The Expendables 2 (2012)

OT: The Expendables 2 - 102 Minuten - Action / Abenteuer / Thriller
The Expendables 2 (2012)
Kinostart: 30.08.2012
DVD-Start: Unbekannt - Blu-ray-Start: Unbekannt
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Filmkritik zu The Expendables 2

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Fans des Macho-Actionkinos der 80er Jahre werden wohl zunehmend verzweifeln. Die großen, muskelbepackten Actionstars gehören der Vergangenheit an, an ihrer Stelle sorgen vor allem CGI-generierte Bilderwelten für einen Special-Effects-Overkill im Actionfach, während die martialischen Ein-Mann-Armeen der Vergangenheit angehören, bzw. nur mehr Videothekenregale ausfüllen. Ein Mann spielt dabei aber nicht mit: Sylvester Stallone verhalf zunächst Rocky und Rambo zur Wiederauferstehung und versorgte anschließend in The Expendables fast alle ähnlich gesinnten Mimen mit Posten um als schlagkräftige Söldnertruppe wieder im Stil der 80er auf den Putz zu hauen. Und nun steht mit The Expendables 2 schon der direkte Nachfolger in den Startlöchern: Der Cast ist noch etwas beeindruckender, die Action kracht wieder ordentlich - und ja: Der Film macht einfach Spaß.

Barney Ross (Sylvester Stallone), Lee Christmas (Jason Statham), Yin Yang (Jet Li), Gunnar Jensen (Dolph Lundgren), Toll Road (Randy Couture) und Hale Caesar (Terry Crews) sind wieder im Einsatz: Unterstützt von Neuzugang Billy the Kid (Liam Hemsworth) brechen sie wieder einmal in den Dschungel auf um eine Mission zu erfüllen. Doch nach der Heimkehr gehen die Probleme erst richtig los. Auf Grund einer Schuld gegenüber Mr. Church (Bruce Willis) müssen sie eher widerwillig zu einem weiteren Einsatz aufbrechen und müssen sich dabei auch noch um Maggie (Yu Nan) kümmern, die ihnen von Church zur Seite gestellt wird. Doch natürlich läuft der Einsatz anders als geplant: Das Team wird von Jean Vilain (Jean-Claude Van Damme) und seinen Leuten überwältigt, dezimiert und gedemütigt. Das kann Barney Ross natürlich nicht so stehen lassen - und dabei geht es nicht nur um die Schuld gegenüber Church...

Vorweg: Ein Klassiker des Actionfachs ist The Expendables 2 nicht geworden. Und das fällt auch bereits zu Beginn überdeutlich auf. Con Air Regisseur Simon West, der das Zepter von Sylvester Stallone übernommen hat, damit sich dieser ausschließlich auf die Schauspielerei konzentrieren konnte, reichert den Film gleich in der Eröffnungsszene mit einigen Ungereimtheiten an. Figuren tauchen auf wo sie nicht sein können und es scheint eine unausgesprochene Abmachung mit dem Publikum zu geben, dass die rationalen Grenzen des Möglichen hier keine Rolle spielen und der Regisseur das Recht hat seine Helden nach Belieben in der Welt zu verschieben (ohne dass er dabei an räumliche Grenzen gebunden wäre). Aber das macht nichts, denn schließlich sehen wir hier ja auch keine Menschen, sondern Action-Helden, von denen nichts Geringeres als das Unschaffbare erwartet wird.

Und das ist noch nicht einmal negativ gemeint. Wenn ein Film versucht die Realismusschiene zu fahren und dabei scheitert, sorgt dies nicht selten für unfreiwillige Komik, aber wenn von Anfang an klar ist, dass die Gesetze unserer Welt nichts gelten und eine Handvoll Söldner alles und jeden besiegen kann, dann sind die Fronten abgesteckt, man weiß was einen erwartet und kann sich einfach zurücklehnen und die Show genießen. Und tatsächlich gibt es in The Expendables 2 unzählige Fehler, Ungereimtheiten und man muss auch eingestehen, dass man es mit den coolen Anspielungen und Onelineren etwas übertreibt, aber überraschenderweise trüben diese Probleme den Unterhaltungswert nicht im Geringsten - fast das Gegenteil ist der Fall, denn gerade durch seine Fehler bekommt der Film einen rustikalen, ironischen Charakter, der ihn zur wahren Partygranate werden lässt.

