Der Exorzismus der Emma Evans (2010)

OT:  La posesión de Emma Evans - 98 Minuten - Horror
Der Exorzismus der Emma Evans (2010)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 30.03.2012 - Blu-ray-Start: 30.03.2012
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Filmkritik zu Der Exorzismus der Emma Evans

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Spätestens seit REC (2007) dürfen sich die Spanier ruhig als solide Horrormacher bezeichnen, allerdings schafft es nur selten ein Film auf den europäischen Kinomarkt. La posesión de Emma Evans schaffte es immerhin nach England,  Australien, Italien und noch einige Länder ins Kino, allerdings nur als DVD in den deutschsprachigen Raum.

Spätestens seit The Blair Witch Project (1999) weiß man auch, dass speziell im Horrorgenre ein dickes Budget nicht notwendig sein muss, um den Zuschauer vor Angst schreien zu lassen. La posesión de Emma, ebenfalls erschienen unter dem Titel Exorcismus  Evans gehört zu dieser Gruppe – sowohl bei Schauspielern, als auch Effekten, sowie Equipment wurde sichtlich eingespart, was jedoch ein gutes Drehbuch und eine passable Kameraarbeit locker wettmachen könnte.

Emma Evans ist ein 17 jähriges Schulmädchen aus der typisch englischen Middle- Class- Schicht. Manchmal nerven die Eltern, dann wieder der kleine Bruder – ein ganz normales Leben eben. Allerdings geschehen immer merkwürdigere Dinge mit ihr, in den vielen Blackouts schreibt sie Hilfebotschaften auf Badezimmerspiegel, bedroht den Bruder und die Eltern und bald ist sie selbst davon überzeugt, dass der Leibhaftige in sie gefahren ist. Praktischerweise ist der Onkel Priester und bereit einen Exorzismus durchzuführen, denn langsam ist die ganze Familie in Gefahr. Doch was eigentlich besser werden sollte, wird mit jedem Tag immer schlimmer...

Eines muss man Regisseur Manuel Carballo lassen: trotz sichtlich knappem Produktionsbudget hat er wirklich versucht, alles aus dem Stoff herauszuholen. Allerdings gibt dieser doch recht wenig Innovatives her. Wie in 90% aller Erxorzismus- Filme fährt Satan in ein (junges ) Mädchen, das mit Religion absolut gar nichts am Hut hat. Wie in 99% aller Exorzismus- Filme, braucht die Familie erst ¼ der Filmlänge, um die Besessenheit des eigenen Kindes zu erkennen und etwas (Wirksames) dagegen zu unternehmen. Und wie in 100% aller Exorzismus- Filme sind die verschiedensten Elemente der Besessenheit alle gleich: unkontrolliertes Erbrechen, Freude am sich selbst und andere Verletzen, immer wieder in fremden Zungen sprechen und dabei ziemlich anstößig werden, sowie der sichtbare äußerliche Verfall. Warum nicht einmal anders? Warum fährt der Teufel nicht einmal in einen 30 jährigen Bauern, der plötzlich überaus höflich wird? Warum befällt der Beelzebub nicht einmal eine 80 jährige Nonne, die plötzlich fliegen kann? Wenn man sich während eines Films dermaßen oft die Frage „warum?“ stellt, läuft etwas definitiv nicht so, wie es sein sollte.

Manuel Carballo verlässt sich offensichtlich zu sehr auf Altbewährtes, als dass er sich bemüht Charaktere darzustellen, welche den Zuschauer in ihren Bann ziehen. Dadurch, dass sämtliche (wenn auch No-Name) Darsteller lediglich Schablonen bereits vergangener Verfilmungen sind, empfindet man während ihres Schauspiels relativ wenig und befasst sich eher mit  den Dingen, die gerade ein Low- Budget Film versuchen sollte zu verstecken. Aufgrund der fehlenden Tiefe der Figuren, fallen einem die wenigen Effekte auf, die der Film zur Verfügung hat: 0815- Soundtrack, oder gleich gar keiner, hin und wieder eine knallende Tür oder ein durch die Gegend fliegendes Kreuz, sowie das fade, wirklich miserable Make- Up der immer besessener werdenden Hauptdarstellerin. Alles wird dabei mit einer (oder mehreren) Handkameras gefilmt, meist aus Ecken des Zimmers, hinter den Vorhängen oder zwischen Türspalten. Wahrscheinlich sollte dies dem Film einen Doku- Touch geben, oder vielmehr auf einen unbekannten Beobachter, hinweisen der allerdings aufgrund der laschen Story eher wie ein Hobby- Voyeur erscheint.

Das Tragische an dem Ganzen ist schlussendlich nicht das Schicksal der armen Emma, das auch den Tod von Familienmitgliedern einschließt, sondern die Tatsache, dass an dem Punkt , als eine vermeintlich gute Figur plötzlich ihr wahres Gesicht zeigt, vom Zuschauer vollkommen desinteressiert aufgenommen wird. „Ach, der ist Böse? Auch egal.“ wird es wohl eher heißen, anstatt „Wow, was für eine Wendung“

Fazit:
La posesión de Emma Evans verpasst leider den Anschluss. Anstatt das eher weniger vorhandene Budget mittels spannender und noch nicht dagewesener Exorzismus- Story wieder gut zu machen, bleibt der Regisseur bei dem, was so ziemlich alle Regisseure vorangegangener Teufelsaustreibungs- Filme schon bereits x-mal erzählt haben. Möglicherweise könnte diese Startegie aufgehen, wenn die Schauspieler in der Lage wären, den Zuschauer trotzdem in ihre Geschichte zu verwickeln, dies gelingt allerdings, sowohl aufgrund fehlendes Talents, als auch mieser Figurenzeichnung absolut nicht. Relativ schnell öden einen die billigen Szenen an und man sehnt das Ende viel zu früh herbei. Dass der Film noch dazu exakt so endet, wie man es sich vorstellt, enttäuscht noch viel mehr.

Wertung:
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