Prometheus - Dunkle Zeichen (2012)

OT: Prometheus - 124 Minuten - Action / Horror / SciFi
Prometheus - Dunkle Zeichen (2012)
Kinostart: 10.08.2012
DVD-Start: 07.12.2012 - Blu-ray-Start: 07.12.2012
Will ich sehen
Liste
14979
Bewerten:

Filmkritik zu Prometheus - Dunkle Zeichen

Von am
Ridley Scott und Science-Fiction - diese Kombination hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Mit Alien legte er quasi den Grundstein für das moderne Space-Horror-Subgenre und mit Blade Runner inszenierte er einen der noch immer höchst angesehendsten SciFi-Klassiker der Filmgeschichte - und wahrscheinlich die für immer beste Philip K. Dick Adaption. Nach diesen beiden Meistewerken wendete sich Scott aber anderen Genres zu - zumindest bis jetzt, denn sein mit Hochspannung erwarteter neuer Film Prometheus ist nicht nur Scotts Rückkehr zur Science-Fiction, sondern auch die Rückkehr zum Alienuniversum. Doch Prequel/Sequelgegner sollten nicht vorschnell urteilen, denn Prometheus ist zweifellos ein Prequel der etwas anderen Art und streift das Alien-Universum letzten Endes nur gerade so sehr, dass es um ein interessantes Kapitel erweitert wird.

Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) sind zwei engagierte Wissenschaftler, die durch die Entdeckung verschiedener Höhlenmalereien, die allesamt das selbe Sternenbild zeigen, auf eine geheimnisvolle Reise geschickt werden. Finanziert von Milliardär Peter Weyland (Guy Pearce), der hofft auf dem fernen Planeten seinem Schöpfer zu begegnen, werden Shaw und Holloway auf dem Raumschiff Prometheus zu unbekannten Ufern geschickt. Begleitet unter anderem von Android David (Michael Fassbender) und geführt von Meredith Vickers (Charlize Theron) sollen sie den Planeten untersuchen und hoffentlich Hinweise auf die Herkunft der Menschheit finden...

Prometheus ist ein Film der großen Geheimnisse. Diese Geheimnisse begannen bereits während der Produktion des Films. Lange Zeit erwartete man sich ein klares Alien-Prequel, doch dann überarbeitete plötzlich Lost-Miterfinder Damon Lindelof das Drehbuch von Jon Spaihts und plötzlich schien gar nichts mehr so sicher zu sein. Aus einem klaren Alien-Film wurde ein Film mit Alien-DNA, der im selben Universum angesiedelt ist und so richtig schien man plötzlich nicht mehr erahnen zu können wohin die Reise gehen würde. Zwar ist diese Unsicherheit in der Beschreibung des Films retrospektiv etwas seltsam - denn die Bezüge zu Alien sind sonnenklar und nicht zu übersehen - aber trotz dieser Tatsache bleibt Prometheus ein kryptischer Film, der es sich in manchen Punkten erlaubt rätselhaft zu bleiben.

Aber das konnte man sich bereits denken, als bekannt wurde, dass Damon Lindelof seine Finger im Spiel haben würde. Der Lost-Autor gilt als Meister der Geheimnisverschleppung und so war es durchaus absehbar, dass am Ende nicht alles mit einem großen Knall aufgelöst wird, sondern vieles im Verborgenen bleiben wird. Das hat zur Folge, dass sich vielleicht direkt beim Einsetzen des Abspanns ein kurzer Frustmoment einstellt - da man als Zuseher einfach gerne noch viel mehr erfahren würde, aber man muss dem Film auch zugestehen, dass gerade die Lücken in seiner Geschichte eine gewisse Faszination ausüben, die den Zuseher noch länger beschäftigen werden. Aber zumindst einige Teaser, bzw. Hinweise hätten wirklich nicht geschadet - so bleibt der dumpfe Nachgeschmack, dass man sich schlicht noch etwas Erzählpower für das (mögliche) Sequel aufheben wollte.

Auf den Unterhaltugnswert während des Films hat dieses Problem allerdings keinen Einfluss: Gerade die offenen Fragen und die zahlreichen Geheimnisse sind es mitunter was den Zuseher bei der Stange halten. Man will mit erforschen, man will erkunden, man will einfach wissen was nun die Auflösung ist. Hinzu kommt, dass Ridley Scott noch immer nicht verlernt hat wie man einen spannenden Blockbuster inszeniert. In punkto Atmosphäre und visueller Finesse macht ihm so schnell keiner etwas vor und Prometheus ist dementsprechend auch ein wunderschöner Film geworden, der auch auf reiner Erlebnisebene funktioniert. Die Figuren sind zwar stellenweise stereotyp gezeichnet, erfüllen aber ihre Aufgabe gut und vor allem das Gleichgewicht aus spannenden Fragen und mitreissend inszenierten Szenen weiß doch sehr zu gefallen.

