Rezept zum Verlieben

OT: -  104 Minuten -  Romantische Komödie 
Rezept zum Verlieben
Kinostart: 14.09.2007
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Rezept zum Verlieben

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Warum etwas Neues entwickeln, wenn das Publikum immern nur Variationen des Altbewährten will? Diese Frage dürften sich die Produzenten in Hollywood schon des Öfteren gestellt haben. Besonders die romantischen Komödien der Traumfabrik scheinen sich so gar nicht weiterzuwentwickeln. Mit Rezept zum Verlieben geht man sogar noch einen Schritt weiter: Der Film erfüllt nicht nur die gängigen Attribute, die ein solcher Film mit sich bringt, sondern er ist auch noch ein Remake. Das Original ist in diesem Fall der deutsche Film Bella Martha von Sandra Nettelbeck, aber trotz aller gängigen Klischees mutiert Rezept zum Verlieben zu der bist dato besten romantischen Komödie des Jahres.

Kate (Catherine Zeta-Jones) ist eine erfolgreiche, zielstrebige Köchin, die sich bis zur Chefin der Küche in einem angesagten Restaurant hochgearbeitet hat. Für sie gibt es nur ihre Arbeit, aber ihr Leben verändert sich, als ihre Schwester tödlich verunglückt und sie sich von nun an um ihre neunjährige Nichte Zoe (Abigail Breslin) kümmern muss. Doch nicht nur ihr Privatleben, sondern auch ihr berufliches Leben wird einer Veränderung unterzogen. Da sich Kate nach dem Tod ihrer Schwester ein paar Tage frei nehmen musste, hat die Restaurantbesitzerin  Paula (Patricia Clarkson) einen neuen Koch eingestellt, der nur gekommen ist, um von Kate zu lernen. Die Abneigung, die sie zunächst für den exzentrischen Nick (Aaron Eckhart) empfindet, wandelt sich schnell in Zuneigung um...

Regisseur Scott Hicks, der bereits für seinen Film Shine für den Oscar nominiert war, schafft es mit seinem neusten Film Rezept zum Verlieben sehr gut, auf der einen Seite die Klischees des Genres zu erfüllen, aber auf der anderen Seite alles Mögliche aus diesen Stereotypen herauszukitzeln. Zwar gibt es auch hier die grundsätzliche Situation, dass zwei sehr verschiedene Typen aufeinandertreffen, die zunächst wenig füreinander übrig haben, sich schließlich doch anziehend finden, danach zerstritten auseinander gehen, um am Ende versöhnt wieder zueinander finden, aber der Weg, der dabei beschritten wird, erweist sich als sehr leichtfüßig und unterhaltsam.

Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet das gelungene Umfeld, in dem der Film angelegt ist. Zwar kennt man ja die Stadt New York schon aus diversen Filmen, aber Rezept zum Verlieben konzentriert sich weniger auf die gröberen Umrisse der Stadt, als viel mehr auf den Mikrokosmos des Restaurants, in dem Kate und Nick arbeiten. Dabei wurde es sehr gut geschafft, Leben in die Küche zu bringen und den täglichen Betrieb gut zu inszenieren. Besonders die Unterschiede zwischen Kate und Nick sorgen für Unterhaltung, wenn die strenge und genaue Kate auf den lockeren Nick trifft.

Überhaupt ist es großteils den Schauspielern zu verdanken, dass Rezept zum Verlieben relativ gut funktioniert. In der Hauptrolle spielt Catherine Zeta-Jones die von ihrer Arbeit besessene Kate, die nur für ihre Küche lebt und ansonsten nicht viel aufzuweisen hat. Ihr Leben verändert sich schließlich, als zuerst ihre Nichte Zoe in ihr Leben tritt und sie damit beginnen muss, die Mutterrolle in sich zu entdecken. Langsam muss sie beginnen, auch außerhalb des Restaurants zu leben, da sie sich auch noch um ein Kind kümmern muss. Weiters bringt der exzentrische Nick frischen Wind in ihren Arbeitsalltag und beginnt auch noch, ihr Gefühlsleben aufzumischen. Aaron Eckhart legt Nick dabei als gnadenlos sympathischen Kumpeltyp an, der von seinem ersten Auftritt an die Sympathien des Publikums auf seiner Seite hat.

Was den Film dann endgültig über das Niveau vieler anderer romantischer Komödien hebt, ist die aufkeimende Dreiecksbeziehung zwischen Nick, Kate und Zoe. Nick hat dabei die erstaunliche Fähigkeit die Schwächen von Kate zu kompensieren und hat einen Draht zur kleinen Zoe. Diese weigert sich, Kates Essen zu konsumieren, da sich diese wiederum weigert, kindgerechte Nahrung zuzubereiten und stattdessen alles mögliche aus der Gourmetküche serviert. Herzerwärmend ist dabei die Szene, als Nick es schließlich schafft, Zoe mit einem großen Topf Spaghetti wieder zum Essen zu bewegen.

Scott Hicks schafft es dabei immer, angenehm unterhaltsam und locker zu inszenieren. Das wichtigste bei einer romantischen Komödie ist, dass die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt, und sowohl Catherine Zeta-Jones als auch Aaron Eckhart und Abigail Breslin scheinen sich sehr gut miteinander zu verstehen und liefern eine tolle Vorstellung ab. Breslin erreicht zwar nicht die hohen Sphären ihrer Little Miss Sunshine-Darstellung, aber sie beweist erneut dass sie eines der großen Talente unter den Kinderdarstellern ist. Summa sumarum ist Rezept zum Verlieben die wohl gelungenste romantische Komödie des Jahres bis jetzt, aber über die generellen Schwächen des Genres kann auch dieser Film nicht hinwegtrösten.

Fazit:
Rezept zum Verlieben kann durch eine sehr angenehme Atmosphäre und vor allem durch sehr gut harmonierende Darsteller punkten. Die Dreiecksbeziehung bringt ein bisschen frischen Wind mit und der Film bleibt über seine ganze Laufzeit angenehm leichtfüßig und kurzweilig. Im heurigen Kinojahr ist der Film damit die bis dato beste romantische Komödie, auch wenn es auch Rezept zum Verlieben nicht schafft, die generellen Schwächen des Genres zu kaschieren.

Wertung:
6/10 Punkte

Filmering.at
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