21 Jump Street (2012)

OT: 21 Jump Street - xx Minuten - Action / Komödie
21 Jump Street (2012)
Kinostart: 11.05.2012
DVD-Start: 13.09.2012 - Blu-ray-Start: 13.09.2012
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Filmkritik zu 21 Jump Street

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Seit einigen Jahren erlebt Hollywood nun bereits einen wahren qualitativen Boom im Komödiengenre. Nach langer Dürreperiode mit flachen romantischen Komödien und peinlichen Filmparodien, sorgte unter anderem Erfolgsproduzent Judd Apatow für eine radikale Trendwende. Seitdem kann man sich wieder regelmäßig auf wirklich witzige Filme aus der Traumfabrik freuen: Jonah Hill ist jemand, der im Zentrum dieser Entwicklung steht. Mit Auftritten in Filmen wie Beim ersten Mal, Superbad, Nie wieder Sex mit der Ex, Männertrip oder Wie das Leben so spielt hat er sich einen Ruf erarbeitet, und nun darf er gemeinsam mit Channing Tatum in 21 Jump Street aus dem Vollen schöpfen. Der Film liefert ein wahres Gagfeuerwerk am laufenden Band und sorgt für einen köstlich-unterhaltsamen Kinoabend - der Besuch der englischen Originalversion ist aber stark zu empfehlen.

Schmidt (Jonah Hill) ist der klassische Loser in der High-School. Intelligent, kein Erfolg bei Frauen und natürlich immer wieder gerne gemobbt von Sportler und Frauenheld Jenko (Channing Tatum). Als sich Schmidt und Jenko allerdings Jahre später auf der Polizeischule wiedertreffen haben sich die Vorzeichen geändert. Plötzlich erkennen die beiden, dass das Leben vielleicht einfacher wäre, wenn sie zusammenhelfen: So hilft Schmidt Jenko beim Lernen und umgekehrt nimmt dieser ihn beim Sport unter seine Fittiche. Und gemeinsam schaffen es beide auch tatsächlich und bilden in Folge auch bei der Polizei ein schlagkräftiges Duo. Doch der neue Job beginnt erst einmal weniger spektakulär als erhofft. Nachdem auch die Verhaftung einige Drogenkonsumenten schief geht, werden sie strafversetzt: Und zwar zu einer Undercovereinheit, die sie zurück an die Highschool schickt, wo sie einer neuen Droge nachjagen sollen...

Eigentlich ist ja auch 21 Jump Street einer dieser unsäglichen Rebootversuche, über die man sich als Filmfan nur allzu gerne aufregt. In bester A-Team Tradition hat man sich eine (ehemalige) Kultserie hergenommen und versucht das damalige Konzept aufzufrischen und unter völlig neuen Voraussetzungen ins Kino zu überführen. Allerdings gibt es absolut keinen Grund sich über diese Tatsache zu beschweren. Das liegt zum einen daran, dass 21 Jump Street mittlerweile vor allem dadurch bekannt ist, dass die Serie Johnny Depp zum Star machte, aber ansonsten wohl kaum jemand der Qualität von damals nachtrauert und zum anderen an der Tatsache, dass der Film seine Herkunft äußerst selbstironisch aufarbeitet und eigentlich aus Sicht einer Komödie alles richtig macht.

Dass die Filmemacher genau wissen was sie zu tun haben merkt man bereits bei der köstlichen Exposition. Phil Lord und Chris Miller (die beiden Regisseure von Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen) verstehen es köstlich mit den Rollenklischees zu spielen und diesen höchst sympathischen Ansatz auch zu verkaufen. Dabei macht es sowohl Spaß wie sie zunächst die bekannten Klischees völlig auf die Spitze treiben und wundbar ausnutzen, als auch wie sie dann in Folge die diversen Archetypen einstürzen lassen. So sehen sich die beiden Undercoveragenten plötzlich mit einer völlig veränderten Highschoolsituation konfrontiert in dem nicht mehr die selben Dinge wie früher als “cool” gelten und so der vermeintliche Held schnell zum Aussenseiter wird, während der Loser zum beliebten Typen mutiert.

Das Gelingen des Films fußt dabei besonders im überraschend gelungenen Drehbuch von Michael Bacall (das auf einer Story basiert, die dieser mit Hauptdarsteller Jonah Hill entwickelt hat). Und dabei hat man sich sichtlich am frischen Stil der Judd Apatow Produktionen orientiert, die sich vor allem durch den unerwarteten Bruch mit dem Gewohnten und durch wahnsinnig witzige Wortgefechte auszeichnen. Dabei findet sich auch immer wieder jede Menge selbstreferenzieller Humor im Film: So etwa beschwert sich der Polizeicaptain darüber, dass man aus Ideenlosigkeit nur den alten Blödsinn aus den 80ern aufwärmt, oder die beiden sichtlich Actionfilmversierten Hauptfiguren wundern sich darüber wenn ein Auto nicht explodiert, wenn man darauf schießt. Und tatsächlich gelingt es dem Film die Überraschungsmomente konstant über die gesamte Laufzeit aufzuteilen, sodass man immer wieder frische Gags serviert bekommt und reichlich Möglichkeiten zum lauthals Loslachen bekommt.

Am unerwartetsten kommt jedoch die schier magische Chemie zwischen Jonah Hill und Channing Tatum. Jonah Hill kennt man ja bereits als herausragenden Komödianten, aber mit welcher Spielfreude Tatum hier ans Werk geht und gleichzeitig sein eigenes Image auf die Schippe nimmt ist einfach großartig. Dadurch, dass die beiden so gut harmonieren, funktioniert 21 Jump Street auch als Buddymovie, was insofern wichtig ist, da dies den Film über seine schwächeren Phasen rettet. Denn abgesehen von den (zu 100% gelungenen) komödiantischen Momenten des Films gilt es ja auch noch eine Story zu erzählen. Und hier zeigen sich auch die Schwächen des Films, denn weder Gegenspieler noch die Wendungen der Geschichte werden irgendjemanden vom Hocker reissen und auch in die immer wieder eingesträuten Actionelemente funktionieren nicht restlos. Doch diese kleinen Dellen sollen keinen Grund liefern diese herausragende Komödie zu verpassen: 21 Jump Street ist bis jetzt der witzigste Filme des Kinojahres und ein Garant für unkontrollierte Lachanfälle.

Fazit:
Ist es Anfang Mai schon zu früh die Komödie des Jahres zu bestimmen? Wie dem auch sei, 21 Jump Street ist ein herausragend witziger Film mit zwei groß aufspielenden Hauptdarstellern, die perfekt harmonieren, Gags am laufenden Band und einem ironisch-selbstreferenziellen Drehbuch, das den Gesamteindruck noch wunderbar abrundet. Die Actionelemente und Wendungen in der Geschichte sind zwar nicht restlos gelungen, aber davon sollte sich niemand von einem Kinobesuch abbringen lassen. Wer etwas mit dem Humor von Judd Apatows Filmen anfangen kann, bekommt mit 21 Jump Street jedenfalls eine herrliche Komödie serviert, die es schafft mit zahlreichen Rollenklischees zu spielen und gleichzeitig für einen herausragenden Kinospaß zu sorgen. Bis jetzt der witzigste Film des Jahres.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 45
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