Im Gegensatz zu vielen Blockbustern beschränkt sich Prometheus aber nicht auf seinen Thrillride-Charakter, sondern wirft durchaus spannende Themen auf. Besonders der duale Konflikt zwischen einem Wesen und seinem Schöpfer wird immer wieder eindrucksvoll thematisiert und letztendlich in der Figur von Android David perfekt auf den Punkt gebracht. Dank des (wie immer) grandiosen Spiels von Michael Fassbender und auch dank der Tatsache, dass die Autoren mit der Figur alles richtig gemacht haben, sorgt David für die mitunter beängstigendste und faszinierendste Auseinandersetzung mit der Schöpferthematik und liefert nicht nur einen etwas anderen Blickwinkel auf das Thema, sondern auch eine eiskalte Abrechnung mit seiner Relevanz.

Dank immer wieder eingestreuten Dialogfetzen und angedeuteten Abgründen, die sich hinter der zuvorkommenden Höflichkeit Davids verbergen, beginnt man als Zuseher an den Motiven des Androiden zu zweifeln - wer hat ihn, zu welchem Zweck programmiert? Oder hat er auf der langen Reise gar ein eigenes Bewusstsein entwickelt? Fassbender schafft es mit messerscharfer Präzision das Misstrauen des Zusehers zu schüren und gleichzeitig mit anscheinender Freundlichkeit für eine enorm facettenreiche und spannende Darstellung zu sorgen. Doch nicht nur Fassbender, sondern auch Noomi Rapace, Logan Marshall-Green, Charlize Theron und Idris Elba machen ihre Sache sehr gut. Lediglich im Fall von Guy Pearce mutet es etwas seltsam an, dass man die Rolle nicht wirklich mit einem älteren Darsteller besetzt hat und stattdessen Pearce in eine eher mäßige Maske zwängt.

Schlussendlich sei allen Fans noch eines auf den Weg gegeben: Prometheus ist wohl nicht das grandiose Meisterwerk, dass sich manche erhofft hatten. Dazu verliert der Film den Fokus an manchen stellen zu sehr aus den Augen und drückt sich auch zu sehr vor den wirklich interessanten Antworten. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Film für ausgezeichnete Unterhaltung sorgt und visuell sicher zu den eindrucksvollsten Produktionen des Kinojahres zählt. Auch ist es schön zu sehen, dass man zumindestens versucht interessante Fragen aufzuwerfen und auch abseits vom Erlebnischarakter etwas zu bieten. Und schlussendlich sind es gerade die Gehemnisse des Films, die den Zuseher bei der Stange halten und wohl auch nach dem Ende des Films noch beschäftigen werden - somit haben Ridley Scott und sein Team eigentlich sehr viel richtig gemacht.

Fazit:
Prometheus ist ein sehr guter und unterhaltsamer Science-Fiction Film, der geschickt Mysterien aufwirft und den Zuseher auch mit visuell eindrucksvollen und unterhaltsamen Szenen sehr gut bei der Stange hält. Der Film ist aber nicht das Meisterwerk, dass sich manche erhofft haben: Dazu drückt er sich zu sehr vor den interessanten Antworten und lässt den Zuseher in manchen Punkten etwas ratlos zurück. Aber man muss auch erwähnen, dass gerade die offenen Fragen und die Geheimnisse des Films dafür sorgen, dass man ihn nicht so schnell vergisst. Da Prometheus aber in jedem Fall ein höchst unterhaltsamer und toll gespielter Blockbuster ist, der sich auch traut interessante Themen anzuschneiden, sollte einem Kinobesuch nichts im Weg stehen.

Wertung:
8/10 Punkte
Filmering.at
Community
Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 52
10 /10
4%
9 /10
8%
8 /10
46%
7 /10
23%
6 /10
12%
5 /10
4%
4 /10
2%
3 /10
0%
2 /10
2%
1 /10
0%
Vielleicht interessiert dich auch
World War Z (2013)
Bad Taste (1987)
Godzilla (2014)
Darkest Hour (2011)
Resident Evil 4: Afterlife (2010)
Aliens - Die Rückkehr (1986)
Green Lantern (2011)
X-Men (2000)
Alle Empfehlungen anzeigen
Der Film ist in diesen Listen
Will ich sehen
Liste von KinoKatz
Erstellt: 18.09.2016
Will ich sehen
Liste von Missdavies
Erstellt: 18.10.2015
Will ich sehen
Liste von Kodein666
Erstellt: 28.02.2015
Alle Listen anzeigen