Chuck und Larry

OT: -  110 Minuten -  Komödie
Chuck und Larry
Kinostart: 28.09.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
Will ich sehen
Liste
1558
Bewerten:

Filmkritik zu Chuck und Larry

Von am

Kevin James hat es nach seiner wahnsinnig beliebten Rolle als Doug Hefferan in der Erfolgssitcom King of Queens endlich auf die große Leinwand geschafft. Bereits im Jahr 2005 durfte er an der Seite von Hollywood-Schwergewicht Will Smith in der durchaus beliebten Komödie Hitch - Der Date Doktor erste Kinoluft schnuppern. Nun darf man natürlich nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern muss versuchen, den kurzzeitigen Aufwind bestmöglich zu nutzen. Dies soll nun der hier besprochene Chuck und Larry im Doppelpack mit Adam Sandler erreichen.

Larry Valentine (Kevin James) und Chuck Levine (Adam Sandler) sind die besten Freunde und arbeiten gemeinsam bei der Feuerwehr in Brooklyn. Larry hat vor drei Jahren seine Frau verloren, und nach deren Tod fiel es ihm sehr schwer, weiterzumachen. Deshalb hat er auch die Frist vergessen, in der er seine Lebensversicherung von seiner Frau auf seine beiden Kinder hätte umschreiben können. Von einer Beamtin bekommt er nun den Tipp, dass es möglich ist, die Versicherung umzuschreiben, wenn man erneut heiratet. Und da er Chuck einmal während eines Einsatzes das Leben gerettet hat, schuldet dieser ihm etwas.

Also tut sich das ungleiche Paar zusammen, um gemeinsam gegen die Bürokratie anzukämpfen. Sie reisen nach Kanada und heiraten. Doch damit ist die Sache nicht erledigt: Das Gesetz schreibt vor, dass die Ehe kontrolliert wird, damit niemand das neue Gesetz ausnützen kann. Deshalb haben die beiden schon bald den aufdringlichen Clint Fitzer (Steve Buscemi) auf den Fersen, der versucht, ihnen ihren Betrug nachzuweisen. Um dieser Lage zu entfliehen, nehmen sie sich eine Anwältin. Doch es kommt noch schlimmer: Chuck, der ewige Frauenheld, verliebt sich in ihre Rechtsvertretung Alex McDonough (Jessica Biel), und auch bei der Feuerwehr läuft die Show langsam aus dem Ruder...

Chuck und Larry versucht gleich von Anfang an, immer schön im Muster zu bleiben. So wird Kevin James natürlich in seiner Paraderolle als Kumpeltyp eingesetzt. Es wirkt beinahe, als könnte er nichts anderes spielen, denn bis dato mimte er immer nur den netten Kerl von nebenan. Positiv dabei ist allerdings, dass er wirklich für diese Rolle geboren ist und einfach immer gnadenlos sympathisch bleibt. Die etwas größere Rolle steht aber Adam Sandler zu, der ebenfalls nicht maßgeblich von seiner Standardrolle abweicht: Er ist ein etwas ruppiger, aber eigentlich doch netter Kerl, der alle verarscht und auch einmal körperlich wird. Also eigentlich genau die Rolle, die er bereits in all seinen anderen Filmen spielte.

Jessica Biel dient eigentlich nur als Eye Candy. Man benutzt sie, um die körperlichen Reize der Frauenwelt darzustellen, und das Ziel dabei ist es selbstverständlich, nicht nur Chuck, sondern vor allem dem Publikum den Kopf zu verdrehen. Dabei gilt das einfache Prinzip, "Wer es bis jetzt mochte, dem wirds auch hier gefallen". Wer also mit dem nicht gerade taktvollen Humor von Adam Sandler zurecht kommt, und wer Kevin James bereits in King of Queens toll fand, der wird auch mit Chuck und Larry seine Freude haben. Besonders den King of Queens-Fans wird mit ähnlichem Humor und einigen Darstellern aus der Serie ein Häppchen vorgeworfen, auch wenn der Charme der Serie dabei nicht erreicht wird.

