Resident Evil 5: Retribution (2012)

OT: Resident Evil: Retribution - 95 Minuten - Action / Horror / SciFi / Thriller
Resident Evil 5: Retribution (2012)
Kinostart: 21.09.2012
DVD-Start: 14.03.2013 - Blu-ray-Start: 14.03.2013
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Filmkritik zu Resident Evil 5: Retribution

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Die Videospieler waren verständlicherweise weniger begeistert, als Regisseur Paul W.S. Anderson mit seiner Resident Evil Verfilmung die düstere Gruselstimmung des Spiels in eine hochstylisierte Actionästhetik verwandelte. Mittlerweile dürften sich aber die meisten an die Stilistik der (nun bereits auf fünf Teile angewachsenen) Reihe gewöhnt haben, und wenn man sich den finanziellen Erfolg ansieht, dann scheinen auch genügend Leute gefallen daran zu finden. Dabei verzettelt sich die Resident Evil Reihe erzählerisch immer mehr und abgesehen vom spannenden Setting des dritten Teils, werden kaum Neuigkeiten präsentiert. Auch der fünfte Teil ist dabei keine Ausnahme - aber dafür reduziert man die Geschichte hier noch mehr als gewohnt, und versucht stattdessen in punkto Action in die Vollen zu gehen.

Alice (Milla Jovovich) befindet sich an Deck des riesigen Schiffs Arcadia und wird von ihrer Widersacherin Jill Valentine (Sienna Guillory), samt Verstärkung, angegriffen und überwältigt. Sie findet sich in einer unterirdischen Forschungsstation der Umbrella Corporation wider und wird dort von Jill im Auftrag des Computers Red Queen verhört. Doch plötzlich wird das System heruntergefahren und die Türen von Alice Zelle öffnen sich. Ausgerechnet ihr Erzfeind Albert Wesker (Shawn Robert) will ihr zur Flucht verhelfen und hat bereits Ada Wong (Bingbing Li) als Vorhut geschickt um Alice zu unterstützen. Sie müssen sich durch einige gefährliche Testareale kämpfen und dann auf die entsandte Söldnertruppe, bestehend aus Leon S. Kennedy (Johann Urb), Barry Burton (Kevin Durand) und Luther West (Boris Kodjoe) treffen, die sie an die Oberfläche begleiten und dann die Station vernichten sollen...

Inhaltlich gibt sich Resident Evil 5 äußerst reduziert. Das zelebriert auch bereits der (visuell durchaus beeindruckende) Einstieg ins Geschehen. Wir sehen die Schlacht rund um die Arcadia in Super-SloMo, von hinten nach vorne und man muss durchaus zugeben, dass Paul W.S. Anderson sein Handwerk auf dieser Ebene versteht. Aber gleichzeitig nimmt dieser Einstieg auch bereits den Stil der folgenden Szenen vorweg: Eigentlich passiert nicht recht viel, aber dank extremen Zeitlupen, wilden Actionszenen, Explosionen und Schießereien versucht der Film das Publikum bei der Stange zu halten. Ob dies gelingt hängt natürlich sehr vom Individuum ab, aber spätestens nach 30-40 Minuten hat man doch das Gefühl, dass man nun alles gesehen hat.

Das liegt auch daran, dass der Film auf erzählerischer Ebene eigentlich gar nichts zu bieten hat. Am Anfang steht einmal eine kurze Zusammenfassung, und dann ist eigentlich das einzige Ziel, dass sich Alice aus der Forschungsstation befreit. Diese ist in klassische Level aufgeteilt, sodass die Videospieler zumindst den Background als Spielereihe erahnen können, aber es fehlt leider an großen Leitmotiven und auch schlicht an Drama, um das Publikum an die Geschichte zu binden. Paul W.S. Anderson operiert nur nach dem Modus “höher, schneller, weiter” und sammelt quais das Best-of der Resident Evil Reihe um sich, ohne aber darauf zu achten, dass sich diese Elemente auch zusammenfügen.

Ein großes Problem ist auch das Setting des Films. Dadurch, dass der ganze Film in einer Forschungsstation spielt und zahlreiche Konfrontationen aus einem Simulationsprogramm der Umbrella Corporation entsprungen sind, entsteht nie wirklich das Gefühl einer aktuellen, unmittelbaren Bedrohnung. Man spürt immer eine Distanz zwischen den real existierenden Figuren und den herbeikonstruierten Zombieangriffen, die von Umbrella eigentlich als Test durchgeführt werden. Da nützt es auch nichts, dass die Simulationen in verschiedene Areale aufgeteilt sind und es deshalb auch ein leichtes ist zwischen New York, Moskau und Tokio als Schauplatz hin und her zu wechseln - einmal ganz davon abgesehen, dass dieses Stationhopping viel zu billig herbeikonstruiert ist, entsteht einfach nicht die selbe Brisanz, wie sich in der “richtigen Welt” entfalten würde. Und gerade der dritte Teil der Reihe hat gezeigt, dass ein gelungener Schauplatz den Film deutlich aufwerten kann.

Seine eigentliche Stärke zeigt Resident Evil 5, aber ohnehin bei den Actionszenen. Paul W.S. Anderson ist nun einmal ein Meister was hochstilisierte Zeitlupenästhetik betrifft - und auch hier bieten zahlreiche detailiert modellierte Actionsequenzen wieder ordentlich was fürs Auge. Natürlich muss einem dieser Stil nicht gefallen, aber falls man zu den Befürwortern der höchst verfremdeten Bilderästhetik zählt, dann ist Paul W.S. Anderson sicher einer jener Regisseure, bei denen man nicht allzu viel falsch machen kann. Und da er sich hier auch kaum mit erzäherlischen Facetten aufhält, sondern von Anfang an aufs Gaspedal steigt, ist der Unterhaltungswert für Actionjunkies auch durchaus solide. Aber als Gesamtwerk macht Resident Evil 5 einfach zu viel falsch um ihn wirklich empfehlen zu können.

Fazit:
Resident Evil 5 hält sich gar nicht erst lange mit der Erzählebene auf, sondern geht direkt in die Vollen. Alice muss sich diesesmal durch verschiedene Areale in Levelform ballern und hetzt in kürzester Zeit vom virtuellen Tokio, über New York nach Moskau - flankiert von wahnwitzigen Slow-Motion Ballereien und temporeich inszenierter Action. Da aber die akute Bedrohung in diesem Teil, dank des Charakters als Testareal und der übermäßigen Konstruiertheit der Schauplätze kaum ausgeprägt ist, macht Resident Evil 5 auch nicht wirklich viel Spaß. Zwar können Actionjunkies, die sich mit der Ästhetik von Paul W.S. Anderson anfreunden können, durchaus solider unterhalten werden, aber alle anderen müssen den Film nicht unbedingt sehen.

Wertung:
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Filmering.at
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Ø Wertung: 6.1/10 | Kritiken: 1 | Wertungen: 10
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