Yellow Brick Road (2010)

OT: Yellowbrickroad - 98 Minuten - Horror / Thriller
Yellow Brick Road (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Yellow Brick Road

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Im Jahr 1940 wanderten sämtliche Einwohner des kleinen Kaffs Friar in New Hampshire in die Berge Richtung „YellowBrickRoad“. Die Hälfte wurde erfroren aufgefunden, einige wurden auf bestialische Weise aufgeschlitzt, andere bleiben bis heute verschwunden. Wenn so eine Legende nicht Grund genug ist, sich zu formieren und gemeinsam diesen Pfad zu suchen, um die Ursachen dieses Massensterbens herauszufinden, gäbe es wohl heute nicht diese Filmproduktion.

Selbstverständlich gibt es diese Legende aus Friar nicht, dennoch wird mehrmals versucht beim Zuschauer das Gefühl aufkommen zu lassen, dass alles ja doch wahr sein könnte und nicht nur dieses Element lässt einen unverweigerlich an The Blair Witch Project erinnern.
 
1) Wie schon beim Blair Witch Project, wird auf einen unbekannten Cast gesetzt. Tatsächlich wirken alle Schauspieler weniger wie Schauspieler, als leichtgläubige BOKU- Studenten, die sich unverständlicherweise außerordentlich darauf freuen, tagelang unterwegs zu sein, massenhaft Zeug mitzuschleppen und bald weit und breit keinerlei Zivilisation in ihrer Nähe zu haben.

2) Wie schon beim Blair Witch Project, spielen die visuellen Aufnahmen und Mitschnitte eine wichtige Rolle. Zwar wird (glücklicherweise) nicht mit reiner Handkamera gearbeitet, allerdings wird das Filmen im Film eingesetzt. Soll heißen, wenn sich die Truppe gegenseitig auf Mini- DV aufnimmt, um ihren momentanen Gefühls- und Geisteszustand abzufragen, sieht der Zuschauer durch die Augen des Kameramanns einen Kameramann, der etwas aufnimmt, was – wie auch schon bei dem berühmten Vorbild – eine eigenartige Unheimlichkeit erzeugt.

3) Wie schon beim Blair Witch Project, sind die Möglichkeiten der Spannungserzeugung äußerst rar. Manchmal ist es die von Anfang an sichtlich gestörte Mitwanderin, bei der man jede Minute einen Amoklauf vermutet, dann ein Hut, der dessen Träger langsam aber sicher verändert und dann wieder eigenartige Musik, die nicht mehr aufhört zu spielen.
 
Ja, YellowBrickRoad ist sich offentlich selbst nicht zu Schade, mit keiner wirklich neuen Idee aufzutauchen, sondern bedient sich viel lieber an einer alten, die vor Jahren funktionierte und scheitert schlussendlich vollkommen daran.

Zwar bemühen sich die Regisseure Jesse Holland und Andy Mitton zu Beginn sichtlich eine spannende Legende zu erschaffen, weigern sich jedoch vehement diese in irgendeiner Art und Weise zu erklären. Während sich der Film im ersten Drittel darauf beschränkt, die Reise der farblosen Anfang- Dreißiger darzustellen, geht es in den letzten zwei Dritteln nur mehr um den stetigen psychischen Verfalls jedes einzelnen Wanderers, der jedoch so aus dem Nichts und innerhalb einer Millisekunde geschieht, dass man als Zuseher einfach nur kopfschüttelnd vor dem Fernseher sitzt. Durch die Verabsäumung des Regiseurenteams, interessante Charaktere aufzubauen, mit denen man beginnt mitzufiebern, erscheint deren Mutation in verrückte Mörder und/oder Selbstmörder geradezu lächerlich, genauso wie das Auftauchen der „YellowBrickRoad“ (um die es doch eigentlich die ganze Zeit ging).

Es gibt wohl nichts Schlimmeres, als ein Film ohne Substanz, der nur wie eine Aneinanderreihung von eigenartigen Szenen erscheint, die weder mitreißend, noch spannend, noch intelligent sind. Das größte Drama ist sicherlich das literarische Vorbild. Die Yellow Brick Road ist eines der wohl interessantesten und schönsten Elemente des Klassikers Der Zauberer von Oz. Diese Straße, gespickt mit tausenden Interpretationsmöglichkeiten ist entweder voller widerlicher Kreaturen, oder ein Weg des Glücks und der Zufriedenheit. Die Tatsache, dass man gerade diese Straße als Grundlage für einen mehr als überflüssigen Horrorfilm genommen hat, unterstreicht wohl noch einmal die Talentlosigkeit und den fehlenden Respekt der beiden Regisseure, welche auch noch für das Drehbuch verantwortlich sind.
 
Fazit:
YellowBrickRoad überzeugt in erster Linie durch sein Plakat, das im Grunde genommen leider nichts mit dem Film an sich zu tun hat. Die Hälfte der Umsetzung ist geklaut von The Blair Witch Project und der Rest ist abwechselnd langweilig/ langatmig und verstörend/sinnlos. Am Ende des Films ist es so, als hätte man den Film nie gesehen, weil von der nicht vorhandenen Substanz logischerweise nichts hängen bleibt.

Wertung:
2/10 Punkte
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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015