele Leute werden nach dem Trailer ein gespaltenes Verhältnis zu Iron Sky haben. Sieht nicht gut aus, muss ich aber trotzdem sehen (oder so) - aber: Iron Sky muss man sich wirklich nicht ansehen. Die Grundidee der Nazis auf dem Mond ist auch schon das einzige das den Film auszeichnet, ansonsten finden sich nur viele vergeben Chancen, Gags auf Fantastic Movie Niveau und eine stilistische Herangehensweise, die sich nie entscheiden kann ob man nun Trash oder Mainstream sein möchte. Iron Sky sitzt zwischen allen Stühlen und macht dementsprechend auch kaum etwas richtig. Ein ideenloser, langweiliger Film, der ausser seiner Grundidee rein gar nichts zu bieten hat.

Wertung:
3/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 11
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Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015