Der Mann ohne Gnade - Death Wish II (1982)

OT: Death Wish II - 88 Minuten - Action / Krimi / Drama / Thriller
Der Mann ohne Gnade - Death Wish II (1982)
Kinostart: Unbekannt
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu Der Mann ohne Gnade - Death Wish II

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Paul Kersey (Charles Bronson) ist wieder da! Nachdem er vor einigen Jahren den Mord an seiner Frau und die Vergewaltigung seiner Tochter gemäß dem Motto „Frieden schaffen – mit Waffen“ rächte, baut er sich langsam aber sicher in Los Angeles ein neues Leben auf. Doch auch in dieser Stadt hat der Abschaum der Gesellschaft die Straßen fest im Griff. Paul wird  bei einem Besuch im Vergnügenspark die Geldbörse von einer Gang geklaut. Weil er einem der Gangster etwas zu nahe tritt, machen die seine Adresse ausfindig und sich über die mexikanische Haushälterin her. Als Paul am Abend mit seiner Tochter, die immer noch von den Vorgängen in Teil 1 traumatisiert ist und kaum spricht, nach Hause kommt, wird er bereits erwartet und bewusstlos geschlagen. Seine Tochter stirbt wenig später beim Versuch, den Gangstern zu entkommen… Und Paul Kersey zieht es nachts wieder auf die Straßen.

Ja, liebe Leser, Menahem Golan (2010 mit einem Ehrenleoparden fürs Lebenswerk in Locarno ausgezeichnet) und Yoram Globus erfreuten uns besonders in den 70er und 80er Jahren mit zahlreichen Actionvehikeln wie diesem hier. Ihre „Cannon“ Produktionsschmiede war für Filme mit Charles Bronson, Chuck Norris, Jean-Claude Van Damme und wie sie nicht alle hießen verantwortlich (und bevor es wieder heißt, „Cannon“ hätte nur „Schund“ veröffentlicht, werfe ich an dieser Stelle noch die Titel „Powaqqatsi“ oder Godards „King Lear“ in den Raum).

„Ein Mann sieht rot“ war 1974 ein Überraschungshit, vielleicht weniger, weil er ein packend inszenierter Thriller war, sondern mehr, weil er das Thema Selbstjustiz auf fragwürdige Weise bearbeitete (und rechtfertigte). Bronsons Paul Kersey war darin ein liebevoller Familienvater, dem plötzlich alles geraubt wird, der sich langsam aber sicher mit dem Geschmack der Rache anfreundet und Witterung der Peiniger seiner Familie aufnimmt (sich sozusagen in ein Tier verwandelt). Die Wandlung die Paul Kersey durchmacht, ist eine der großen Stärken des ersten Teils und macht seine Reaktionen nachvollziehbar – und diskutabel.

Teil 2 verzichtet auf Psychologisierung. Sind Haushälterin und Tochter erst mal tot (Vergewaltigungsszenen, die der Film auf äußerst spekulative Weise ausspielt), ist auch die Rachelust in ihm wieder erwacht. Da dauert es nicht lange bis ein schäbiges Motelzimmer angemietet ist, von dem aus Kersey Nacht für Nacht auf Beutezug geht. Selbstverständlich wird er auch hier wieder zum „kleinen“ Volkshelden: Ein Pärchen wird im Parkhaus von ein paar Gangstern überfallen – kein Problem für Kersey als edler Ritter aufzutreten. Einer seiner Gegenspieler liegt im Krankenhaus und der Wärter kriegt den Mord mit – er gibt ihm drei Minuten zur Flucht. Und so geht es den ganzen Film über – selbst der Cop aus New York, den die Kollegen aus L.A. anfordern, steht auf Seiten Kerseys.

Für ein bisschen Abwechslung sorgt die Figur von Geri Nichols (Jill Ireland, Charles Bronsons Ehefrau) als neue Lebensgefährtin Pauls. Ihr Vertrauen wird nach und nach erschüttert, weil sie immer häufiger Verdachtsmomente gegen Paul hegt und erst viel später von seiner Vergangenheit erfährt. Aber auch das reißt den Film nicht raus.

Was bleibt ist ziemlich hausbackene Action mit zumindest einem coolen Spruch, der über Bronsons Lippen huscht („Glaubst du an Jesus?“). Die „problematische“ Message des ersten Teils ist zwar noch immer vorhanden, aufgrund der kruden Erzählweise verlagert sie sich jedoch: „Der Mann ohne Gnade“ will gar nicht mehr übers Thema Selbstjustiz nachdenken – er bemächtigt sich ihrer einfach – und das auf ziemlich schäbige Art und Weise. Weil der Film sich an brutalen, exploitativen Momenten ergötzt, erscheint Kerseys Reaktion eigentlich völlig überzogen. Immerhin: In einer Nebenrolle als Gangster mit cooler Sonnenbrille ist ein junger Laurence Fishbourne zu sehen.

Fazit:
Schwachbrüstiges Bronson-Vehikel, bei dem es an allen Ecken und Enden krankt. Nur für Komplettisten empfehlenswert.

Wertung:
3/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 1
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