Blink - Tödliche Augenblicke (1994)

OT: Blink - 106 Minuten - Thriller
Blink - Tödliche Augenblicke (1994)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Blink - Tödliche Augenblicke

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Emma Brody (Madeleine Stowe) ist blind, aber umso selbstbewusster und eigenständiger in ihrem Leben, das durch einen tragischen Vorgang in ihrer Kindheit beeinflusst wurde. Ihre Mutter (Marilyn Dodds Frank) hatte die Achtjährige misshandelt, was Emmas Blindheit zur Folge hatte. Emma hat ihre Musik, spielt Violine in einer Band namens „Drovers“ in den Bars von Chicago, ist mit Candice (Laurie Metcalf) von der Band befreundet. Michael Apted („James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug“, 1999; „Enigma“, 2001; „Genug!“, 2002) nimmt diese Situation zum Ausgangspunkt einer Inszenierung zwischen Thriller und Liebesfilm um eine blinde Frau, ohne jedoch in die zuckersüßen Tiefen melodramatischer Klischees herabzusteigen. Im Gegenteil: Die Atmosphäre ist oft unterkühlt und zeigt nicht unbedingt die Sonnenseiten von Chicago. Die Liebesgeschichte, die erzählt wird, hat nichts zu tun mit den üblichen Genre-Streifen und Emma wird nicht als mitleidsheischende und hilfsbedürftige arme Frau dargestellt.

Emma erhält von dem Augenspezialisten Dr. Pierce (Peter Friedman) die Chance, wieder sehen zu können. Eine Operation zunächst an einem Auge (durch die Transplantation eines Spender-Auges) ist erfolgreich. Eine zweite Operation folgt. Allerdings sieht Emma noch lange Zeit nicht klar, sondern nimmt vieles verschwommen, „verwaschen“ dar. Dr. Pierce, der in Emma verliebt ist, rät ihr zu Geduld. Zudem besteht das Problem, dass Dinge, die ihre Augen erfassen, erst Stunden später von ihr realisiert werden. Eines Abends hört sie Geräusche im Treppenhaus, sieht einen Schatten, aber erst am folgenden Tag visualisiert sie das Gesicht eines Mörders. Der zuständige Detective Hallstrom (Aidan Quinn) von der Mordkommission, den Emma aufsucht, glaubt kein Wort von dem, was sie ihm erzählt. Auch sein Vorgesetzter Lieutenant Mitchell (Bruce A. Young) und sein Kollege Ridgley (James Remar) haben starke Zweifel, selbst dann, als in der Nachbarwohnung Emmas eine Ermordete aufgefunden wird.

Der offenbar psychopathische Serienkiller (Paul Dillon) setzt sein Werk fort. In den Archiven eines Krankenhauses findet Hallstrom schließlich die entscheidenden Hinweise auf den Täter, der nun Emma selbst ins Visier nimmt ...

Man kann stark daran zweifeln, ob derartige Augenoperationen mit den genannten Folgen überhaupt möglich sind. Ich weiß es nicht. Aber dies spielt für die Geschichte des Films keine Rolle. Der für visuelle Effekte zuständige Art Durinski und Dante Spinotti hinter der Kamera haben jedenfalls mit viel Bedacht und Phantasie erfolgreich versucht, die visuellen Probleme Emmas für den Zuschauer „sichtbar“ zu machen. Spinotti ist es auch zu verdanken, dass die Atmosphäre einer düsteren, kühlen Großstadt dem Film den nötigen Background verschafft, in der Aidan Quinn, Thomas Ridgley und Bruce A. Young eine Truppe von Cops bilden, die nicht heroisiert, andererseits aber auch nicht als unsympathisch dargestellt werden. Die Liebesgeschichte zwischen Emma und Hallstrom ist von den üblichen Klischees frei. Aus den Auseinandersetzungen zwischen beiden entwickeln sich einige starke Momente des Films.

Die zentrale Rolle des Films allerdings spielt Madeleine Stowe, eine nicht nur dem Wortsinn nach oder vom Drehbuch oktroyierte emanzipierte Frau, die trotz ihrer jahrelangen Blindheit einen eigenständigen Weg gefunden hat und die, nachdem sie das Gesicht des Mörders in zunächst verschwommenen Umrissen visualisiert hat, nicht aufgibt, um Hallstrom und seine Leute davon zu überzeugen, dass Gefahr im Verzug ist. Auch der Showdown, in dem Emma um ihr Leben fürchten muss, ist nicht nach der Art „hilfsbedürftige Frau wird von Cop gerettet“ inszeniert. Sie weiß sich selbst zu helfen. Aidan Quinn spielt einen Cop zwischen typisch männlicher Arroganz und Sensibilität, den die junge Frau immer stärker fasziniert.

„Blink“ ist ein über weite Strecken unterhaltsamer und spannender Film, der weitgehend ohne Genre-Klischees auskommt und seine Geschichte nahe an der Realität erzählt – trotz aller Zweifel, die man an der geschilderten Augenoperation und ihren Folgen haben mag. Nette Unterhaltung eben.

Wertung:
6/10 Punkte
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