Nicht selten kommt es vor, dass eine Horde an hochkarätigen Action-Mimen aus herbeikonstruierten Gründen, wild um sich ballert, Kehlen durschneidet und sich prügelt, während sie von Rocksounds begleitet werden und einen Oneliner nach dem anderen zum Besten geben. Und was in den meisten Filmen zum unansehnlichen Chaos geworden wäre, wird dank des Charismas der Darsteller, der krachenden Action, der selbstreferenziellen Bezüge und auch der richtigen Prise Trash zu einem wahren Freudenfest der hirnlosen Action. Dabei muss man sich nicht selten fragen, warum das eigentlich der Fall ist, denn rein objektiv gesehen macht der Film genügend Fehler - nur aus irgendeinem Grund verzeiht man ihm seine Eigenheiten und Macken liebend gerne.

Auch die neu dazu gekommenen Darsteller machen ihre Sache gut. Besonders Jean-Claude Van Damme hat sichtlich Freude den Kotzbrocken vom Dienst zu spielen und geht in seiner stereotypen Bad-Guy-Rolle auf - von einer Leistung alá JCVD ist er natürlich ein Stück entfernt, aber er macht das Beste daraus den muskelbepackten Helden einen Grund für Actioneinlagen zu liefern. Liam Hemsworth bringt eine Prise Emotion in den Film und ganz besonders die Auftritte von Chuck Norris sind ein wahres Fest, darf der legendäre Actionheld doch auf höchst ironische Weise einen wandelnden Chuck Norris Witz spielen, während sich scheinbar auch alle anderen Figuren dieser Tatsache bewusst sind. Wirklich nett ist auch, dass Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger diesesmal etwas mehr Screentime bekommen und am Ende sogar Seite an Seite mit Sylvester Stallone kämpfen dürfen, was schließlich in einer haarsträubenden, mit Referenzen und Zitaten gespickten Actionsequenz gipfelt.

Etwas weniger Einzelmomente bekommen die alteingesessenen Heroen. Haben sie im Vorgänger noch alle ihre große Einzelszene bekommen, agieren sie nun vor allem als Team - was auch verständlich ist, da man mittlerweile ihre Stärken und Eigenheiten kennt und diese demenstprechend auch im Team zur Schau gestellt werden können, ohne dass man sie noch einmal gesondert einzeln etablieren müsste. Lediglich Sylvester Stallone (mit Abstrichen auch Jason Statham) sind noch große Einzelaktionen gewährt - und was für eine besonders positive Überraschung sorgt: Das Spiel mit der Charakterzeichnung von Dolph Lundgrens Gunnar Jensen sorgt für köstliche Unterhaltung und dem stoischen Grobian mit chemischen Uniabschluss gehören einige der witzigsten Momente des Films.

Überhaupt ist es die Stärke von The Expendables 2, dass sich der Film selbst nicht bierernst nimmt, sondern stets mit einem Augenzwinkern agiert. Den Filmemachern sind die Erwartungen der Fans durchaus bewusst und so nimmt man es mit der eigenen Glaubwürdigkeit nicht zu ernst, sondern erlaubt es sich in jeder Szene in die Vollen zu gehen. Die Helden sind Larger Than Life, die Bösewichte scheinen direkt der unkomplizierten Welt der 80er zu entspringen und egal wie brenzlig eine Situation auch ist: Ein dämlicher Spruch ist immer drinnen. Dementsprechend werden auch alle verzweifeln, die versuchen den Film ohne Humor und ohne Verständnis für das Kino für das er steht zu begegnen. Wer sich allerdings auf den Ritt einlässt, bekommt alles was man sich von The Expendables 2 erwarten konnte: Einen testosterongeladenen, selbstreferenziellen und zitatreichen Macho-Actionkracher, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt und einfach Spaß machen möchte.

Fazit:
The Expendables 2 ist sicher kein Actionklassiker. Dazu ist der Film viel zu löchrig und erlaubt sich viel zu viele Filmfehler und Inkonsistenzen. Auch übertreibt man es an manchen Stellen mit den Anspielungen, Zitaten und Referenzen. Aber eines ist dennoch überraschend: All diese Fehler vermischen sich mit der over-the-top inszenierten Action, den unzähligen Onelinern, der Selbstironie der Heroen und der testosterongeladenen Atmosphäre zu einem gewaltigen Sammelsurium an purer Lebensfreude. Jedenfalls für alle, die sich darauf einlassen können. The Expendables 2 bietet schlussendlich genau das, was man sich erwarten konnte: Selbstironische Actionhelden, die sich durch ein löchriges Skript ballern - wer damit nichts anfängt, kann sich den Film sparen, alle anderen dürfen sich köstlich amüsieren. Und Chuck Norris als lebender Chuck Norris Witz ist sowieso großartig.

Wertung:
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Filmering.at
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Ø Wertung: 7.3/10 | Kritiken: 0 | Wertungen: 21
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