Das weisse im Auge - Death Wish 4 (1987)

OT: Death Wish 4: The Crackdown - 99 Minuten - Action / Krimi / Drama / Thriller
Das weisse im Auge - Death Wish 4 (1987)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Das weisse im Auge - Death Wish 4

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Küstenhopping a la Charles Bronson. War er in Teil 1 noch in New York, in Teil 2 in L.A. und in Teil 3 wieder in New York, so ist diesmal wieder L.A. an der Reihe. Wie ist es ihm seit dem explosiven Finale des dritten Teils ergangen? Er arbeitet wieder als Architekt, geht mit der attraktiven Reporterin Karen aus und wird gleich in der Anfangssequenz von Albträumen geplagt. Scheinbar ist das Vigilante-Dasein doch alles andere als ein Zuckerschlecken – vielleicht ist das der Grund, weshalb es ruhig um ihn geworden ist?

Zumindest so lange, bis Erica, Karens Tochter, an einer Überdosis Kokain stirbt. Rasch findet Kersey den zuständigen Dealer und tut, was ein professioneller Killer tun muss. Doch er bleibt nicht unbeobachtet: Der Millionär Nathan White bietet ihm eine stolze Summe, wenn Kersey für ihn die beiden größten Dealerbanden in L.A. auslöscht. Und da sich die ohnehin auf den Tod nicht ausstehen können, zettelt Kersey kurzerhand einen Bandenkrieg an…

Michael Winner, der in Teilen 1-3 Regie führte, gibt das Zepter an J. Lee Thompson ab (der nach meiner Meinung die besten Filme mit Charles Bronson drehte – man denke etwa an MURPHY’S LAW oder TEN TO MIDNIGHT). Thompson war schon in den 80ern ein echter Kinoveteran, der mit Größen wie Alfred Hitchcock zusammenarbeitete und mit Filmen wie EIN KÖDER FÜR DIE BESTIE oder DIE SCHWARZE 13 Genereklassiker ablieferte. Dass er sich in den 70ern immer mehr bei Cannon engagierte, sollte seiner Karriere nicht unbedingt förderlich sein. Im Gegensatz zu Winner, der beileibe ja auch kein schlechter Regisseur ist, arbeitet Thompson aber etwas stilvoller und „slicker“.

Schön, dass die Reihe mit diesem Teil nun endlich in den „echten“ 80er Jahren ankommt. Neonoptik, abenteuerliche Frisuren, Design und selbstverständlich Musik lassen richtig schön Nostalgie aufkommen. Da passt die Story im Drogenmilieu auch wie die Faust aufs Auge! Und die ist gar nicht mal so unmotiviert erzählt wie noch in den beiden letzten DEATH WISH Teilen (ein Verdienst Thompsons). Ständig passiert etwas, klug werden in einzelnen Szenen Spannungsbögen aufgebaut und der Kampf gegen die Drogenbosse ist zudem sympathischer als die hirnlose Ballerei aus Teil 2 beispielsweise. Am Schluss gibt es zudem einen netten – wenn auch vorhersehbaren – Twist und somit einen neuen Bösewicht und Drahtzieher. In einer Nebenrolle als Gourmet-Gangster ist übrigens Danny Trejo zu sehen!

Bronson scheint das auch mehr Spaß zu machen als zuvor, wenngleich er hier bereits angegraut zum Routinier verkommt. Im großen Shootout der beiden rivalisierenden Gangs beobachtet er einen Großteil gemütlich aus dem Gras liegend und beseitigt lediglich die „Überreste“. Außerdem plagt ihn – zumindest in der ersten Szene – ein Albtraum, der seine geteilte Person als Killer und „Normalo“ thematisiert.

Wie sieht es aus mit der Polizei: Die ist wie immer machtlos und agiert vollkommen passiv. Am Schluss marschiert Kersey mit einem simplen „Wenn du mich aufhalten willst, schieß doch“ vom Platz, wo er soeben noch die Bösen weggeputzt hat, hinaus in die Nacht und lässt den verdutzten Cop allein zurück.

Fazit:
Ohne großes Selbstjustiz-Brimborium (auch wenn Herr Kersey im Verlauf des Films wieder geliebte Menschen verliert) ist DEATH WISH 4 ein typischer 80er Jahre Actioner, der ganz ordentlich funktioniert. Nach Teil 1 mein liebster der Reihe.

Wertung:
7/10 Punkte
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