Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele (2012)

OT: The Hunger Games - xx Minuten - Action / Drama / SciFi / Thriller
Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele (2012)
Kinostart: 22.03.2012
DVD-Start: 30.08.2012 - Blu-ray-Start: 30.08.2012
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Filmkritik zu Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

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Während hierzulande die Jugendbuchreihe „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins kaum bekannt ist, wird „The Hunger Games“ – so der deutlich bessere Originaltitel der Romantrilogie - in den USA als das „neue Twilight“ gefeiert. Da war eine Verfilmung des Stoffes natürlich vorprogrammiert und der Fantasy-Film brach im Vorverkauf an den Kinokassen schon Wochen vor dem offiziellen Start Rekorde und stieß die „Twilight“-Saga vom Thron. Wer mit schmachtenden Vampiren und Werwölfen nichts anfangen kann, dem sei Entwarnung gegeben: „Die Tribute von Panem“ spielt nicht nur thematisch in einer anderen Welt, sondern auch in einer ganz anderen Liga. Der starken Romanvorlage und der guten Besetzung ist es zu verdanken, dass der Actionfilm von „Seabiscuit“-Regisseur Gary Ross den Zuseher ganz und gar in seinen Bann zieht und bis zum Schluss hochspannend bleibt.

In der nahen Zukunft sind nach Naturkatastrophen und Kriegen die Vereinigten Staaten zusammen gebrochen und aus den Trümmern ist das Reich Panem entstanden. Vom Capitol aus regiert Präsident Snow (Donald Sutherland) die zwölf Bezirke, in denen Menschen teilweise unter ärmlichen Umständen leben. Jährlich werden die so genannten „Hungerspiele“ abgehalten und landesweit im Fernsehen übertragen. Es handelt sich dabei um eine Art Gladiatorenkämpfe, bei denen je ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren aus allen Bezirken ausgelost werden, um gegeneinander in brutalen Kämpfen anzutreten. Als die 12-jährige Halbwaise Primrose Everdeen (Willow Shields) ausgewählt wird, erklärt sich ihre ältere Schwester Katniss (Jennifer Lawrence) bereit, freiwillig für sie in den Kampf zu ziehen. Gemeinsam mit ihrem männlichen Mitspieler Peeta (Josh Hutcherson) wird sie im Training auf die Kämpfe vorbereitet und muss Sponsoren für sich gewinnen, die ihr Verbleiben im Spiel sichern können. Denn am Ende gibt es bei den „Hungerspielen“ nur einen Überlebenden.

Der US-amerikanische Hype um „Die Tribute von Panem“ mag zwar in Europa noch unverständlich sein – das könnte sich nach dem Kinostart jedoch bald ändern. Denn der Fantasy-Actioner ist mitreißend, spannend, bewegend und vor allem macht er Lust auf mehr. Romanautorin Suzanne Collins, die auch gemeinsam mit Gary Ross das Drehbuch zum Film schrieb, erschuf nicht nur eine dystopische Welt, die es zu erforschen gilt -  vielmehr kann „Die Tribute von Panem“ auch als eine Parabel auf das Reality-Show-Zeitalter gelesen werden. So werden Peeta und Katniss immer wieder dazu gedrängt, sich als Liebespaar auszugeben, um sich für das Publikum interessanter zu machen und so ihre Überlebenschancen zu steigern. Viele Male wird auf die Manipulation der Realität in solchen Shows hingedeutet. Dabei gelingt „Die Tribute von Panem“ bereits in der ersten Verfilmung ein Kniff, den die „Twilight“-Reihe bisher kein einziges Mal geschafft hat: nämlich weit über seine Ziegruppe hinaus zu beeindrucken. Lediglich in den brutalen Szenen merkt man, dass „Die Tribute von Panem“ für Teenager gemacht wurde, denn sämtliche Tötungsakte (und davon gibt es reichlich) werden nur kurz angeschnitten. Mordende Jugendliche machen eben doch kein so gutes Bild bei der amerikanischen Jugendschutzkommission.

Die gewagte Ausstattung, vor allem die schrillen Kostüme der Capitol-Bewohner, mögen im Trailer zwar ungewohnt, wenn nicht leicht lächerlich gewirkt haben - im Kontrast zu den ärmlichen Verhältnissen der Bewohner von Bezirk 12 verfehlen sie ihre Botschaft aber keineswegs. Wo sich Regisseur Gary Ross jedoch etwas vermessen hat, ist die Kamera- und Schnittarbeit. Selbst in den ruhigsten Szenen wackelt die Handkamera gewollt dilettantisch vor den Gesichtern der Charaktere herum und die Schnitte könnten schneller nicht folgen. So verursachen die Bilder auf der Leinwand in den ersten dreißig Minuten vor allem eins – Schwindelgefühl – und das dürfte wohl nicht die Absicht des Regisseurs gewesen sein. Wenn sich die Tribute im Wald gegenseitig bekriegen, dann ist so eine Kameraarbeit aber wieder genau richtig und trägt wunderbar die hektische und aufreibende Atmosphäre der Spiele mit.

Mit ihrer oscarnominierten Darstellung im Thriller „Winter’s Bone“ hat Jennifer Lawrence bereits gezeigt, dass sie es faustdick hinter den Ohren hat. Auch für die Rolle der Katniss ist sie ideale Besetzung, was zu erwarten war, denn immerhin weisen diese beiden Frauenfiguren nicht nur vergleichbare Lebensumstände, sondern auch ähnliche Charakterzüge auf. Egal ob in actiongeladenen oder dramatischen Szenen – Lawrence trifft stets den richtigen Ton. Auch Josh Hutcherson („The Kids Are All Right“) agiert glaubhaft als gutmütiger und aufopfernder Peeta. Daneben wartet die Fantasy-Action mit einer ganzen Reihe von guten Nebendarstellern auf – wie Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Lenny Kravitz, Donald Sutherland oder Stanley Tucci – wobei es vor allem Charmebolzen Tucci gelingt, als exzentrischer Moderator für Highlights zu sorgen. Über die Leistung von Liam Hemsworth als Katniss Freund Gale wiederum kann nicht viel gesagt werden. In Collins Romanreihe ist er Teil eines Liebestriangels mit Katniss und Peeta – in Gary Ross Verfilmung wurde er bis auf wenige Szenen komplett ausgespart und auch da darf er meistens nur kurz eifersüchtig in die Kamera schauen. Sollten auch Teil 2 und 3 der Romantrilogie verfilmt werden – was zu erwarten ist – könnte ihm vielleicht noch eine größere Aufgabe zu Teil werden.

Fazit:
Suzanne Collins Roman „Die Tribute von Panem“ ist nervenaufreibend spannend, beeindruckend und berührend. Wenn es die Aufgabe einer Verfilmung des Stoffes ist, genau diese Adjektive zu transportieren, dann hat Regisseur Gary Ross einen Volltreffer gelandet. Einen Starttermin für die Verfilmung des zweiten Teils „Catching Fire“ gibt es übrigens schon. Den Machern sei hierfür eines auf den Weg mitgegeben: Weiter so, aber das nächste Mal bitte etwas weniger mit der Kamera wackeln.

Wertung:
8/10 Punkte
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Ø Wertung: 7.4/10 | Kritiken: 3 | Wertungen: 67
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