Wirklich gut gelungen sind allerdings die kleinen Nebenrollen des Films, die von den Machern wirklich interessant besetzt wurden. So darf Steve Buscemi erneut in eine vollkommen schräge Rolle als Kontrolleur Clint Fitzer,schlüpfen und hinterlässt trotz leider sehr geringer Screen Time einen nachhaltigen, schmierigen Eindruck. Auch der schon lange nicht mehr gesehene Dan Akroyd darf sein Gesicht wieder einmal auf der großen Leinwand zeigen und bleibt ebenfalls als einer der Pluspunkte in Erinnerung. Ving Rhames bekommt eine etwas zwiegespaltene Rolle, bei der er einmal etwas von seinem gewöhnlichen Klischee abrücken kann, und auch einige Schauspieler aus King of Queens haben es in den Film geschafft, was den Fans sicher gefallen wird. So gesehen sind die Nebenrollen die eigentlichen Höhepunkte des Films.

Das große Problem des Films ist allerdings, dass er versucht, zu viele Zutaten in einen Topf zu werfen. An erster Stelle ist Chuck und Larry natürlich eine Komödie mit mal mehr, mal weniger gut gelungenen Gags. Das Ganze bleibt immer schön flach, und geht auch öfters unter die Gürtellinie. Dann versucht der Film aber auch noch, eine romantische Komödie zu sein und baut eine Liebesgeschichte ein. Diese Kombination an sich ist allerdings noch nicht schlimm, da sie auch in vielen anderen Komödien bereits erfolgreich angewendet wurde, aber was sich als wirklich störend erweist, sind die moralischen Statements zu homosexuellen Beziehungen, die so gar nicht in das Konzept des Films passen.

Es ist schon beinahe kindlich naiv, wie man zunächst alle als Feinde der beiden Homosexuellen zeichenet, nur um sie dann ihre Ansichten ändern zu lassen, und so demonstrativ für mehr Verständnis zu werben. Natürlich sind alle Mitarbeiter der Feuerwache zunächst entsetzt über die Ehe ihrer Kollegen, aber wie aus dem Stegreif drehen sie sich plötzlich um 180° und stehen hinter ihren Freunden. Auch dass die beiden zu den Helden der Szene werden und es dann schließlich bei ihrer Gerichtsverhandlung zu einem groß angelegten Showdown zwischen homo- und heterosexuell kommt, bei dem es mehr als überflüssig ist, zu raten, wer wohl gewinnen wird, wirkt sich doch störend auf die Gesamtwirkung aus.

Ich will hier keinenfalls sagen, dass es falsch ist, für die Rechte der Homosexuellen zu plädieren, aber es passt einfach nicht in diesen Film. Dieses naive und aufgesetzte Statement hilft niemandem, und so wäre es besser gewesen, wenn man ganz darauf verzichtet hätte. Insgesamt bleibt Chuck und Larry dennoch relativ kurzweilig, auch wenn bei weitem nicht alle Gags sitzen. Freunde von Kevin James und Adam Sandler können gerne einen Blick riskieren, und generell ist Chuck und Larry für alle, die sich auch mit seichtem Humor anfreunden können, eine Überlegung wert. Dass es aber viel bessere Alternativen gibt, ist allerdings auch klar.

Fazit:
Chuck und Larry setzt die ganze Laufzeit über auf die klassischen Rollen seiner Hauptdarsteller. Kevin James ist der nette Typ von nebenan und Adam Sandler ein etwas ruppiger, aber doch guter Kerl. Jessica Biel wird auf ihre Schauwerte reduziert, und die beiden Nebendarsteller Dan Akroyd und Steve Buscemi sind eigentlich der wahre Höhepunkt des Films. Ansonsten wird durchschnittliche Kost geboten, wobei die Gags mal mehr, mal weniger zünden und eine sehr aufgesetzte, moralische Botschaft dem Film mehr schadet, als sie ihn bereichert.

Wertung:
5/10 Punkte

Filmering.at
Community
Ø Wertung: 6.2/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 13
10 /10
0%
9 /10
15%
8 /10
8%
7 /10
15%
6 /10
31%
5 /10
15%
4 /10
8%
3 /10
8%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Evan Allmächtig
Der Teufel trägt Prada
Willkommen bei den Sch
Asterix bei den Olympischen Spielen
Bierfest
Das Leben des Brian
Sterben für Anfänger
Ein fliehendes Pferd
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!