The Amazing Spider-Man (2012)

OT: The Amazing Spider-Man - 136 Minuten - Action / Abenteuer / Thriller
The Amazing Spider-Man (2012)
Kinostart: 28.06.2012
DVD-Start: 08.11.2012 - Blu-ray-Start: 08.11.2012
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Filmkritik zu The Amazing Spider-Man

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Erst 2007 kam Sam Raimis „Spider Man 3“ in die Kinos und ließ alle Türen offen für die nächste Fortsetzung des erfolgreichen Franchises mit Tobey Maguire. Zunächst verzögerten sich jedoch die Dreharbeiten um drei Jahre, dann stieg Kirsten Dunst aus dem Projekt aus, schließlich lag sich Regisseur Raimi mit den Sony-Studios wegen des Skripts in den Haaren. Im Januar 2010 platzte Sony schließlich der Kragen: das Studio entließ Raimi und seinen Hauptdarsteller Tobey Maguire aus dem Projekt, um statt eines vierten Teils einfach ein „Reboot“ der Reihe zu starten. Mit „(500) Days of Summer“-Macher Marc Webb war schnell ein neuer Regisseur gefunden und mit Andrew Garfield wurde ein damals noch relativ unbekannter Darsteller als neuer „Spider-Man“ besetzt. Zwei Jahre später sieht die Welt anders aus: Sowohl Garfield als auch seine Leinwandpartnerin Emma Stone haben sich in Hollywood einen ausgezeichneten Ruf erspielt und die Skepsis gegenüber einem übereilten Reboot der beliebten Comicreihe ist der Neugierde gewichen. Und nun das Ergebnis: „The Amazing Spider-Man“ von Marc Webb ist mindestens genau so gut Sam Raimis „Spider Man“ und Andrew Garfield ganz anders als Tobey Maguire.

Als Peter Parker (Andrew Garfield) ein Kind war, tauchten seine Eltern aus unerklärten Umständen plötzlich unter und gaben ihn in die Obhut von Tante May (Sally Field) und Onkel Ben (Martin Sheen). Nun hat er als hochintelligenter Teenager mit dem Problem, ein Außenseiter an seiner High School zu sein, zu kämpfen und versucht nebenbei das Herz der hübschen Gwen Stacey (Emma Stone) zu gewinnen. Als er in der alten Aktentasche seines Vaters ein Foto von Dr. Curt Connors (Rhys Ifans) findet, versucht er dem ungelösten Geheimnis um das Verschwinden seiner Eltern auf die Spur zu kommen. Er sucht Connors im Labor von Oscorop auf, in dem zufällig auch Gwen als Praktikantin arbeitet. Dort experimentiert Connors bisher unerfolgreich mit der Kreuzung von Spezies, doch nach Peter Parkers Erscheinen soll sich das ändern. Peter wird von einer genetisch mutierten Spinne gebissen und Dr. Connors gelingt eine erfolgreiche Kreuzung seiner Genetik mit der einer Eidechse. Beide entwickeln über Nacht ungeahnte Kräfte...

Kaum hat sich Peter Parker (und wir mit ihm) an sein Superhelden-Dasein und den hautengen Latexanzug gewöhnt, beginnt die ganze Geschichte noch einmal von vorne. Einmal mehr muss der Held in spe die Schulbank drücken, sein Außenseiter-Dasein verkosten, überirdische Kräfte entwickeln, seinen Onkel verlieren und die erste große Liebe finden. Doch was „The Amazing Spider Man“ zu einem Reboot und keinem übereilten Remake macht: Regisseur Marc Webb und seine Drehbuchautoren lassen den Film zu keinem Zeitpunkt so wirken, als würde sich Sam Raimis „Spider Man“ wiederholen. So mancher Aspekt wird einem bekannt vorkommen, denn der Film basiert schließlich trotzdem auf derselben Comic-Reihe, doch Webb versucht weder, denselben Film noch einmal zu machen, noch, einen völlig konträren Weg zu gehen. So ist „The Amazing Spider Man“ ein ganz und gar eigenständiger Film, der seine eigenen Akzente setzt. Wie schon in „(500) Days of Summer“ versucht Marc Webb erst gar nicht, die Anfänge der Liebesbeziehung zu verkomplizieren, sondern hebt sich das lieber für später auf. Stattdessen nutzt er die erste Hälfte, um die innerliche und äußerliche Entwicklung Peter Parkers zu Spider Man zu dokumentieren. Wer sich fürchtet, dass dabei die Action zu kurz kommen könnte, wird gegen Ende erleichtert sein, wenn Webb dann Teile Manhattans in Schutt und Asche legt.

Auch Andrew Garfield legt die Figur des Peter Parkers/Spider Man ganz anders an als Tobey Maguire. Spielte Maguire den schüchternen Typen, der zum Helden wird, wartet Garfield mit einer facettenreichen Darstellung auf, in der Peter Parkers Wut auf sich selbst und die Schatten seiner Vergangenheit seinen Charakter prägen. Emma Stone muss sich erst gar nicht dem Vergleich mit Kirsten Dunst stellen, denn schließlich verkörpert sie mit Gwen Stacy einen völlig anderen Charakter als es Dunst als Mary Jane tat. Mit blondierten Haaren, Miniröckchen und langen Strümpfen mag sie zunächst wie das Naivchen von Nebenan aussehen, doch wenn man einen Charmebolzen wie Emma Stone castet, bekommt natürlich alles andere als das. Rhys Ifans, der hierzulande sein Image als Hugh Grants verrückter Mitbewohner Spike aus „Notting Hill“ noch nicht ganz losgeworden ist, gelingt eine ähnlich mehrdimensionale und menschliche Schurken-Darstellung wie seinen (indirekten) Vorgängern Alfred Molina und Willem Dafoe. Zusätzlich hat sein böses alter Ego, der Lizzard, von der Special Effects-Abteilung von Sony ein wirklich beeindruckendes Aussehen bekommen. Generell wirken die Spezialeffekte und das 3D sehr sauber und erwecken ganz selten den Eindruck, man wäre in einem Videospiel – außer, wenn man aus der Sicht Spider Mans über Häuserzeilen schwingt, und da ist das sogar richtig passend.

Fazit:
War die Zeit schon reif für ein „Spider-Man“-Reboot? Vielleicht nicht, denn im Gegensatz zu Christopher Nolans „Batman Begins“ oder J.J. Abrams „Star Trek“ wird sich „The Amazing Spider Man“ etwaigen Vergleichen der noch nicht lang zurückliegenden „Spider Man“-Trilogie von Sam Raimi stellen müssen. Doch den prüfenden Blicken der Fans wird das Reboot allemal standhalten! Aus großer Kraft folgt schließlich große Verantwortung.

Wertung:
8/10 Punkte
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Ø Wertung: 6.9/10 | Kritiken: 4 | Wertungen: 50
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