My Soul to Take (2010)

OT: My Soul to Take - 107 Minuten - Horror / Mystery / Thriller
My Soul to Take (2010)
Kinostart: 03.02.2011
DVD-Start: 16.06.2011 - Blu-ray-Start: 16.06.2011
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Filmkritik zu My Soul to Take

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Die Zeiten, als man sich noch auf den berühmten Namen hinter einem Film verlassen konnte, sind längst vorbei. Wer kann sich noch daran erinnern, als ein simpler Hinweis a la „Vom Produzenten von Fluch der Karibik“ pure Unterhaltung versprach und ein gut sichtbar geschriebenes „Steven Spielberg präsentiert“ quasi automatisch die Massen ins Kino lockte? Mittlerweile scheint es mehr One- Hit-Wonders in Hollywood zu geben als Erfolgsgaranten und wer uns gestern noch mit The Sixth Sense total vom Hocker riss, brachte uns mit Signs wenig später zum nicht aufhören wollenden Kopfschütteln.

Ja, Qualität zu zeigen ist schwer. Qualität zu halten noch viel schwerer. Nicht zuletzt im wohl mühsamsten und oftmals viel zu wenig ernst genommenen Genre des Horrors. Wer sich heute auf die Suche nach richtigen guten, gerade erst fertig produzierten Horrorfilmen macht, wird in mindestens 7 von 10 Fällen enttäuscht werden. Kaum ein Genre bringt so viele Filme hervor und kaum ein Genre gleichzeitig so viel Müll. Kennst du einen, kennst du sie alle – ein scheinbar inoffizielles Motto, wenn es um Horrorproduktionen geht. Immerhin gibt es jedoch Meister. Meister des Horrors, Meister der Spannung, Meister der Angst. Und neben John Carpenter und George A. Romero gibt es ja immerhin Wes Craven. Vater von Freddy Krüger, wohnhaft in The Hills Have Eyes neben The Last House on The Left and he will make you Scream!
Wes Craven ist mittlerweile 73 Jahre alt. Wie sieht es jedoch mit seinem neuesten Film aus? Ist die Idee hinter My Soul to take auch alt(backen)?

Jede Kleinstadt braucht ihren Serienmörder – so auch Riverton, Massachusetts. Die Legende erzählt, dass der Riverton Ripper, dessen Leiche nie gefunden wurde, zurückkehren und an den sieben Kindern, welche in der Nacht seines (angeblichen) Todes geboren wurden, Rache nehmen wird. Der schizophrene Irre hatte nicht weniger als sieben Persönlichkeiten, wovon eine das Morden liebte und genau am 16. Geburtstag jener sieben mittlerweile pubertierenden Highschool- Teenager scheinen die Seelen zurückgekehrt und in sie alle hineingefahren zu sein. Nur welche davon mordet? Vielleicht der unschuldig wirkende, schwarze, sehbehinderte Jerome (Denzel Whitaker)? Oder doch das blonde Mädchen, das jeder haben möchte namens Brittany (Paulina Olszynski)? Zutrauen könnte man es auch dem latent gewalttätigen Brandon (Nick Lashaway) sowie der fast schon von Jesus besessenen Penelope (Zena Grey). Oder ist es vielleicht doch der schüchterne Bug (Max Thieriot) – immerhin ist er der Sohn des Riverton Ripper. Und nachdem die große Schwester Fang (Emily Meade) das Morden ihres Vaters live beobachten durfte, hätte auch sie Grund genug durchzudrehen. Und schlussendlich bleibt da noch der eigenartige Alex (John Magaro), der sowieso nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Das Morden beginnt und einer nach dem anderen stirbt. Schlussendlich stehen sich die letzten beiden Seelen des Riverton Rippers im finalen Endkampf gegenüber...

Wes Craven ist alt geworden, möglicherweise zu alt, um noch guten Horror abzuliefern. Wer sich die 107 Minuten Zeit nimmt, stellt sich am Ende immer wieder die gleiche Frage:

Warum? Warum eine dermaßen lahme, unlogische, an den Haaren herbeigezogene, unglaubwürdige, fast schon lächerliche Story? Der Film strotzt nur so von Desinteresse und Demotivation- weder bemüht sich Craven eine spannende Geschichte zu erzählen, noch bemühen sich die vollkommen unbekannten Schauspieler diese Geschichte spannend darzustellen. Ob der Riverton Ripper wiederkommt und in wen seine 7 Seelen fahren und welche davon die böse ist, scheint weder Regisseur, noch Akteure zu interessieren. Warum also auch den Zuschauer?

Warum? Warum wählt man immer das gleiche Setting? Kleinstadt, Mörder- Legende, Highschool. Verfolgungsjagden in Wäldern, aufgeschlitzte Teenies in Schwimmbädern und an Ufern eines unheimlichen, trüben Teichs. Sowas mag mit einem guten Drehbuch funktionieren, bei einem schlechten wie diesem bleibt es allerdings einfach langweilig, öde und vorhersehbar.

Warum? Warum muss eine Gruppe von Teenagern immer aus den gleichen 0815-Stereotypen bestehen, wie wir sie schon lange aus Beverly Hills 90210 kennen? Der schüchterne, jedoch total sensible, nette Junge (der selbstverständlich immer deswegen gehänselt wird),Der rüpelhafte, sportliche, Prolo- Quarterback (der selbstverständlich auf die blonde Quoten- Tussi abfährt). Die blonde Quotentussi, die eigentlich total tiefgründig ist und total sympathisch (welche selbstverständlich nichts mit dem Prolo- Quarterback zu tun haben will). Der Quotenschwarze, diesmal sogar noch mit einem Handycap (der höchstwahrscheinlich den Angriff überleben wird). Die Grufti- Schnalle, welche eine furchtbare Kindheit hatte und deswegen zur Grufti- Schnalle mutierte, in Wirklichkeit allerdings ebenfalls total lieb ist (man muss sich einfach länger mit ihr befassen). Die Christen- Irre, die jeden Tag 40 Bibelzitate betet und Angst hat in die Hölle zu fahren (ironischerweiße mit rotem Haar) und schlussendlich natürlich der beste Freund, der einen an der Waffel hat und trotzdem irgendwie nett ist. Zusammengefasst: ein Haufen furchtbar abgelutschter Hollywood- Charakterschablonen ohne Flair, ohne Tiefgründigkeit, ohne Emotion.

Und schlussendlich noch ein letztes warum (dies wird wohl allerdings nie beantwortet werden): Warum hast du diesen Film gemacht, Wes Craven? Und warum habe ich meine Zeit damit verschwendet?

Fazit:
My Soul to take ist nicht einmal für Horroreinsteiger empfehlenswert. Eine schlechte Story mit noch schlechteren 0815- Charakteren, die von schlechten, desinteressierten Schauspielern verkörpert werden, gepaart mit schon tausendmal dagewesenen Szenen, Schauplätzen und Plotpoints. 3 Punkte, weil es durch die solide Kameraführung und den einwandfreien Schnitt eindeutig kein B- Movie geworden ist (was man bei dem Inhalt fast erwartet hatte) und -7 Punkte, weil der Rest einfach nur schlecht ist. Manchmal ist es wohl einfach besser aufzuhören und in Pension zu gehen...

Wertung:
3/10 Punkte
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Ø Wertung: 3/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 1
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Liste von LoreCornucopia
Erstellt: 03.09.2014