Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen (2012)

OT: The Pirates! Band of Misfits - 88 Minuten - Zeichentrick / Abenteuer / Familie
Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen (2012)
Kinostart: 30.03.2012
DVD-Start: 16.08.2012 - Blu-ray-Start: 16.08.2012
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Filmkritik zu Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen

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Nachdem die Aardman Studios mit ihren Knetfiguren „Wallace & Gromit“ bei Kritikern und Publikum Erfolgen gefeiert hatten, legte die britische Trickschmiede 2006 erst einmal die Knetmasse zur Seite. „Flutsch und Weg“ und zuletzt „Arthur Weihnachtsmann“ wurden vollständig am Computer generiert. Nach sechs knetfreien Jahren bringt Peter Lord, Mitbegründer der Studios, nun endlich wieder ein Stop-Motion-Abenteuer in die Kinos – und das in 3D. „Piraten! Ein merkwürdiger Haufen“ basiert auf den komischen Abenteuerbüchern von Gideon Defoe, die sich und die Piraterie nicht ganz so ernst nehmen. Mit viel britischem Charme und Humor beweisen die Aardman Studios mit der Verfilmung, dass das Genre der amüsanten und actiongeladenen Freibeuter-Filme nicht nur der „Fluch der Karibik“-Reihe allein gehört.

Der Piratenkapitän hat sich mit Leib und Seele dem Leben auf See verschrieben und auch auf seine enthusiastische Crew kann er immer zählen. Doch diese Piraten sind alles andere als ein „Schrecken der Weltmeere“.  Das soll sich ändern, denn in diesem Jahr will der Piratenkapitän endlich den Preis als Pirat des Jahres gewinnen und damit seinen Konkurrenten Black Bellamy, Holzbein Hastlings und Entermesser Liz das Fürchten lehren. Bei dem eher ungeschickten Versuch, Schiffe zu plündern, stoßen sie auf den ehrgeizigen Wissenschaftler Charles Darwin. Als dieser ihnen verspricht, mit dem vermeintlichen Papagei des Piratenkapitäns einen großen Wissenschaftspreis zu gewinnen und so zu Reichtümern zu gelangen, machen sie sich auf dem Weg nach London. Unglücklicherweise regiert dort die diabolische Königin Victoria, die nichts mehr hasst als Piraten. Aber was tut man nicht alles für den Preis als Pirat des Jahres...

„Piraten – Ein merkwürdiger Haufen“ war für die Aardman Studios weit mehr als eine Rückkehr zu ihren Wurzeln. Vielmehr mussten sie die Stop-Motion-Technik noch einmal revolutionieren und mit visuellen Effekten kombinieren, da man zum Beispiel beim Erschaffen des Meeres an die Grenzen der Knetkunst gestoßen wäre. 320 Personen waren an der Produktion des 3D-Films beteiligt und allein das von Hand geformte Piratenschiff nahm 5000 Stunden Arbeit in Anspruch. Der Aufwand hat sich gelohnt: Mit viel Detailtreue und erstaunlichen Effekten beeindruckt das Stop-Motion-Abenteuer auf visueller Ebene voll und ganz. Ob das 3D da zusätzlich noch notwendig war, sei dahingestellt, aber stören tut es auf keinen Fall. Die Geschichte scheint zunächst liebevoll und nett aufbereitet, entwickelt sich aber im Laufe des Films zu einem immer extravaganteren Trip. Das wird nicht zuletzt durch die schrägen Auftritte von Königin Victoria noch einmal auf die Spitze getrieben. Mit seinen augenzwinkernden Anspielungen auf die Popkultur und Geschichte und allerlei Zweideutigkeiten könnte „Piraten! – Ein merkwürdiger Haufen“ mehr ein Film für Alt als für Jung sein. Für Kinder haben die vielen witzigen Slapstick-Einlagen aber genug Schauwert und die verrückten Charaktere,  allen voran Charles Darwins zum Menschen gedrillter Affe, machen reichlich Spaß.

Ist das Piratenschiff das visuelle Glanzstück des Films, so ist die Piratencrew mit ihren liebevollen und individuellen Charakteren, allen voran der grundsympathische Piratenkapitän, das inhaltliche Herzstück. Vom ersten Moment an, wenn der kunterbunte Haufen seine beliebte „Schinkennacht“ feiert, hat die Crew die Zuseher auf ihrer Seite. Da stört es weniger, wenn die Handlung in immer verrücktere Gewässer abdriftet -  Stichwort Backpulver - aber Realität ist schließlich auch nicht der oberste Anspruch des Films.

Fazit:
„Die Piraten! – Ein merkwürdiger Haufen“ beeindruckt ganz besonders, wenn man die Entstehungsgeschichte des Films beachtet. Aber auch Kindern und Erwachsenen, die actiongeladene Szenen, komische Figuren und reichlich Gags sehen wollen, bietet der Stop-Motion-Film mehr als genug.

Wertung:
7/10 Punkte
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