![]() ![]() Die Mühle & das Kreuz OT: The Mill and the Cross Regie: Lech Majewski Drehbuch: Michael Francis Gibson, Lech Majewski Filmstart: 02.03.2012 | Laufzeit: | Drama-Geschichte |
Im Jahr 1564 erhält Pieter Bruegel (Rutger Hauer) von dem reichen Antwerpener Kaufmann und Kunstsammler Nicolas Jonghelinck (Michael York) den Auftrag, die Kreuztragung Christi zu malen. Er nimmt den Auftrag an, doch will er nicht eine weitere von unzähligen Versionen der Passionsgeschichte liefern, sondern etwas Besonderes schaffen: Ein Bild, das eine Vielzahl von Geschichten erzählt und das groß genug ist, hunderte von Menschen aufzunehmen. Aber vor allem soll die Kreuzigungsgeschichte nicht im Heiligen Land, sondern in seiner flämischen Heimat spielen. Also geht Bruegel hinaus zu den Menschen auf den Höfen, Feldern und Märkten, um nach diesen Geschichten in einem Land zu suchen, das unter spanischer Herrschaft steht und in dem die Inquisitoren erbarmungslos wüten. Er hält alles in seinen Skizzen fest und beginnt auf diese Weise, die Schicksale von unzähligen Menschen virtuos miteinander zu verflechten..
Charlotte Rampling nimmt noch weniger Platz in The Mill & The Cross ein als ihr Kollege Rutger Hauer. Als Mutter Jesu beklagt sie, überwiegend monologisch, mit einer vorwurfsvoll-trostlosen Mimik die Geschehnisse. Bis auf Michael York, der als Kaufmann mit Bruegel in die einzigen Dialoge tritt, haben alle weiteren Figuren keine Sprechrollen. Von den weit über hundert Personen auf dem Bild, legt sich der Fokus auf ungefähr ein Dutzend davon. In detailverliebte, historische Kostüme gehüllt, geht jede Figur ihrer eigentümlichen Handlung nach, die für den Zuseher anfänglich nicht immer nachvollziehbar ist. Denn dort wo die berauschende Bildsprache einsetzt, setzt die Narration fast zwangsläufig aus.
Fazit:
Mit seiner virtuos-visuellen Umsetzung und einer vollendeten Bildkomposition ist The Mill & The Cross Fest für die Augen. Der Regisseur inszeniert die komplexe Bildsprache Bruegels mutig in einer hybriden Form, welche die Möglichkeiten der Digitalisierung förmlich greifbar macht. Der interdisziplinäre Ansatz ist ihm, zumindest auf visueller Ebene, geglückt. Denn ohne einem Zugang zur Kunstgeschichte, zur Malerei, zur Passionsgeschichte oder einer ausgeprägten visuellen Wahrnehmung, kann der tableauhafte Film sehr schnell, sehr befremdlich wirken. Wie Bruegel selbst, schafft Majewski mit The Mill & The Cross ein Kunstwerk. Mit einer riesigen Interpretationsebene, so gut wie keinen Dialogen und einer äußerst rudimentären Dramaturgie lotet der Regisseur die Toleranz der Zuseher aus. Doch für jeden, der sich schon einmal beim Betrachten eines Kunsthistorischen Gemäldes die Frage nach der Geschichte hinter dem Bild gestellt hat, bekommt mit The Mill & The Cross eine, mehr oder weniger befriedigende, Antwort.
Wertung:
7/10 Punkte
27.02.2012 - The Mill and the Cross - Deutscher Trailer
Keine News gefunden!

| Die Daten werden uns zur Verfügung gestellt von Flimmit.com |













