Death Wish V: The Face of Death (1994)

OT: Death Wish V: The Face of Death - 95 Minuten - Action / Krimi / Drama / Thriller
Death Wish V: The Face of Death (1994)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Death Wish V: The Face of Death

Von am
Play it again, Charles! Ein letztes Mal schlüpft Meister Bronson in seine Paraderolle als eiskalter, inzwischen ergrauter Vigilante. Mittlerweile angekommen in den 90ern (seh- und hörbar) hat es sich mit dem Niedermähen ganzer Kleinarmeen und Banden. Diesmal ist gezieltes, aber fieses Vorgehen die Devise.

Was zwischen Teil 4 und 5 vorgefallen ist, umreißt der Film lediglich kurz. Wir erinnern uns: Nachdem Paul am Schluss von DAS WEISSE IM AUGE einen Drogenboss mittels Raketenwerfer ins Jenseits beförderte, erstarrte ein anwesender Polizist so dermaßen vor Ehrfurcht, dass er ihn einfach weiterziehen ließ. Paul befand sich zwischenzeitlich in einem Zeugenschutzprogramm, lebt wieder in New York (mittlerweile hat man echt das Gefühl, Amerika bestünde nur als L.A und NY), hat einen neuen Nachnamen und sogar einen Doktortitel und unterrichtet Architektur. Sogar Amors Pfeile haben ihn wieder getroffen: Die erfolgreiche Modedesignerin Olivia Regent und deren Tochter Chelsea sind für ihn inzwischen so etwas wie eine neue Familie geworden. Pech nur, dass Olivias Ex und Chelseas Vater, Tommy O’Shea einer der ganz großen Mafiosi in New York ist und die Unterwelt fest im Griff hat. Tommy ist ganz und gar „not amused“ über den Erfolg seiner Ex und den neuen Mann in ihrem Leben. Ihr deswegen die Visage zu demolieren erweist sich jedoch als keine gute Idee. Bei einer Schießerei wenig später kommt Olivia ums Leben und Tommy erhält das Sorgerecht für Chelsea – obwohl die Polizei schon seit über 16 Jahren versucht, ihm seine kriminellen Machenschaften nachzuweisen. Paul hingegen greift zu seinen ganz eigenen Methoden um in der New Yorker Unterwelt aufzuräumen.

Da sag noch mal einer, es wäre neumodern zu irgendwelchen Jubiläen Filmreihen neu aufzulegen. Bereits 1994, knapp 20 Jahre nach dem ersten DEATH WISH, erfreute der fünfte und letzte Teil seine Zuschauer. Obwohl man wirklich schlimmstes erwarten könnte, so hat dieser Teil auch seine Vorzüge: Zum einen wäre das natürlich Charles Bronson, damals bereits über 70. Auf seinen Schultern trägt er mittlerweile nur noch die Last des Tötens und seiner Vergangenheit. Fast schon maschinell zieht er dann auch im „Racheteil“ seinen Part durch, wenngleich er diesmal komplett anders als in den Vorgängerfilmen vorgeht: Im Verlauf der Filmhandlung legt er „nur“ eine handvoll Gangster um, und greift kaum zum Schießprügel. Stattdessen vergiftet er italienische Teigwaren, lässt einen Fußball explodieren und bittet am Schluss zum Säurebad. Dieser Hang zum Sadismus ist zwar mal was Neues in der Reihe, macht seinen Charakter aber nicht unbedingt sympathischer.
Die Effekte sind derb, hart und treffen somit genau den Kern der Serie. Es gibt einige großartige Stunts, z.B. in der Szene in der ein Informant überfahren wird und sein Körper rücklings durch die Fenster eines Cafes fliegt. Eine weitere Stärke ist der Bösewicht, verkörpert von Michael Parks (später ein Tarantino-Regular), der in cooler Sonnenbrille an „evilness“ kaum zu überbieten ist.

Schwächer ist da schon die Inszenierung: Regisseur Allan A. Goldstein fabrizierte hauptsächlich Schmonzes, wie zuletzt das TV Movie SNAKE KING aus dem Jahr 2005. Sicher, tiefe Charakterzeichnung und derlei Sperenzien zeichneten die DEATH WISH Reihe nie aus. Im Vergleich zum „slicken“ Vorgängerteil fehlt aber das gewisse Etwas. Man könnte fast meinen, sich in einem durchschnittlichen TV Film zu befinden, wenn er denn nicht so brutal wäre. Außerdem werden auch hier wieder die gleichen Handlungsmuster wie in den Vorgängern abgespult: Die Liebste an Pauls Seite überlebt auch diesmal nicht, die Polizei bittet erneut um Hilfe (und da scheint es diesmal gar keinen Interessenskonflikt mehr zu geben, was der Schlusssatz des Films noch einmal wunderbar auf die Spitze treibt). Als wirklich erbärmliche Schießbudenfiguren erweisen sich Kerseys Gegner, die selbst aus wenigen Metern Entfernung und mit geballter Feuerkraft nichts gegen ihn ausrichten. Das ist sogar für einen Film dieser Art zu unrealistisch.

Fazit:
Mit einer Neudefinition des Vigilante-Killers hat sich Teil 5 sehr weit von den Vorgängern entfernt; dadurch verkommt der Film aber auch etwas zur Nummernrevue, bei der nach und nach die Liste der Gegner abgearbeitet wird. Wer sich damit anfreunden kann, wird einen besonders zynischen (man könnte fast sagen sadistischen) Paul Kersey erleben. Von der Provokation, die von den beiden ersten Teilen der Reihe ausging, ist Teil 5 aber weit entfernt. Ein mäßiger, wenn auch nicht wirklich schlechter Abschluss. Meine persönliche Reihung der fünf DEATH WISH Teile: 1-4-5-3-2. Amen.

Wertung:
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