Abraham Lincoln Vampirjäger (2012)

OT: Abraham Lincoln: Vampire Hunter - 105 Minuten - Fantasy / Horror / Thriller
Abraham Lincoln Vampirjäger (2012)
Kinostart: 04.10.2012
DVD-Start: 14.02.2013 - Blu-ray-Start: 14.02.2013
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Filmkritik zu Abraham Lincoln Vampirjäger

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Wer kennt ihn nicht? Abraham Lincoln, der 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der die Sklaverei abschaffte und kaltblütig im Theater ermordet wurde. Regisseur Timur Bekmambetov und Produzent Tim Burton erzählen die vermeintlich wahre Geschichte über das Doppelleben des Präsidenten und wie er zu dem wurde was er war. Dass beide Filmemacher in diesem Projekt involviert sind, ist jede Minute des Films erkennbar. Beide verstehen es düstere Filme zu schaffen und dafür sind sie auch bekannt.

Als kleiner Junge beobachtet Abraham Lincoln (Benjamin Walker) wie seine Mutter getötet wird. 10 Jahre später sinnt er nach Rache und will ihren Mörder erschießen. Er rechnet jedoch nicht mit einem Vampir als Gegner und so missglückt ihm sein Racheplan. Stattdessen macht er Bekanntschaft mit Henry Sturgess (Dominic Cooper), der schon länger auf der Jagd nach Vampiren ist und weist Abraham in die Kamptechniken gegen die Untoten ein. Von da an führt Abraham ein Doppelleben: Tagsüber Verkäufer und Jus-Student, nachts Vampirjäger. Als er das Amt des Präsidenten übernimmt, verabschiedet er sich von seinem Nachtleben. Doch in der Schlacht von Gettysburg kämpfen die Vampire auf Seiten der Konföderierten und Abraham zieht noch einmal in den Kampf.

Die Idee den amerikanischen Präsidenten auf Monsterjagd zu schicken stammt ursprünglich aus der Feder von Seth Grahame-Smith, der schon durch seinen Roman „Stolz und Vorurteil und Zombies“ bekannt wurde. Bekmambetovs Einfall, Lincolns Biografie als Mashup auf die Leinwand zu bringen, ist originell und mutig zugleich. In Zeiten, in denen Filme wie die Twilight-Saga, Underworld: Awakening und Dark Shadows die Kinokassen füllen, dürfte es schwer werden einen neuen Vampirfilm zu schaffen, der nicht zu abgedroschen oder langweilig wirkt. Die Erwartungen waren auch dementsprechend gespannt. Vor allem kommt man nicht umhin, ungläubig zu schmunzeln und sich zu fragen, wie man sich einen Abraham Lincoln als Axt-schwingenden Vampirjäger vorstellen darf.

Allen Zweifeln zum Trotz schaffte es Bekmambetov das Vampirthema neu zu interpretieren. Dennoch schießen einem beim Zusehen immer wieder Parallelen zu anderen Filmen in den Kopf. Ganz besonders stark fällt auf, dass der Regisseur zu Stilmitteln greift, die er schon für „Wanted“ einsetzte. Statt U-Bahn-Surfen setzt er diesmal auf Zug-Surfen und fliegende Reit-Akrobatik. Den meisterhaft choreografierten Kampfszenen und den vielen visuellen Effekten, insbesondere den Slow-Motion-Momenten, bleibt er ebenfalls treu. Zweifellos, technisch gesehen ist der Film wahrlich ein Augenschmaus. Allerdings kommt irgendwann der Punkt, an dem sich der Zuseher übersättigt fühlt, wenn ein Effekt den nächsten jagt. Fast wirkt es so, als wolle der Film sich selbst übertreffen.

Aus inhaltlicher Perspektive fühlt man sich leicht an Interview mit einem Vampir und die Twilight-Filme erinnert. Bereits hier gab es die Idee, dass Vampire sich an Sklaven vergreifen und sich vereinzelt als menschenfreundlich erweisen.

An der schauspielerischen Leistung des Casts ist nichts Wesentliches auszusetzen. Genauso wenig, sticht einer von ihnen außergewöhnlich hervor. Dominic Cooper, Anthony Mackie, als Abrahams treuer Wegbegleiter, Mary Elizabeth Winstead als First Lady und Rufus Sewell, in der Rolle eines blutrünstigen Vampirs, liefern allesamt annehmbare Performances. Benjamin Walker überzeugt in seiner Rolle als amerikanischer Präsident. Er schlägt sich nicht nur sehr kühn in den Kampfszenen, er bringt auch die schlaue, geradlinige und aufrichtige Wesensart eines Abraham Lincolns in sein Spiel, was ihm durchaus einige Sympathiepunkte verschafft.

Fazit:
“Plant your feet and stand firm“, riet Mary Todd Lincoln ihrem Abraham. Und ja, er hat seinen Platz gefunden. Geradlinig steht er dafür ein, was ihn schon seine Eltern vermittelt haben – Freiheit für alle Menschen, Abschaffung der Sklaverei. Der Film macht den echten Lincoln noch mehr zum Sympathieträger, auch wenn er dafür als Vampirjäger herhalten muss. Der Mashup passt hier sehr gut, allerdings hätten dem Film mehr Witz und spritzigere Dialoge gut getan, um nicht allzu sehr der Ernsthaftigkeit zu verfallen. Actionliebhabern und Vampirfans ist der Film durchaus anzuraten.

Wertung:
6/10 Punkte
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Ø Wertung: 5.8/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 13
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Liste von purence
Erstellt: 25.11.2016