Cabin Fever (2002)

OT: Cabin Fever - 93 Minuten - Horror
Cabin Fever (2002)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Cabin Fever

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Eli Roth ist (zumindest als Produzent) ein ziemlich morbider Charakter. Hostel, Hostel 2, 2001 Maniacs oder Der letzte Exoszismus - ihm scheint nichts zu widerlich, zu blutig, zu eklig und zu grenzwertig zu sein, um nicht doch einen Film daraus zu drehen. Immerhin ist es ihm auch selten zu peinlich, in derartig abartigen Produktionen mitzuspielen, wenn auch meistens nur als unauffälliger Statist und/ oder Komparse. So auch in Cabin Fever. Hier ist Herr Roth nicht nur kurz in einer Rolle zu sehen, nein – auch für Drehbuch, Regie und sogar Produktion ist er verantwortlich.

Cabin Fever wird in der Medizin und Psychologie auch als Lager- oder Hüttenkoller bezeichnet. Nach einer längeren Zeit in Isolation und ohne Perspektive, besonders bekannt bei Matrosen auf langen Schiffsreisen, Kriegsgefangenen oder Flüchtlingslagerinsassen, zeichnet sich dieser Gemütszustand durch unkontrollierbare Wutausbrüche, Verzweiflungstaten bis hin zu depressiven Burnouts aus. In der Hollywoodproduktion aus dem Jahr 2002 ist Cabin Fever kein psychischer, sondern ein sichtbar physischer Zustand. Ein Fieber. Ein Fieber, das langsam aber sicher tötet. Leider wissen dies die 5 jugendlichen Feriengäste der kleinen Waldhütten irgendwo im Nirgendwo nicht.

Der geistig eingeschränkteste von ihnen trifft bei einer seiner Jagden auf hilflose Eichhörnchen („because they are gay!“) leider versehentlich einen Menschen mit seiner Flinte. Glücklicherweise sieht dieser sowieso schon halb tot aus, blutig von oben bis unten, flehend um Hilfe, weil er schwer krank sei. Zwar bemüht sich Bert (James DeBello) diesen unglücklichen Zwischenfall durch einfaches Weglaufen zu vertuschen, doch der angeschossene, fiebrige Mann folgt ihm bis zur Hütte. Kurz bevor er dann brennend in den Wald läuft, übergibt er sich vorher noch mehrmals im PickUp Truck der Jugendlichen, hinterlässt somit massig DNA und Viren und stürzt sicherheitshalber noch in einen verdreckten See, der sich leider als die Wasserversorgungsquelle der gesamten Umgebung (inklusive Waldhütte) herausstellt. Es kommt wie es kommen muss: langsam aber sicher bekommt es jeder. Das Fieber bricht aus...
 
Zumindest eines ist bei Cabin Fever klar: der Einzige, den man für diesen Schund verantwortlich machen kann ist Eli Roth. Die Schauspieler brauchten wohl Geld, genauso wie die Filmcrew, aber für Roth gibt es einfach keine plausible Erklärung oder Ausrede, warum er der Menschheit diesen Film geschenkt bzw. zugemutet hat. Was hingegen weniger klar ist: ist dieser Film ernst gemeint, oder wollte uns Regisseur, Produzent und Drehbuchautor schlicht und einfach nur vera***en? Zwar sind sämtliche Figuren derart stereotyp aufgebaut, dass man meinen könnte es handle sich eben um einen schlechten B- Horror- Film ohne Anspruch auf qualitative Höchstleistung, allerdings verhält sich jeder einzelne dieser Figuren derart unnachvollziehbar und unrealistisch, dass man mehrmals nahezu genötigt wird zu lachen. Spätestens bei den Dialogen gibt es gar keinen Ausweg mehr: man muss lachen!

Zwar sind Setting, Austattung, sowie Equipment recht solide, dass man meinen könnte, es handle sich eben um eine recht durchschnittliche Horrorproduktion mit wenig Budget, allerdings wird diese stimmige Idylle alle 20 Minuten durch eine vollkommen unerwartete, nahezu dilletantische Zeitlupen, Bullet- Time- Sequenz durchbrochen, dass man mit offenem Mund vor dem Fernseher sitzt und glaubt man traue seinen Augen nicht. Von Großaufnahmen auf (sekundäre) Geschlechtsteile bis hin zu Kung-Fu–kämpfende Hillbilly-Kannibalen-Kinder ist hier wirklich alles dabei!

Zwar wird versucht dem Zuschauer eine furchtbare Geschichte über eine furchtbare Seuche zu verkaufen, dass man meinen könnte, es handle sich um eine Neufassung einer schweren, tatsächlich dagewesenen Epidemie aus vergangenen Zeiten, wie beispielsweise die Pest oder Cholera, allerdings ist der gesamte Verlauf dieser Krankheit derart lachhaft beschrieben, dass man in Momenten, wo sich sämtliche Darsteller auf den Kopf, zwischen die Beine, auf den Rücken oder andere Körperteile greifen, weil sie plötzlich, ohne Wunde (!) wie blöde zu bluten beginnen, die Augen verdreht und sich fast schon freut, wenn Einer nach dem Anderen endlich ins Gras beißt.

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: der Film ist einfach schlecht, schlechter als schlecht und Roth musste ein bisschen Schwarzgeld aufgrund fehlender Steuerunterlagen verpulvern, oder der Film ist genial, eine Hommage an irgendetwas, eine Persifflage auf irgendjemanden, eine Warnung an etwas – schlichtweg ein Meisterwerk. Es gab aber auch einmal jemanden, der dachte die Erde sei eine Scheibe. Und der hätte den Film sicherlich auch furchtbar gefunden!
 
Fazit:
Cabin Fever kann sich nicht entscheiden, ob er überhaupt ein Film sein will. Von der Story wie ein typischer Teenie- Survival- Hüttenhorror aufgebaut, von den schauspielerischen Leistungen wie ein billiger B- Movie Slasher, von der Idee her 0815 und das Ganze ummantelt von einem mehr als lächerlichen Handlungsverlauf, unpassenden Schnitten/Schnittelementen und richtig schlechten Wendungen. Aber immerhin: wäre die Erde eine Scheibe, wäre der Film möglicherweise gut.

Wertung:
2/10 Punkte
Filmering.at
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Liste von shitneyy
Erstellt: 20.05.2015