Die Frau in Schwarz (2012)

OT: The Woman in Black - 95 Minuten - Drama / Horror / Thriller
Die Frau in Schwarz (2012)
Kinostart: 30.03.2012
DVD-Start: 09.08.2012 - Blu-ray-Start: 09.08.2012
Will ich sehen
Liste
15606
Bewerten:

Filmkritik zu Die Frau in Schwarz

Von am
Es war die Rolle des beliebten Zauberschülers Harry Potter aus Joanne K. Rowlings Romanserie, die Daniel Radcliffe in der insgesamt 8-teiligen Kinoverfilmung bereits im Alter von nur elf Jahren schlagartig zu Weltruhm verhalf. Und genau von dieser prägenden Charakterdarstellung will sich der mittlerweile erwachsen gewordene Brite nun lösen und seinen bisherigen, aber auch potentiell neuen Fans beweisen, dass er auch abseits der Zauberwelt von Hogwarts eine gute Figur machen kann. Und das scheint ihm zumindest in seinem ersten Post-Potter-Film Die Frau in Schwarz, in dem Radcliffe sowie dem Kinopublikum das Gruseln gelehrt wird, durchaus zu gelingen.

Auch bei Die Frau in Schwarz handelt es sich wiederum um die Adaption eines Bestsellers, dem 1982 veröffentlichten, gleichnamigen Roman der britischen Autorin Susan Hill, der bereits für einen Fernsehfilm, ein Hörspiel sowie ein Theaterstück herangezogen und adaptiert wurde. Unter der Regie von James Watkins, der schon bei dem Horrorstreifen Eden Lake (2008) mit Michael Fassbender Regie führte und das Drehbuch schrieb, machte nun Drehbuchautorin Jane Goldman, die unter anderem bei Kick Ass (2010) und Eine offene Rechnung (2011) als Co-Autorin beteiligt war, die literarische Vorlage als im 19. Jahrhundert angesiedelte Handlung für das heutige Kinopublikum zugänglich.

Der junge Witwer und Londoner Rechtsanwalt Arthur Kipps (Daniel Radcliffe), der sich nach dem Tod seiner Frau (Sophie Stucky) nur mithilfe eines Kindermädchens um seinen Sohn Edward (Mischa Handley) kümmern kann,  muss geschäftlich ins kleine Örtchen Crythin Gifford reisen. Dort soll er sich um den Nachlass der verstorbenen Alice Drablow kümmern und anhand der Papiere in der entlegenen, verlassenen Villa Eel Marsh House ihren letzten Willen ermitteln. Im Dorf angekommen stößt Arthur aber schnell auf Ablehnung seitens der Bewohner, so will man ihm zunächst sogar die Unterkunft verwehren und auch sein Ansprechpartner, Anwalt Jerome (Tim McMullan) versucht ihn abzuwimmeln. Arthur setzt seine Untersuchungen dennoch fort und erfährt dabei von Mrs. Drablows verstorbenem Sohn, der ihr von ihrer Schwester weggenommen und jeglicher Kontakt zu ihm verwehrt wurde. Während seinem Aufenthalt im Eel Marsh House, das nur bei Ebbe zu erreichen ist, ereignen sich merkwürdige Dinge und spätestens als ihm die Frau in Schwarz (Liz White) erscheint, wird ihm bewusst, dass er nicht alleine ist. Unterstützung erhält Arthur von Gutsbesitzer Sam Daily (Ciarán Hinds), dessen Sohn, wie auch andere Kinder im Dorf, aus unerklärlichen Gründen in den Tod ging, aber nicht an einen Zusammenhang mit der Geistererscheinung der Frau in Schwarz glauben will. Die anderen Bewohner hingegen verbinden Arthurs Begegnung mit der Frau mit weiteren Todesfällen von Kindern und als Edward mit dem Kindermädchen nachreisen soll, muss dieser einen Weg finden, um dem Spuk endgültig ein Ende zu setzen, um seinen eigenen Sohn nicht in Gefahr zu bringen.   

Auch wenn sich Daniel Radcliffes knabenhafte Erscheinung untrennbar mit dem Charakter des ehrgeizigen Zauberlehrlings in unsere Köpfe eingeprägt hat, so muss man doch erkennen, dass er diesen – nicht nur durch die männliche Gesichtsbehaarung – schon nach wenigen Minuten ablegt und seine schauspielerische Wandelbarkeit zeigt. So überzeugt er auch in der Rolle des alleinerziehenden Vaters und mutigen Anwalts, der dem gruseligen Geheimnis der Frau in Schwarz ohne Kompromisse nachgeht.

Thematisch bietet Die Frau in Schwarz nicht wirklich Neues, sondern greift seiner Vorlage entsprechend den Stoff rund um eine geisterhafte Erscheinung, die die Menschen aus Rache heimsucht, auf. Dennoch funktioniert Watkins Version, überzeugt mit seiner düsteren Atmosphäre sowie zahlreichen Schockmomenten und das Ende wird vor einer allzu vorhersehbaren Entwicklung bewahrt. Aber auch die Darstellung der Frau in Schwarz im authentischen, viktorianischen Trauerkleid lässt ihr düsteres Auftreten zwar gruselig, aber nicht übertrieben wirken, vor allem durch ihr größtenteils dezentes und nur ansatzweises Erscheinen. Im Gegensatz zu anderen Horrorgeschichten dieser Art kommt der Film ohne große Spezialeffekte aus und arbeitet vor allem mit der Herstellung einer gruseligen Stimmung, die der, Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelten Geschichte eine durchgehende, den Zuseher fesselnde Spannung garantiert.

Fazit:
Nach dem Welterfolg mit den Harry Potter- Filmen zeigt sich Daniel Radcliffe nun von seiner erwachsen gewordenen Seite, obwohl er auch hier der magischen und übersinnlichen Welt nicht entkommt. Unter der Regie von James Watkins zeigt er dabei, dass er über die Rolle des Zauberschülers hinausgewachsen ist und beweist in dem, auf der gleichnamigen Buchvorlage von Susan Hill basierenden Gruselstreifen seine Wandelbarkeit. Trotz des klischeehaften Geisterthemas des Films, besticht er mit seiner düsteren Stimmung, zahlreichen Schockmomenten sowie einem soliden Spannungsbogen. Er überzeugt als Gruselfilm mit Gänsehautfaktor und hebt sich nicht zuletzt durch sein so überhaupt nicht klischeehaftes Ende von Filmen seines Genres ab.     

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.1/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 23
10 /10
9%
9 /10
0%
8 /10
35%
7 /10
35%
6 /10
13%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
4%
2 /10
4%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
The Ring - Das Grauen schläft nie (2002)
Dark Shadows (2012)
Wolf - Das Tier im Manne (1994)
Der Babadook (2014)
Dread (2009)
Red Lights (2012)
Rambo 2 - Der Auftrag (1985)
Conjuring - Die Heimsuchung (2013)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von KinoKatz
Erstellt: 18.09.2016
Geister / Dämonen Streifen
Liste von Aphelion
Erstellt: 10.12.2012