The Hunter (2011)

OT: The Hunter - 102 Minuten - Drama
The Hunter (2011)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: 24.07.2012 - Blu-ray-Start: 24.07.2012
Will ich sehen
Liste
15100
Bewerten:

Filmkritik zu The Hunter

Von am
1936 wurde der Tasmanische Tiger für ausgestorben erklärt. Todesdeklarationen beschwören naturgemäß Mythen herauf und im Falle des Tasmanischen Tigers, mit körnigem schwarz-weiß Filmmaterial aus vergangenen Zeiten zusätzlich intensiviert, erregen diese eine besondere Aufmerksamkeit. In der Vergangenheit gab es immer wieder Menschen, die behaupteten sie hätten ein Exemplar gesichtet, die Beweise blieben aber bis dato aus. Der Regisseur Daniel Nettheim, der überwiegend im australischen TV beheimatet ist, nimmt sich das gleichnamige Buch von Julia Leigh (Sleeping Beauty) als Vorlage, um diesem Mythos auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis ist ein entschleunigter Mix aus Abenteuerfilm, Drama & Öko-Thriller der mit dem kargen Charme der Landschaft und allen voran einem charismatischen Willem Dafoe, die Aufmerksamkeit des Zusehers fesselt.

Martin David, ein erfahrener und fokussierter Söldner, wird in die tasmanische Wildnis auf die Jagd nach dem als ausgestorben geglaubten Tasmanischen Tiger geschickt. Im Auftrag eines Biotech-Konzerns der auf der Suche nach dem Erbgut des Tigers ist, tarnt sich Martin als Wissenschaftler um den Wunsch seines Arbeitgebers nachzukommen. Sein Basislager errichtet er in einem heruntergekommenen Bauernhaus, wo er bei einer Familie bleibt, deren Vater auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Obwohl Martin in der Regel ein Einzelgänger ist, gewinnt er zunehmend an Nähe zu der kleinen Familie. Während seine Verbundenheit zur Familie wächst bemerkt er zu spät, dass er sich längst auf einem Weg voller unvorhersehbarer Gefahren befindet, die seine tödliche Mission wesentlich komplizierter machen...

Bereits in den ersten Minuten wird das Ziel des Protagonisten und damit das Ende des Films determiniert: der vermeintlich letzte Tasmanische Tiger muss gefunden werden, eine Probe genommen und schließlich sichergestellt werden, sodass niemand anderer die DNA des Tieres in die Hände bekommt. Gefolgt wird der Handlungsauftrag von Archivaufnahmen des Tigers, die seinen Mystizismus und das Interesse des Zuschauers weiter schüren. Die darauffolgenden eineinhalb Stunden sind von einer klaren und natürlichen Inszenierung geprägt, die mit der wilden Landschaft und der stimmigen Ausstattung eine unglaublich dichte Atmosphäre erzeugt. Neben Willem Dafoe ist es vor allem die Landschaft, die nicht nur eine beeindruckende Kulisse sondern vielmehr einen eigene Hauptrolle einnimmt. Unterstützt wird diese Tatsache durch die vielen Totalen, durch die der archaische, fast schon nüchterne Charakter der Natur zur Geltung kommt. Dabei unterscheidet sich die raue Oberfläche der tasmanischen Wildnis kaum von Dafoes Gesichtszügen.

Immer wieder verliert man sich im markanten und faltigen Gesicht des charismatischen Schauspielers. Als wortkarger Söldner streift er einsam durch die Wildnis, immer sein Ziel vor Augen. Um zu Gewährleisten, dass auch jeder Handgriff in der freien Natur sitzt und glaubwürdig wirkt, hat sich Dafoe in seinen Vorbereitungen zu der Rolle von einem Survival-Experten in die Materie einführen lassen. Neben Dafoe glänzt Sam Neill (Jurassic Park) als undurchsichtiger Freund der Familie ebenso wie Frances O’Connor (A.I. – Künstliche Intelligenz), die als zarte und fürsorgliche Mutter einen optischen Kontrast zu Dafoe bildet.

Dass rundum The Hunter fähige Leute am Werk waren bestätigt sich nicht nur durch die Preisauszeichnungen im Heimatland Australien sondern auch dadurch, dass man während dem Sehen das Gefühl hat ein kohärentes Ganzes vor sich zu haben. Angefangen von der Inszenierung über die Schauspieler, die musikalische Untermalung bis hin zu dem sauber ausgearbeiteten Drehbuch scheint beim Filmteam ein Zahnrad ins nächste gegriffen zu haben.

Fazit:
Wer reine Unterhaltung mit einem Outback-Survival Hintergrund sehen will ist wohl mit The Grey besser bedient. Der Zugang von The Hunter hat einen realistischeren und ernsthaften Anspruch. Dadurch ist es auch zu verschmerzen, wenn das Erzähltempo an einigen Stellen herausgenommen wurde. Trotzdem handelt es sich bei The Hunter um einem gelungenen und spannenden Genremix, der nicht nur an seiner Oberfläche hängenbleibt, sondern letztendlich auch moralische Fragen aufwirft. Die Tatsache, dass die verschiedenen Handlungsstränge dabei zu jedem Zeitpunkt glaubwürdig und nachvollziehbar sind, ist dem erfrischend kompromisslosen Drehbuch zu verdanken, das den Schlussakt nicht ganz unumstritten gestaltet aber den anfangs eingeschlagenen Weg konsequent zu Ende geht.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 8/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
10 /10
0%
9 /10
0%
8 /10
100%
7 /10
0%
6 /10
0%
5 /10
0%
4 /10
0%
3 /10
0%
2 /10
0%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
Keine Empfehlungen gefunden!
Der Film ist in diesen Listen
Keine Listen gefunden!