Men in Black 3 (2012)

OT: Men in Black III - 103 Minuten - Action / Komödie / SciFi
Men in Black 3 (2012)
Kinostart: 25.05.2012
DVD-Start: 27.09.2012 - Blu-ray-Start: 27.09.2012
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Filmkritik zu Men in Black 3

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Will Smith ist einer der großen Kassenmagneten Hollywoods. Hat man das Glück ihn für seinen Film zu gewinnen, dann sind zumindest die finanziellen Sorgen in der Regel gezählt. Denn das Publikum liebt ihn und dementsprechend landen seine Filme auch stets in der Gewinnzone. Doch trotz dieses Castbonus durfte man dem Projekt Men in Black 3 skeptisch gegenüber stehen: Dass die Luft aus der Reihe draussen ist, demonstrierte bereits der schwache zweite Teil eindrucksvoll und allerspätestens nach dem schwachen ersten Trailer zu Men in Black 3 sollten alle Alarmglocken läuten. Doch überraschenderweise gelingt es dem Film für eine positive Überraschung zu sorgen und obwohl er zwar ein gutes Stück von einem wirklich tollen Film entfernt ist, übertrifft man zumindest Teil 2 und sorgt für solide Unterhaltung.

Die Vergangenheit droht Agent K (Tommy Lee Jones) einzuholen. Denn vor mittlerweile 40 Jahren hat er den gefährlichen Alien-Verbrecher Boris (Jemaine Clement) verhaftet, wobei dieser seinen Arm verlor. Seitdem sitzt Boris in einem geheimen Gefängnis am Mond und sinnt auf Rache. Doch mit Hilfe der hübschen Lilly (Nicole Scherzinger) gelingt Boris die Flucht und er macht sich rasch auf die Jagd nach K. Doch er will ihn nicht etwa einfach töten, sondern in die Vergangenheit reisen, K umbringen und gleichzeitig seinen Arm retten. Da K plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist und sich nur sein Partner Agent J (Will Smith) an ihn erinnern kann scheint das unterfangen auch gelungen zu sein - doch J lässt das natürlich nicht auf sich sitzen, reist ebenfalls in die Vergangenheit und arbeitet mit dem jungen K (Josh Brolin) zusammen um Boris aufzuhalten...

Was sofort auffällt: Men in Black 3 hat zahlreiche Schwächen des zweiten Teils abgeschüttelt und beginnt bereits mit recht zügigem Tempo, solider Gagdichte und recht hohem Unterhaltungswert. Die meisten Sprüche sitzen, die Chemie zwischen Will Smith und Tommy Lee Jones passt wie eh und je und obwohl man einer Zeitreiseidee prinzipiell immer skeptisch gegenüber stehen sollte, wird diese zumindest recht launig umgesetzt. Kurz: Die Vorzeichen stimmen, das Terrain wird solide abgesteckt und im Gegensatz zum direkten Vorgänger bekommt man nicht ständig nervige Stöcke zwischen die Beine geworfen (in Form von nervigen Charakteren und einer dämlichen Story), die verhindern, dass man den Film genießen kann.

Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass Tommy Lee Jones nicht die selbe Screentime wie in den Vorgängern bekommt und nur verhältnismäßig kurz im Film zu sehen ist. Das wird aber sehr gut durch die Einführung von Josh Brolin kompensiert, der als junger K eine fabelhafte Show abliefert, die Charakteristika von K perfekt auf den Punkt bringt und tatsächlich als junger Tommy Lee Jones durchgeht. Schön ist auch, dass die Chemie Smith/Brolin praktisch genauso gut funktioniert wie die Chemie Smith/Jones, was aber sicher auch daran liegen mag, dass Will Smith sich nach einer Leinwandpause von rund vier Jahren von seiner besten Seite zeigt und seine Spielfreude auch nahtlos aufs Publikum übeträgt.

Auch der Einsatz der Zeitreise ist gelungen. Immer wieder gelingt es den Filmemacher die Erwartungen der Zuseher zu unterwandern, für Überraschungen zu sorgen und auf die US-Geschichte im Jahr 1969 anzuspielen. Von Andy Warhol über die Mondlandung, bis hin zu der immer noch allgegenwärtigen Rassendiskriminierung wird alles thematisiert und durchaus höchst sympathisch verarbeitet. Doch man spielt nicht nur auf die echte US-Geschichte an, sondern bringt auch die Anfänge der uns bekannten Men in Black Saga ins Spiel und rückt die Beziehung zwischen K und J in ein neues Licht, was am Ende des Films noch einmal für einen gelungenen emotionalen Moment sorgt, der tatsächlich recht gut funktioniert. Und das ist insofern eine kleine Überraschung, sind die Stärken des Films doch weniger die emotionalen Momente, sondern viel mehr die durchgeknallten Ideen, die witzigen Sprüche und im allgemeinen die lockere Unterhaltung.

Doch leider gelingt es auch Men in Black 3 nicht an den ersten Teil anzuschließen. Das liegt unter anderem daran, dass der Überraschungseffekt, den der ersten Teil hatte, mittlerweile natürlich nicht mehr vorhanden ist, aber es mangelt der Geschichte auch einfach an Plausibilität. Natürlich haben Zeitreisegeschichten häufig dieses Problem, aber man kann nicht darüber hinwegsehen, dass manche Teile der Story nun einmal extrem überkonstruiert wirken - etwa wenn K von der Welt getilgt wurde und sich eigentlich (logischerweise) niemand an ihn erinnern kann, bis auf J natürlich, der noch alle Erinnerungen an seinen Partner hat, was eine Rettungsmission erst ermöglicht. Solch billige Lösungen sind leider schade, aber auch abgesehen davon muss eines klar sein: Men in Black 3 ist sicherlich besser als man sich nach dem zweiten Teil und dem Trailer erwarten konnte - aber mehr als solide Unterhaltung springt auch trotz dieser positiven Überraschung nicht raus.

Fazit:
Men in Black 3 ist definitiv eine positive Überraschung: Nach dem enttäuschenden zweiten Teil und den schwachen Trailern musste man bereits ein Debakel befürchten. Tatsächlich bietet der Film aber solide Unterhaltung, eine launige Zeitreisegeschichte und jede Menge schräger Einfälle, die das Geschehen zusätzlich auflockern. Etwas schade ist allerdings, das Tommy Lee Jones vergleichsweise kurz vorkommt, was aber durch den höchst unterhaltsamen Auftritt von Josh Brolin sehr gut kompensiert wird. Schlussendlich fehlt es dem Film aber an der nötigen Kreativität und am Überraschungsmoment um so richtig zu überzeugen. Auch die Story beruft sich zu oft auf zu einfache Notlösungen um richtig zu überzeugen. Nicht falsch verstehen: Für Fans der Reihe wird sicher ein spaßiger Kinoabend geboten, aber trotz der positive Überraschung ist Men in Black 3 einfach nicht mehr (aber auch nicht weniger), als ein solider, kurzweiliger Unterhaltungsfilm von der Stange.

Wertung:
6/10 Punkte
Filmering.at
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Ø Wertung: 6.5/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 21
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Erstellt: 18.09.2012