Der atmende Gott (2012)

OT: Der atmende Gott - Reise zum Ursprung des modernen Yoga - 105 Minuten - Dokumentation
Der atmende Gott (2012)
Kinostart: 02.03.2012
DVD-Start: 18.09.2012 - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der atmende Gott

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Yoga – als eine der wohl beliebtesten Trendsportarten, die sowohl den Körper als auch den Geist fit hält, wird die philosophische, aus Indien stammende Lehre heutzutage weltweit praktiziert. Dabei gibt es nun unzählige Ausformungen des herkömmlichen Yoga. Ihnen allen gemeinsam ist der historische Ursprung der Übungen und der Begründer des Yoga-Trainings, wessen sich der Regisseur und Dokumentarfilmer Jan Schmidt-Garré annahm. Dieser machte sich in seiner Dokumentation Der atmende Gott- Reise zum Ursprung des modernen Yoga auf die Suche nach den Wurzeln der indischen Lehre.

Das von seiner Frau geweckte Interesse für Yoga und die daraus resultierende Neugierde für die Anfänge der philosophischen und körperlichen Übungen, ließ die insgesamt fünf Jahre andauernde Entdeckungsreise Schmidt-Garré nach Indien führen, wo Yoga bereits im frühen zwanzigsten Jahrhundert praktiziert, jedoch beim gemeinen Volk als bescheuerte Form von Zirkus abgetan wurde und zunächst kaum Ansehen erlangte. Der Film zeigt als Art Zeitdokument die Erfinder des Yoga und erstmals auch historische Originalaufnahmen des Yoga-Urvaters Krishnamacharya, dessen Schülers Patthabi Jois und des legendären Iyengar. Durch die Off-Kommentare des Regisseurs wird in die Geschichte des Yoga, die sich über Jahrtausende hinweg zieht, besonders aber in die Ursprünge der heutigen, populären Form eingeführt, er tritt aber auch selbst vor die Kamera und berichtet von seinen persönlichen Erfahrungen mit der Trendsportart. Der Film zeigt zudem historische Plätze in Indien, an denen die Kunst des Yoga zu Zeiten seiner Urväter ausgeübt wurde und den Tagesablauf dominierte. Was den meisten Menschen wohl nicht bewusst ist, in Der atmende Gott aber thematisiert wird, sind die körperlichen Gefahren die Yoga bei fälschlicher Ausübung mit sich bringen kann, aber auch die Gewaltanwendung der Yogi gegenüber den Schülern, zu der es zu Zeiten Krishnamacharyas teilweise kam. Diese sollte der Disziplin und der richtigen Praktizierung der Übungen dienen.   

Das persönliche Interesse vom Schmidt-Garré macht sich auch innerhalb der Dokumentation immer wieder bemerkbar, wenn er nicht nur Erfahrungen und Zeitzeugnisse erfahrener Yogis einholt, sondern sich auch selbst vor der Kamera von diesen unterrichten lässt. Beschäftigte er sich in seinen früheren Filmen wie Der Gefesselte (2002) oder Chopin at the Opera (2010) besonders mit Theater, Tanz und Oper, so findet sich dieser theatrale Aspekt der Aufführung gewissermaßen auch in der frühen Form des Yoga, was anhand von nachgestellten öffentlichen Vorführungen vor der Familie des Maharadschas, wie sie damals tatsächlich stattfanden und der Popularisierung des Yoga dienen sollten, deutlich wird.       

Ein besonders großes Augenmerk wird auf den Urvater des Yoga Krishnamacharya gerichtet, stammen von ihm doch sozusagen alle sich entwickelten Strömungen ab. Hierbei sind vor allem auch die Berichte seiner Schüler und seiner Kinder über das Training und die Übungen, die den täglichen Tagesablauf bestimmten, interessant, sowie auch die frühere Scham der Kinder Krishnamacharyas über die damals verschriene Berufung ihres Vaters. Dadurch zeigt sich der Wandel der öffentlichen Meinung über Yoga von der verhöhnten, philosophischen Lehre hin zur international verbreiteten Trendsportart. Auch war es Regisseur Schmidt-Garré wichtig, zu zeigen, dass es zwar eine gewisse Nähe von Yoga zum Hinduismus gibt, man Yoga allerdings frei von jeglicher religiöser Ausrichtung betreiben kann, was der Film auch immer wieder vermittelt.  

Fazit:
In seinem Dokumentarfilm Der atmende Gott – Reise zum Ursprung des modernen Yoga widmet sich Regisseur Jan Schmidt-Garré den Anfängen der heute weltweit praktizierten indischen Lehre in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum steht dabei der Urvater des Yoga Krishnamacharya sowie seine Schüler, die maßgeblich zur Entwicklung und Verbreitung der verschiedenen Ausformungen beitrugen. Es werden sowohl Interviews mit erfahrenen Yogis gezeigt, als auch praktische Übungen, teilweise von Schmidt-Garré selbst durchgeführt. So wird die Trendsportart von einer historischen Perspektive betrachtet, die die damalige Bedeutung des Yoga auf philosophischer und körperlicher Ebene veranschaulicht und dem Zuseher auf interessante Weise einen Einblick in die historischen Bezüge zum modernen Yoga gibt.  

Wertung:
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